Die SpVgg. Durlach-Aue hat noch Luft nach oben. Hier eine Spielszene aus Durlach-Aue vs. Heddesheim. Fortunas Siby Boubacar (blau) am Ball. Bild: Ripberger
Hinrunden-Rückblick Verbandsliga Nordbaden Platz 9 bis 16
VfR Mannheim | erstellt am Mi. 14.12.2016
Im 2. Teil sind nun die Mannschaften vom 9. bis zum 16. Rang im Fokus unserer Hinrunden-Analyse.
SpVgg. Durlach-Aue (9.) 20 Punkte 23:25 Tore
Mit 20 Punkten liegen die Karlsruher im Soll, wenngleich für die Gondorf-Elf mehr drin gewesen war. Der Auftakt in die Saison verlief bescheiden, schnell fand man sich im unteren Tabellenbereich wieder. Ab dem 11. Spieltag ging es merklich aufwärts. So holten die Durlacher aus den letzten 6 Spielen 11 Punkte (3-2-1). Nur gegen Heddesheim unterlag man etwas unglücklich mit 0:1 Toren. Auf eigenem Platz, der nicht zu der besseren Kategorie in der Verbandsliga zählt, zeigte man sich als Minimalist, was sich vor allem beim Torverhältnis von 5:3 (6 Heimspiele) zeigte. Mit 10 Auswärtsspielen (3-4-3) trat in der Hinrunde keine andere Mannschaft öfters in der Fremde an. Können die Durlacher in der Rückserie auch auf heimischem Boden stärker auftreten, dann ist tabellarisch gesehen, noch eine Verbesserung machbar.
TuS Bilfingen (10.) 20 Punkte 23:34 Tore
Der Meister der letztjährigen Spielzeit in der Landesliga Mittelbaden, kann durchaus zufrieden sein. Zwar hofften die „Macher“ des Clubs nach den ersten erfolgreichen Spieltagen (2-2-0) auf eine richtig starke Saison, aber schnell setzte man auf dem Boden der Tatsachen auf. Zeitweise lief sogar nur noch ganz wenig beim TuS. Ab dem 5. Spieltag ging es kontinuierlich abwärts (1-1-6), denn in 8 Spielen gewannen die Bilfinger nur gegen den Tabellenletzten TSV Strümpfelbrunn ein Spiel. Die letzten 4 Partien zeigte der Aufsteiger dann wieder sehr ansprechende Leistungen (2-2-0) und kletterte so in der Tabelle um einige Plätze nach oben. Mit Torjäger Oguzhan Celebi stellen die Bilfinger den zweitbesten Torschützen der Liga (13 Saisontreffer). Er alleine kommt auf knapp 60 Prozent aller erzielter Tore. Bei 5 Punkten Vorsprung auf einen Abstiegs-Relegationsplatz, darf jedoch der Blick in den Tabellenkeller nicht aus den Augen verloren gehen.

FC Zuzenhausen vs VfB Eppingen v. li. im Zweikampf Florian Jost (Zuzenhausen) gegen Stefan Stötzel (VfB Eppingen). Bild. Lörz
FC Zuzenhausen (11.) 18 Punkte 21:25 Tore
Die Zuzenhausener kamen ganz ordentlich in die Saison hinein. Nach 10 Spieltagen stand nur eine einzige Niederlage in der Statistik (3-6-1). Aber die vielen Punkteteilungen brachten die Kraichgauer in der Tabelle nicht nach oben. Ab dem 11. Spieltag geriet die Elf von Trainer Dietmar Zuleger in eine Krise. Aus den letzten 6 Ligaspielen, ging der FC insgesamt fünfmal als Verlierer vom Platz. Nur einer der Topfavoriten, der VfR Mannheim, erwies sich als Aufbaugegner und unterlag völlig überraschend in Zuzenhausen mit 2:0 Toren. Im letzten Spiel vor der Winterpause ging auch noch das Kraichgau-Derby gegen den VfB Eppingen mit 3:4 Toren verloren. Die Zuzenhausener werden gleich zu Rückrundenbeginn gegen vermeintlich leichtere Gegner kräftig punkten müssen, denn im Saison-Finish warten gleich fünf Hochkaräter hintereinander.
FV Lauda (12.) 16 Punkte 19:38 Tore
Der Vorjahres-Vierte hat enttäuscht (5-1-10). Insbesondere auswärts treten die Taubertäler wie ein Abstiegskandidat auf (1-0-8). Bei nur 3:25 Auswärtstoren zeigt sich die Schwachstelle des FVL deutlich. Auf eigenem Platz (4-1-2) zeigt die Wöppel-Elf hingegen ein ganz anderes Gesicht. Auf der einen Seite muss der FV Lauda an seiner Offensivschwäche arbeiten (19 Saisontore). Hier zeigt sich nur Chris Moschüring (6 Saisontreffer) hin- und wieder treffsicher.
Nikola Ilic und Goran Jurjevic kamen beide bislang nur auf jeweils 4 Saisontore. Auf der anderen Seite wird man gerade in der Fremde anders auftreten müssen, um auch auswärts etwas Zählbares zu erwirtschaften. Gelingt es Lauda nicht, den Schalter entscheidend umzulegen, dann wird es bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt gehen.

