Trainer Uwe Bertsch (SC Käfertal) rechnet wie viele andere auch, mit einer weiteren Saisonunterbrechung im Dezember Bild: Berno Nix
Fußballkreis Mannheim: Trainerstimmen zur Saisonunterbrechung
Fussball | erstellt am Di. 03.11.2020
So soll auch der Fußball dazu beitragen, dass sich die explosionsartige Verbreitung des Coronavirus verlangsamt. Bis Ende November ist der Spielbetrieb eingestellt. Wir haben uns umgehört und bei Vereinen aus dem Fußball Kreis Mannheim nachgefragt, wie sie mit dieser Situation umgehen.
Hakan Atik, Sportlicher Leiter beim Verbandsligisten VfR Mannheim: Aus meiner Sicht ist es die richtige Entscheidung, dass erst einmal alles abgebrochen wurde. Uns kommt es eigentlich auch entgegen. Uns fehlen momentan 8 verletzte Spieler, die können sich nun erholen und ihre Verletzungen auskurieren. Falls es im Dezember weitergehen sollte, wären unsere Spieler vorbereitet. Sie haben von unserem Trainer Trainingspläne bekommen, die wir über eine App verfolgen können. Wie es dann letztlich kommt, wird sich zeigen. Wir sind für alles offen. Ich persönlich glaube aber nicht, dass es im Dezember noch weitergehen wird.
Rick Hutter, Trainer beim Landesligisten TSG Lützelsachsen: Ich glaube die Entscheidung ist vertretbar. Letztlich will sich niemand den Schuh anziehen, falls wirklich etwas passiert. Andererseits denke ich nicht, dass bei einem Fußballspiel mit 11 gegen 11 die Ansteckungsgefahr jetzt nicht so riesengroß ist. Es hat ja auch Vorteile für die Gesundheit, wenn man sich bewegt. Ich glaube, man hätte schon Maßnahmen treffen können, um eben doch weiterspielen zu können. Wir sind neu in der Landesliga und haben uns riesig auf diese Herausforderung gefreut, schade, dass es jetzt schon wieder auf unbestimmte Zeit vorbei ist. Gut wäre es aus meiner Sicht, wenn wir jetzt die Winterpause einschieben würden und dann vielleicht im Januar wieder mit der Runde anfangen. Die Wettbedingungen bei uns würden das wohl auch zu lassen. Aber das alles hängt eben damit zusammen, wie sich die Infektionszahlen weiterentwickeln.
Patrick Rittmaier, Spielertrainer des Kreisligisten SC Reilingen: Aus gesundheitlicher Sicht ist der Abbruch die richtige Entscheidung. Anders bekommen wir das nicht in den Griff, denke ich. Und ich habe auch keinen besseren Lösungsvorschlag. Aber natürlich hätten wir gerne weitergespielt. Denn wir als Mannschaft haben uns wirklich ganz gut entwickelt. Aber es geht hier eben nicht um uns. Ich habe einen zehnjährigen Sohn zuhause sitzen, der würde am liebsten acht Stunden am Tag Fußball spielen. Für ihn ist das richtig hart. Ich kann damit leben. Letztes Jahr waren wir mit Reilingen Drittletzter beim Abbruch, jetzt stehen wir über dem Strich. Das ist natürlich ein ganz anderes Gefühl (lacht). Wann es weitergehen kann, ist schwer zu sagen. Der Dezember ist unrealistisch.
Marco Rocca, Trainer des Mannheimer A1-Ligisten DJK/Fortuna Edingen-Neckarhausen: Ich sehe das ganze zwiegespalten. Einerseits wurde bislang nicht nachgewiesen, dass es über ein Fußballspiel zu Ansteckungen kam. Dann schon eher im Zuschauerbereich. Dort wurde sich nicht immer an die Vorgaben gehalten. Deshalb wären Geisterspiele vielleicht eine Option gewesen. Andererseits steht die Gesundheit natürlich über allem. Wir selbst hätten gerne weitergespielt. Wir waren gut drauf und waren kurz davor uns in die Top 2 vorzuarbeiten. Beim letzten Abbruch war das auch schon so. Sofern die Regierung die Pause nicht verlängert, könnten wir im Dezember wieder anfangen, was aus meiner Sicht aber unrealistisch ist. Ich denke aber, dass man die Winterpause verkürzen könnte und wir schon im Januar wieder spielen.
Uwe Bertsch, Trainer des A2-Ligisten SC Käfertal: Es ist alles klar von der Regierung vorgegeben und an diese Vorgaben halten wir uns. Natürlich hätten auch wir gerne weitergespielt. Wir hatten einen guten Lauf und waren wirklich richtig gut drin. Die Schulen bleiben auf, was sehr wichtig ist. Und wir als Verein müssen uns unterordnen. Wie alle anderen eben auch. Momentan gehen wir davon aus, dass es im Dezember weitergeht. Diese vierwöchige Pause ist für alle gleich. Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass man die letzten beiden Spiele im Dezember dann auch noch sein lässt und sie im neuen Jahr nachholt. Als Verein muss man einfach flexibel sein. Möglicherweise geht die Saison dann eben bis in den Juni hinein.
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