Bundestrainer Joachim Löw beginnt seine Abschiedstour Bild: Marc Schüler

Bundestrainer Joachim Löw beginnt seine Abschiedstour Bild: Marc Schüler

Mit neuen Gesichtern in die WM-Qualifikation ++ Thomas Müller und Mats Hummels fehlen weiterhin im DFB-Aufgebot

Fussball | erstellt am Mi. 24.03.2021

Er lachte mit seinen Assistenztrainern, scherzte mit einzelnen Spielern und wirkte, als wäre mit seinem jetzt feststehenden Abschied nach der Europameisterschaft im Sommer eine Last von seinen Schultern gefallen.

Dabei gab es gleich zu Beginn eine Hiobsbotschaft für den Bundestrainer. Mit Toni Kroos (Real Madrid) fällt der neben Torwart Manuel Neuer erfahrenste Nationalspieler für die drei WM-Qualifikationsspiele gegen Island, Rumänien und Nordmazedonien aus.

Mit Adduktoren-Problemen war Kroos bereits nach Düsseldorf gereist, nach einer Untersuchung durch den medizinischen Stab fiel die Entscheidung Kroos lieber pausieren zu lassen als möglicherweise eine schwere Verletzung und die EM-Teilnahme im Sommer zu riskieren.

Ebenfalls nur eingeschränkt trainieren konnte Innenverteidiger Niklas Süle. Der Ex-Hoffenheimer drehte nur einige Laufrunden um das Feld im Düsseldorfer Bundesliga-Stadion und wird gegen Island (Donnerstag 20.45 Uhr) wohl geschont.

Engagiert präsentierten sich die Debütanten Jamal Musiala (Bayern München), Florian Wirtz (Bayer Leverkusen) und Rückkehrer Amin Younes (Eintracht Frankfurt) dem Bundestrainer und können sich Hoffnung auf mindestens einen Einsatz machen.

Auch wenn Löw beteuert dem gerade 18 Jahre alt gewordenen Jamal Musiala keinen „Gefälligkeitseinsatz“ geben zu wollen, ist es schwer vorstellbar, dass Löw den talentierten offensiven Mittelfeldspieler keine Chance in einer der drei Partien einräumt. Denn für Löw und den DFB besteht auch nach der Entscheidung des Talents für Deutschland und gegen England noch das Risiko, trotz Zusage den Spieler doch noch an den englischen Verband zu verlieren.

Kommt Musiala jedoch gegen Nordmazedonien zu seinem einminütigen Debüt, hätte er sich durch diesen Einsatz in einem Wettbewerbsspiel für Deutschland festgespielt. Vorstellbar wäre, dass Musiala gegen Nordmazedonien sogar von Beginn an auflaufen darf, denn Löw wird keinesfalls riskieren, dem Vorwurf ausgesetzt zu werden, den jungen Spieler mit einem sehr kurzen Einsatz absichtlich festgespielt zu haben.

Für den erst 17-jährigen Florian Wirtz, der Ende vergangenen Jahres die deutsche U21-Mannschaft noch half zur EM zu führen, wäre das Debüt in der Nationalmannschaft ein wichtiger Schritt und ein verdienter Lohn für gute Leistungen. Allerdings spielen Wirtz, Musiala und Younes alle auf der gleichen Position wie Kai Havertz (Chelsea) im offensiven Mittelfeld, so dass es für den Bundestrainer spätestens bei der Nominierung des endgültigen EM-Kaders Anfang Juni mindestens zu einer harten Entscheidung kommen muss.

Streiten kann man nun darüber, ob nicht eine Nominierung von Thomas Müller und Mats Hummels für diese drei Partien schon sinnvoll gewesen wäre, um sich in das radikal verjüngte Team hineinzuspielen. Jedoch scheint es festzustehen, dass diese beiden verdienten Nationalspieler ins Trainingslager des DFB zur EM-Vorbereitung nach Seefeld Ende Mai eingeladen werden, auch wenn Löw jegliche Nachfragen nach diesen Personalien weder bestätigen noch dementieren will.

Natürlich gibt es auch Spekulationen um die Nachfolge von Löw. Manuel Neuer sprach sich in einer Pressekonferenz für einen Kandidaten aus, der Erfahrung hat, die Nationalspieler kennt und schon einiges im deutschen Fußball erreicht hat, Namen nannte er keinen.

Natürlich fiel der Name von Löws ehemaligem Co-Trainer Hansi Flick in Gesprächen unter Journalisten immer wieder, chancenlos wird aber auch sein derzeitiger Assistent Marcus Sorg nicht gesehen, der 2019 den erkrankten Löw gut vertrat und einige Fürsprecher in der Mannschaft hat.

 

 

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