Denis Linsmayer in Aktion. Der defensive Mittelfeldspieler ist mediales Sprachrohr des Teams. Bild: AS Sportfotos

Denis Linsmayer in Aktion. Der defensive Mittelfeldspieler ist mediales Sprachrohr des Teams. Bild: AS Sportfotos

Mittelfeldspieler Denis Linsmayer – vom Plan B zum Top-Leistungsträger

Archiv 2. Bundesliga (Fußball) | erstellt am So. 10.05.2015

Denn wer die Strukturen und die Vergangenheit des SVS kennt, der weiß, dass man den Hut davor ziehen muss, was sich dort in den letzten vier, fünf Jahren getan hat.

Linsmayer kam 2013 vom 1. FC Kaiserslautern II

Ein Dorf hat sich in der Zweiten Liga etabliert, was auch mit Manager Otmar Schork zusammenhängt. Er feilt Jahr für Jahr am Kader und beweist stets ein gutes Händchen. Es passt einfach zusammen. Wobei die Identifikation zuletzt vielleicht ein wenig auf der Strecke blieb. Kaum da, waren die Spieler nämlich teilweise auch schon wieder weg. Doch auch am Hardtwald bestätigen Ausnahmen die Regel. Kapitän Denis Linsmayer ist so eine Ausnahme. Im Sommer 2013 kam er von einem großen Nachbarn und zwar vom ruhmreichen 1. FC Kaiserlautern. Von Lautern nach Sandhausen – alle Achtung.

Doch, Halt, Stopp: Genauer gesagt kam er aus der Reserve, wirkte auf den ersten Blick gar wie ein Notkauf. Denn Linsmayers Arbeitspapier wurde in einer kniffligen Phase unterschrieben. Damals wusste beim SVS niemand, wo der Weg hingeht. Sportlich war man abgestiegen, hoffte aber noch auf ein Hintertürchen in Sachen Klassenerhalt, was mit der finanziellen Notlage des MSV Duisburg zusammenhing. Der Ausgang ist bekannt: Sandhausen blieb zweitklassig und ganz Duisburg weinte.

Vom Plan B zum Leistungsträger

Zurück zu Linsmayer. Im Gegensatz zu so manch anderem Neuzugang der Schwarz-Weißen galt sein Vertrag für beide Ligen. Gewissermaßen also fast eine Not-Lösung, ein Plan B, der mittlerweile aber Gold wert ist – das hat sich längst gezeigt. Denn Linsmayer, der sich im defensiven Mittelfeld am wohlsten fühlt, ist nicht nur stark, nein, er redet auch viel, ist eine Art mediales Sprachrohr. Einfach ein sympathischer Bursche.

1991 kam er in Pirmasens zur Welt. Und sein Talent im Umgang mit dem runden Leder kristallisierte sich schnell heraus. Zunächst allerdings noch nicht bei den „Roten Teufeln“: Linsmayer grätschte und passte bei der TSG Kaiserslautern. 2004 schnappte ihn sich dann der 1. FC Kaiserslautern. Sein Ziel war klar: Am Betzenberg Bundesliga-Luft schnuppern. Geklappt hat das dann nicht ganz: Lauterns Ex-Coach Franco Foda verhalf ihm am 31. August 2012 zwar zu seinem Debüt in der ersten Mannschaft, bei dem ein 3:1-Sieg über Dynamo Dresden heraussprang, richtig Fuß fassen konnte er bei den Profis aber nie.

Denis Linsmayer im Zweikampf mit seinem Frankfurter Gegenspieler. Bild: AS Sportfotos

Sein Marktwert ist gestiegen

Erst in Sandhausen ging der Stern des 1,83-m-Mann auf. In seiner Premierensaison stand er in 30 Spielen auf dem Platz, aktuell ist er bei 29 Einsätzen angelangt. Also alles andere als ein Bankangestellter. Und das macht sich auch am Marktwert bemerkbar: Als der Defensivmann aus Kaiserslautern in die Kurpfalz wechselte, lag er bei 400.000. Aktuell hat er sich bei 700.000 eingependelt.

Für Sandhausen ist er jedenfalls unbezahlbar. Denn er identifiziert sich völlig mit dem Klub, leidet stets mit. So wie kürzlich, als der SVS beim 1:1 in Frankfurt nicht nur gegen die Hessen spielte, sondern phasenweise auch gegen den Schiedsrichter. Linsmayer unmittelbar nach Spielschluss: „Nach diesen Entscheidungen fällt es schwer, ruhig zu bleiben“, zuckte er ungläubig mit den Schultern.     

Sei’s drum, Linsmayer und seine Sandhäuser werden auch so im nächsten Jahr wieder im Unterhaus auf Torejagd gehen…

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