Andrej Kramaric liegt enttäuscht am Boden. Gerade haben die Augsburger in der Schlussminute den 2:2 Ausgleich erzielt. Bild: S. Lörz
Hoffenheim kassiert Last-Minute Ausgleichstreffer gegen FC Augsburg
TSG Hoffenheim | erstellt am So. 15.10.2017
Am 8. Bundesliga-Spieltag trennten sich die Kraichgauer und der FC Augsburg in einer durchschnittlichen Partei mit einem leistungsgerechten 2:2 Unentschieden.
Vor 27.014 Zuschauer konnten die Gastgeber ihre Bilanz von nunmehr 22 ungeschlagenen Heimspielen zwar weiter ausbauen, sind aber tabellarisch vom dritten auf den vierten Tabellenplatz zurückgefallen. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann war nach den beiden Niederlagen in der Europa League bei Ludogorets Rasgrad (1:2) und in Freiburg (2:3) nicht in der Lage zum fünften Mal in dieser Saison eine Führung nicht in einen Sieg umzuwandeln.
Die Führung durch Benjamin Hübner (52. Min.) glich der Ex-Hoffenheimer Michael Gregoritsch aus (75.), ehe die erneute TSG-Führung durch Mark Uth mit seinem fünften Saisontreffer (85.) in der letzten Minute der regulären Spielzeit durch ein Eigentor von Kevin Vogt egalisiert wurde.
Die TSG lieferte gegen den taktisch disziplinierten FCA im ersten Durchgang einen leidenschaftslosen Auftritt ab und hätte sich über einen Pausenrückstand nicht beschweren dürfen. Nachdem Sandro Wagners Treffer zurecht wegen Abseits nicht anerkannt wurde (5.), wirkten die Gäste in der Folge immer dominanter und erspielten sich ein leichtes Übergewicht.
Während Hoffenheims Spiel von vielen Ungenauigkeiten und Missverständnissen geprägt war, setzten die aggressiven Fuggerstädter einige Nadelstiche in die nicht sattelfeste TSG-Hintermannschaft. Die größte Chance der ersten Hälfte vergab der Isländer Alfred Finnbogason, der freistehend aus fünf Metern den linken Pfosten traf (38.). Wenig später fischt FC-Keeper Marwin Hitz einen Kopfball von Uth aus dem linken Tor-Eck.

Da war die „Hoffenheimer Welt“ noch in Ordnung. Mark Uth hatte in der 85. Minute zur 2:1 Führung getroffen. Bild: S. Lörz
Nach Seitenwechsel waren die Blau-Weißen bissiger in den Zweikämpfen, ließen den Ball zielstrebiger und schneller laufen und erspielten sich deutliche Vorteile. Chancen boten sich zuhauf. Zunächst scheiterte Stürmer Andrej Kramaric an Hitz – und Hübner brachte das Kunststück fertig unbedrängt aus drei Metern (!) übers Tor zu schießen (48.). Vier Minuten später machte es der Innenverteidiger besser, als er höher als Mitspieler Sandro Wagner und Kevin Danso sprang, und einen abgewehrten Ball per Kopf zum 1:0 eindrückte.
Der erst kurz zuvor eingewechselte Gregoritsch glich mit einem satten Flachschuss aus 20 Meter flach ins lange Eck zum 1:1 aus. Hoffenheim machte weiter Druck und erspielte sich Chancen im Minutentakt. Die Bemühungen wurden fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit belohnt, als Torjäger Uth mit einem herrlichen Schlenzer mit links in den Torwinkel das 2:1 erzielte. Doch es sollte nicht reichen, denn die Gäste glichen in der 90. Minute nach einer scharfen Linksflanke von Jeffrey Gouweleeuw, die TSG-Abwehrchef Vogt unglücklich mit dem Bauch ins eigene Tor abfälscht zum 2:2-Endstand aus.
Stimmen zum Spiel:
Julian Nagelsmann (Trainer TSG Hoffenheim): „Wir hatten eine sehr gute Anfangsphase, aber nach zehn Minuten unser Spieltempo schläfrig gestaltet. Als Augsburg besser ins Spiel kam, hatten wir nicht mehr so viele gute Lösungen parat. Augsburg hat gut verteidigt, gute Balleroberungen gehabt und hatte die Großchance durch Finnbogason. Nach dem Seitenwechsel waren wir klar besser. Leider haben wir zu oft vorbeigeschossen, müssen ein paar Tore nach Standards machen und haben Schusschancen im Strafraum. Auch nach dem Gegentor spielen wir ein sehr schönes Führungstor heraus und müssen danach noch ein paar Tore schießen, haben wir aber nicht. Von daher geht das Unentschieden in Ordnung.“
1899 Hoffenheim – FC Augsburg 2:2 (0:0)
1899 Hoffenheim: Baumann – Posch, Vogt, B. Hübner – Uth, Geiger, Zuber (84. N. Schulz) – Demirbay (59. Kaderabek), Amiri (76. Grillitsch) – S. Wagner, Kramaric.
FC Augsburg: Hitz – Gouweleeuw, Danso (87. M. Richter), Hinteregger – Opare, Baier, Max – Heller, Koo (82. Moravek), Caiuby – Finnbogason (62. Gregoritsch).
Tore: 1:0 B. Hübner (52.), 1:1 Gregoritsch (75.), 2:1 Uth (85.), 2:2 Vogt (90./Eigentor).
Zuschauer: 27.000.
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin).