Der VfR Mannheim muss noch um die Zugehörigkeit zur Oberliga zittern
Der VfR Mannheim muss noch um die Zugehörigkeit zur Oberliga zittern
Fussball | erstellt am Mo. 26.05.2014
Foto oben: VfR Geschäftsführer Sven Wolf und Chefcoach Christian Klein befinden sich in der Warteschlange. Noch ist nicht eindeutig klar, in welcher Liga der VfR Mannheim nächste Saison spielen wird.
Tatsache ist aber: Der FC Heidenheim II meldet nicht für die Oberliga und der Regionalligaabsteiger SC Pfullendorf will in der Verbandsliga Südbaden an den Start gehen. Der Regionalligist SSV Ulm steht vor der Insolvenz und so ist auch deren Spielklassenzugehörigkeit noch nicht geklärt. Von Vereinsauflösung bis Oberligazugehörigkeit – ist alles möglich.
Zudem ist noch unklar, ob der Tabellenzweite der Oberliga BW, der FC Nöttingen, seine Entscheidungsspiele gegen den Südwest-Vertreter FSV Salmrohr erfolgreich oder weniger erfolgreich absolviert. Steigt Nöttingen in die Regionalliga auf, dann ist der VfR Mannheim auch nächste Saison in der Oberliga vertreten.
Steigt der FC Nöttingen nicht auf und der SC Pfullendorf bekommt das gewünschte Startrecht in der Verbandsliga Südbaden, dann würde auch diese Konstellation dem VfR Mannheim zum Klassenerhalt ausreichen. Bekommt der SC Pfullendorf kein Spielrecht in der Verbandsliga Südbaden und steigt der FC Nöttingen nicht in die Regionalliga auf, dann wird es ganz eng für die Rasenspieler. Da bleibt nur noch die Hoffnung „SSV ULM“. Melden die Spatzen Insolvenz an, dann dürfte wohl „Mangels Masse“ die Vereinsauflösung drohen. In diesem Falle wäre der VfR auch gerettet.
Es gibt also derzeit drei Rettungsanker, die dem VfR Mannheim in Punkto Klassenerhalt dienlich sein könnten. Ob einer oder mehrere – im schlimmsten Falle gar keiner greift, das steht noch in den Sternen.
Wir haben uns mit dem VfR Mannheim-Chefcoach Christian Klein unterhalten.
Sportkurier: Seit ihrem Amtsantritt haben Sie eine durchaus sehenswerte Statistik mit dem VfR Mannheim erreicht. Dennoch wäre nach der 4:0 Niederlage beim TSV Grunbach der Abstieg in die Verbandsliga erfolgt. Wenn denn nicht andere Vereine noch das „Zünglein an der Waage“ wären. Jetzt heißt es abwarten, wie sich das eine und andere entwickelt in den nächsten Tagen. Sehr enttäuscht über den „eigentlichen“ Abstieg – der dennoch verhindert werden kann?
CHRISIAN KLEIN: Ja, wir sind schon enttäuscht. Aus sportlichen Gründen wären wir jetzt natürlich abgestiegen, aber insgesamt kann man mit der Entwicklung der Mannschaft dennoch zufrieden sein. Der Rückstand in der Tabelle war bei meinem Amtsantritt zu groß. Wir haben vor dem letzten Saisonspiel beim TSV Grunbach von den statistischen Werten her die drittbeste Rückrundenmannschaft der Liga gehabt. Leider hat am Ende ein einziges Pünktchen gefehlt, um aus eigener Kraft die Klasse zu halten. Jetzt gehen wir eben in die Verlängerung und warten ab.
Sportkurier: Welche der obigen Varianten halten Sie zunächst für die wahrscheinlichste?
CHRISTIAN KLEIN: Am Donnerstag und am Sonntag spielt der FC Nöttingen gegen den FSV Salmrohr um den Aufstieg in die Regionalliga. Ich persönlich halte den FC Nöttingen für das stärkere Team, aber in Relegationsspielen kann eben alles möglich sein. Steigt Nöttingen auf, sind wir definitiv auch nächstes Jahr in der Oberliga. Sollte es der FCN nicht packen, dann wäre wohl noch am wahrscheinlichsten, dass die Pfullendorfer auf Antrag beim Verband in der Verbandsliga antreten dürfen. In diesem Falle würden wir ebenfalls in der Oberliga verbleiben.

Sportkurier: Wie sehen denn die Planungen für die nächste Saison aus. Ist man da zweigleisig unterwegs?
CHRISTIAN KLEIN: Wir müssen die Oberligazugehörigkeit planen, uns aber auch über eine eventuelle Verbandsligazugehörigkeit Gedanken machen. Es gilt jetzt noch die nächsten Tage abzuwarten, dann kann man in dieser Frage schon wesentlich aktiver und zielorientierter vorgehen. Sollte es die Verbandsliga sein, so muss der Kader für einen sofortigen Wiederaufstieg entsprechend zusammengestellt werden.
Sportkurier: Und bei Oberligazugehörigkeit, kommt dann der angekündigte Angriff auf die Regionalliga?
CHRISTIAN KLEIN: Zunächst ist es so, dass man beim VfR Mannheim in Etwa den gleichen Etat zur Verfügung haben wird, wie diese Saison. Es wird nur leistungsbezogener bezahlt werden, anders geht es nicht. Wir wollen auch mit jungen, talentierten und entwicklungsfähigen Spielern arbeiten. Im Vordergrund soll hier zukünftig auch die Ausbildung stehen und unser Verein bzw. unsere Oberligazugehörigkeit (falls so kommt) als Sprungbrett für den einen und anderen Spieler gesehen werden. Ich denke wir werden einen guten Weg gehen, wenn wir denn die Spielklasse halten.
Sportkurier: Wird es einen großen Umbruch im Team geben?
CHRISTIAN KLEIN: Die Mannschaft wird sicherlich ein anderes Gesicht bekommen. Aber wie bereits erwähnt, wir müssen auch abwarten, wie sich das alles in den nächsten Tagen entwickelt. So lange unsere Spielklassenzugehörigkeit nicht geklärt ist, werden wir keine „finalen Personalentscheidungen“ bekanntgeben.
Foto 1 VfR Foto 2 Berno Nix
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