Bild: Siegfried Lörz

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Matarazzo: „Ich bin ein kritischer Geist“

TSG Hoffenheim | erstellt am Mi 09.08.2023

Nun nutzte er die Vorbereitung, um die Mannschaft weiterzuentwickeln und in ruhigere Tabellenregionen zu führen. Der US-Amerikaner mit italienischen Wurzeln spricht in der August-Ausgabe des TSG-Monatsmagazins SPIELFELD über seine Ziele, den Umgang mit seinem Kader und seine Verbundenheit zum Kraichgau.

Zum Foto-Termin für die erste SPIELFELD-Ausgabe der Saison 2023/24 erschien Pellegrino Matarazzo auf seiner Vespa. Die Flagge Italiens, dem Herkunftsland seiner Eltern, ziert seinen Helm. Ein Stück Heimat in der selbstgewählten Heimat. Matarazzo genießt die Ruhe im Kraichgau, er baute hier bereits ein Haus, bevor er Cheftrainer in Hoffenheim wurde.

Der Kraichgau ist ein krasser Gegensatz zu New York City, wo der 45-Jährige an der renommierten Columbia University Angewandte Mathematik studierte. Das Studium beendete er trotz der fußballerischen Ambitionen, denn für Matarazzo gilt das Lebensmotto: „Ich ziehe immer alles durch.“ Schon während des Studiums fiel der Entschluss, dass er es als Profi in Europa versuchen wollte. Als der großgewachsene US-Amerikaner hier aber nicht über die vierte Liga hinauskam, machte er den Trainerschein. „Mein Plan war, die Lizenzen zu machen und in die USA zurückzukehren, sobald es nicht mehr vorwärtsgeht.“ Doch es ging stetig voran – nun ist er Trainer in der Bundesliga.

Nach dem Klassenerhalt in der vergangenen Saison möchte Matarazzo sein Team weiterentwickeln. Dabei scheut er auch keine potenziellen Konflikte: „Ein Trainer darf unzufrieden sein und das auch zeigen. Ich habe einen kritischen Geist in mir und möchte möglichst alles optimal und perfekt haben“, sagt der 45-Jährige. „Mein Gefühl sagt, den Finger in die Wunde zu legen, tut den Jungs aktuell gut. Im Prozess der Entwicklung gibt Reibung die notwendige Energie, die es braucht, um etwas zu verändern und mehr zu erreichen.“

Als Neustart empfindet er die neue Saison indes nicht. „Wir starten nicht bei null. Es gibt viele Themen, die wir mit der Mannschaft bereits erarbeitet haben“, sagt Matarazzo, der aus den schwierigen Monaten seines Starts auch Lehren für die Zukunft zieht: „Es ist ein Vorteil, dass wir diese schwierige Situation erlebt haben und nun die Möglichkeit haben, auf diese Elemente zurückzugreifen.“

Die Vorbereitung nutzte Matarazzo zudem, um neben der Arbeit an der Spielidee auch die mannschaftliche Geschlossenheit weiter zu fördern. „Die Elf soll sich in den Spielen selbst steuern können, denn als Trainer ist man während der 90 Minuten limitiert“, so der US-Amerikaner. Und weiter: „Mir ist es wichtig, eine Haltung zu den Partien und zum Training zu etablieren, die zur Grundlage des Erfolgs wird. Eine neue Saison bietet immer eine neue Chance.“

Weitere Inhalte im SPIELFELD-Magazin, das zur neuen Saison in einem überarbeiteten Design und mit spannenden neuen Rubriken erscheint: Rückkehrer Florian Grillitsch räumt mit einigen Klischees rund um sein Heimatland Österreich auf, Pavel Kaderábek spricht über das beste Tor seiner Karriere und Kevin Vogt über die Sehnsucht nach dem ersten Pflichtspieltreffer für die TSG. Darüber hinaus wird die Reise der U23 in die USA thematisiert, „Akademiker“ Max Moerstedt porträtiert und auf 60 Jahre Fußball-Bundesliga zurückgeblickt. Auf den 104 Seiten des Klubmagazins gibt es darüber hinaus viele weitere spannende Einblicke rund um die TSG.

 

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