Da waren es nur noch zwei. Neben Präsident Bernd Beetz (links) ist nur noch Thomas Bollmeyer (Mitte) im Amt. AS Sportfotos

Da waren es nur noch zwei. Neben Präsident Bernd Beetz (links) ist nur noch Thomas Bollmeyer (Mitte) im Amt. AS Sportfotos

Stühlerücken beim SV Waldhof – 4 Funktionäre treten zurück

3. Liga | erstellt am Di. 03.09.2019

Gleich drei Präsidiumsmitglieder gaben zu Wochenbeginn ihren Rücktritt bekannt. Wolfgang Gruber, Birgit Löwer-Hirsch und Peter Köhnlein haben ihre Ämter zeitgleich zur Verfügung gestellt.

Außerdem trat mit Helmut Hans Kneller der Vorsitzende des Aufsichtsrates des Hauptvereins ebenfalls zurück und schied komplett aus dem Gremium aus. Seine Position übernimmt zunächst einmal der bisherige Stellvertreter Markus Münch. Eine Pressemitteilung, nach der auch Markus Ritzmann als Mitglied des Aufsichtsrates zurücktrat, entspricht nicht der Wahrheit. Ritzmann dementierte bereits.

Vom im letzten November auf der ordentlichen Hauptversammlung gewählten Präsidium sind nun nur noch Bernd Beetz und Thomas Bollmeyer übrig. Der seinerzeit ebenfalls gewählte und zum Vizepräsidenten ernannte Stefan Höß war schon vor einigen Wochen freiwillig, aber nicht ohne Groll aus seinem Amt ausgeschieden. Auch Personen, die jetzt aufhören, deuten „atmosphärische Störungen“ mit Beetz senior an. Welche Rolle der umstrittene Geschäftsführer Markus Kompp spielt, ist unklar.

Wie das Negativbeispiel Chemnitzer FC vor Augen führt, kann auch eine Spielbetriebs GmbH nur in Verbindung mit einem funktionierenden Verein überleben. Sollte in Chemnitz der Hauptverein irgendwann endgültig pleite sein, dann verliert die Drittligamannschaft die Spielberechtigung für den Profifußball. Wichtig wäre daher beim SV Waldhof, dass der Hauptverein intakt ist.

Die einzige bezahlte Angestellte des e. V. ist Maren Schiffer, die aber zum Monatsende ihren Arbeitsvertrag gekündigt hat. Einen Nachfolger/in gibt es bisher nicht. Bernd Beetz steht somit alleine da und auch vor einem Scherbenhaufen, denn sein noch verbliebenes Präsidiumsmitglied Bollmeyer wurde seit der Mitgliederversammlung im November 2018 kaum noch gesichtet. Er soll seinen Wohnsitz in das Rheinland verlegt haben.

Nachfolgekandidaten für die zurückgetretenen Personen, die vom Präsidenten akzeptiert werden, sind noch keine bekannt.

Sportlich schlagen die Querelen im Vorstand auf den Fußballunterbau voll durch. Schon vor der jetzigen Rücktrittswelle war für die einzelnen Abteilungen des e. V. nach dem Abgang von Höß kein offizieller Ansprechpartner mehr da. In der Endphase der vergangenen Saison schauten der Präsident und sein Restpräsidium tatenlos zu, wie die B-Junioren aus der zweithöchsten Spielklasse sang- und klanglos abgestiegen sind.

Talente aus der eigenen U15 wechselten deshalb zu anderen Clubs. Dem SVW können in den kommenden Jahren dadurch höhere Ausbildungsentschädigungen bei Vereinswechsel der Spieler entgehen. Ein ähnliches Schicksal wie der U17 im vergangenen Jahr droht aktuell der gerade erst aufgestiegenen U23, die sieglos auf dem letzten Platz der Verbandsliga rangiert.

Die Ligazugehörigkeit der U23 ist aber von Bedeutung, falls die Spielbetriebs GmbH von jetzt auf nachher nicht mehr existieren sollte. Die erste Mannschaft würde dann den Startplatz der U23 übernehmen. Vereine wie z. B der Karlsruher SC oder auch FSV Frankfurt, die ihre zweiten Mannschaften abgemeldet haben, müssten übrigens in der untersten Klasse neu beginnen.

 

 

 

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