Bild: Siegfried Lörz
Von der Jugend der TSG 62/09 Weinheim zum Bundesligaspieler +++ Der sport-kurier im Interview mit Hoffenheims Lukas Rupp
TSG Hoffenheim | erstellt am Do. 13.10.2016
Der Mittelfeldspieler war bei elf Torbeteiligungen (fünf Treffer, sechs Vorlagen) einer der wenigen Lichtblicke in einer eher trüben Saison der Bad Cannstatter, die mit dem bitteren Abstieg in die zweite Liga endete.
Der 25-Jährige hat im Bundesligadorf einen bis 30. Juni 2020 datierten Vertrag unterschrieben. Der ehemalige Weinheimer, der bis zu seinem 14. Lebensjahr in der Jugend der TSG Weinheim spielte, erzielte in 100 Erstligaspielen elf Treffer und hat sich auf Anhieb einen Stammplatz bei den Kraichgauern gesichert.
Der sport-kurier sprach vor dem Baden-Derby am Samstag mit dem 1899-Neuzugang.
Über Weinheim, Karlsruhe, Mönchengladbach, Paderborn und Stuttgart kamen Sie zu Saisonbeginn nach Hoffenheim. Woran lag es, dass Ihr Talent in der Heimat nicht früher erkannt wurde?
Lukas Rupp: Ich glaube, ich bin für viele lange etwas unter dem Radar geflogen und als junger Spieler bekommt man Angebote und trifft Entscheidungen. Es laufen nicht alle Karrieren nach einem festen Muster. Ich bin froh, jetzt bei der TSG zu sein. Ich fühle mich wohl und bin Teil eines starken Teams, in dem das Kicken viel Spaß macht.

Letzte Saison stand Rupp noch beim VfB Stuttgart unter Vertrag. 1.BL – 15/16 – TSG 1899 Hoffenheim vs.VfB Stuttgart v. li. im Zweikampf Lukas Rupp (Stuttgart) gegen Eugen Polanski (Hoffenheim) . Bild: S. Lörz
Unter allen TSG-Profis sind Sie derjenige, dessen Geburtsort am nächsten an Hoffenheim liegt. Überrascht?
Rupp: Gute Frage. Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Ist das so? Wir haben viele Spieler aus ganz Deutschland und der Welt. Von Heidelberg nach Hoffenheim ist es ja nicht so weit. Also kommt das dann doch nicht so überraschend.
Sie gelten als laufstark und technisch versierter Mittelfeldspieler. Wer hat Sie bislang sportlich am meisten geprägt?
Rupp: Viele Einflüsse, viele Menschen, viele Dinge. Einen oder etwas herauszupicken würde den anderen nicht gerecht werden. Ich bin allen dankbar, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Sie haben geholfen, mich zu dem zu machen, der ich heute bin.
Aus der Erfahrung von 100 Bundesligaeinsätzen, welchen Stellenwert nimmt Ihrer Meinung die TSG Hoffenheim in der 1. Liga ein?
Rupp: Letztes Jahr war es richtig eng, 2012/13 auch schon mal. Aber im neunten Jahr in der Liga kann man sicherlich davon sprechen, dass die TSG ein etablierter Klub, ein fester Bestandteil der Bundesliga ist, der sich in Deutschland mittlerweile einen Namen durch seine akribische Jugendarbeit macht. Die Durchlässigkeit von den Jugendmannschaften zu den Profis ist hier gegeben.
Auch beim VfL Borussia Mönchengladbach spielte Lukas Rupp schon. Bild: Marc Schüler.
Sie haben sich auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft. Kommt Ihnen die Spielweise unter Trainer Julian Nagelsmann besonders entgegen?
Rupp: Ich denke, Julian Nagelsmann und Alexander Rosen haben mich vor der Saison dazu geholt, weil sie gedacht haben, dass es passen könnte. Ich bringe mich immer voll ein, gehe viele Wege und erledige viel Arbeit in hohem Tempo. Das sind Attribute, die man unserem Spiel generell zuschreiben kann. Dennoch muss ich immer weiter Gas geben. Wir haben eine starke, ausgeglichene Mannschaft und jeder kann mal auf der Bank oder auch auf der Tribüne landen. Als Profi muss man das dann hin- und aufnehmen und noch eine Schippe drauflegen.
Hoffenheim ist nach sechs Spieltagen, vor dem Heimspiel am Samstag gegen den SC Freiburg, noch ungeschlagen. Eine positive und erfreuliche Bilanz.
Rupp: Ich glaube, es ist viel zu früh zu sagen, dass uns etwas Bestimmtes auszeichnet. Wir haben einen ordentlichen Start hingelegt, könnten aber auch noch mehr Punkte auf dem Konto haben. Ich denke da vor allem an das Spiel in Darmstadt. Wir haben viel Arbeit vor uns.
Zwischen zwei Länderspielpausen heißen die Gegner Freiburg, Leverkusen, Köln, Berlin und München. Ein schweres Herbstprogramm.
Rupp: In der Bundesliga genau wie im DFB-Pokal gegen Köln gibt es keine leichten Spiele. Was nach Floskel klingt, ist nichts anderes als die Wahrheit. Natürlich ist es in Leverkusen oder in München noch ein bisschen schwerer als zuhause gegen Freiburg. Aber es gilt: wir müssen immer liefern. Wenn man als Mannschaft in der Liga auch nur einen Millimeter nachgibt, ein Prozent weniger abruft, dann reicht es nicht. Das ist unser Ansatz. Wir wollen immer unsere beste Leistung abrufen, ab und zu über uns hinauswachsen und dann sehen, wohin das führt.
Wo ist das Team noch anfällig bzw. was gilt es zu verbessern?
Rupp: Vor allem in den ersten Spielen waren wir in der Defensive nicht so stabil, wie wir uns das gewünscht haben. Das lag nicht an der Abwehr, sondern am ganzen Team. Auf diesem Gebiet haben wir uns verbessert. Zuletzt haben wir unsere Chancen nicht so konsequent genutzt, wie wir das gerne würden. Grundsätzlich gilt, es gibt auf allen Gebieten Luft nach oben.
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