Die Kirchheimer hatten in der Hinrunde zu selten Grund zum jubeln. Nur im Badischen Pokal funzte es so richtig. Bild: Lörz
SG Heidelberg-Kirchheim (13.) 15 Punkte 25:34 Tore
Es kann nicht der Anspruch der Heidelberger sein, um den Klassenerhalt zu spielen. Der Waldhof-Bezwinger (Badischer Pokal) steht aktuell auf einem Abstiegs-Relegationsplatz und läuft Gefahr, in der nächsten Saison in der Landesliga Rhein-Neckar gegen den Ball zu treten. Mit nur 4 Saisonsiegen aus 16 Partien, bleibt die SGK hinter den eigenen Erwartungen zurück. So war es auch nicht verwunderlich, als Trainer Thorsten Moser am 9. Spieltag, nach der 0:4 Heimniederlage gegen Weinheim, gehen musste. Spieltrainer Jonas Rehm übernahm für drei Spiele die Verantwortung an der Seitenlinie (1-0-2). In seine kurze Ära fiel der sensationelle 4:2 Sieg über den VfR Mannheim. Ab dem 13. Spieltag war Neu-Coach Manuel Wengert für das Team verantwortlich. Mit drei Niederlagen in Folge legte Wengert einen Fehlstart hin – Kirchheim rutschte in der Tabelle weiter ab. Am letzten Spieltag vor der Winterpause gelang zumindest gegen den auswärtsschwachen FV Lauda ein 4:0 Sieg. Danach folgte die Pokalsensation. Im Halbfinale des BFV-Rothaus Pokals warf der „Underdog“ den großen Favoriten SV Waldhof mit 7:6 nach Elfmeterschießen aus dem Pokal. Der Einzug ins Badische Pokal-Finale ist ein Highlight für den Verein, aber der Ligaverbleib definitiv wichtiger. Die Heidelberger werden in der Rückrunde richtig Gas geben müssen.
TSV Reichenbach (14.) 12 Punkte 16:34 Tore
Bei den Reichenbachern fand eine große Fluktuation im Kader statt. Viele Spieler verließen den Verein, darunter auch einige erfahrene Akteure. Trainer Haris Serifovic hatte die schwierige Aufgabe, eine nahezu neu zusammengestellte Mannschaft zu formen. Fast alle Akteure sind unter 22 Jahre alt, so dass der TSV den wohl jüngsten Kader der Liga hat. Der Schuss ging erwartungsgemäß auch nach hinten los. Schnell fand sich der TSV im Tabellenkeller wieder. Vor allem die Heimschwäche war eklatant (0-0-7/2:19). Zwar spielte das junge Team einen „flotten Ball“ und versteckte sich gegen keinen Gegner, aber die Unerfahrenheit in der Mannschaft spiegelte sich an den Gegentoren wieder. Während man eigene Chancen zu Hauf liegenließ, schlug der Gegner meist eiskalt zu. Zumindest klappte es auswärts ganz gut bei den Reichenbachern (4-0-5), so dass mit 12 Punkten der Zug noch nicht endgültig abgefahren ist. Vor allem in der Offensive besteht beim TSV akuter Handlungsbedarf, wenn es nicht nächste Spielzeit in die Landesliga Mittelbaden gehen soll.

Für Viernheim wird es eng. Szene aus TSV Amicitia – Heddesheim. Fortunas Eduard Hartmann am Ball. Neben ihm Viernheims Burak Gülmez. Bild: Berno Nix
TSV Amicitia Viernheim (15.) 10 Punkte 22:46 Tore
Es sieht nicht gut aus, für die Viernheimer. War der Fusionsclub noch letzte Saison in der Spitze der Liga beheimatet, so geht es diese Saison einzig um den Klassenerhalt. Die Ausgaben für den Spielbetrieb wurden drastisch reduziert, so dass gleichzeitig auch die sportlichen, einhergehend mit den personellen Möglichkeiten – begrenzt wurden. Sicherlich hatte man im Verein um die schwierige Aufgabe gewusst, aber gleichzeitig dachte man wohl auch, mit einem stark verjüngten Team und talentierten Spielern trotzdem nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben. Auswärts (1-2-5) war man zumeist Punktelieferant und auf eigenem Platz (1-2-5) ist man zweitschwächstes Team der Liga. 46 Gegentore sind ebenfalls eindeutig zu viel. Nur Strümpfelbrunn kassierte mehr Gegentreffer (61). Dabei spielen die Viernheimer gar keinen so schwachen Ball. Das Team ist läuferisch stark und etliche Spieler sind technisch beschlagen. Es fehlt der „Knipser“ im Team von Trainer Steffen Usler und es fehlt an Erfahrung. Können sich die Südhessen in der Rückrunde personell nicht stärker aufstellen, geht es wohl eine Klasse tiefer.
TSV Strümpfelbrunn (16.) 6 Punkte 12:61 Tore
Der letztjährige Meister der Landesliga Odenwald ist in der Verbandsliga chancenlos. Nur ein Sieg aus 16 Spielen reicht nicht für den Erhalt der Spielklasse. Mit dem Aufstieg in die höchste Amateurklasse Nordbadens hatten die Verantwortlichen vor der Saison 2015/2016 auch nicht gerechnet. Man war selbst über den Titelgewinn in der Landesliga überrascht. So kann der TSV einige Superlativen für sich behaupten. Auswärtsschwächstes Team (0-0-7). Man hat die wenigsten Treffer erzielt (12), die meisten Gegentreffer kassiert (61). Auswärts erlitt man die höchste Niederlage (12:0 in Bruchsal) und auf eigenem Platz bekam kein Team eine höhere Klatsche (1:7 Reichenbach). Das Abenteuer Verbandsliga wird am 25.05.2017 beendet sein, denn dann geht es zum letzten Saisonspiel nach Reichenbach, bevor man 2017/2018 wieder in der Landesliga Odenwald an den Start gehen wird.
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