Heddesheims Morad El Wardi (blau) am Ball. Szene aus dem Spiel der Fortuna gegen Zuzenhausen. Bild: Kowollik
Weinheim vs. Heddesheim / Zweiter gegen Erster / Spitzenfight in der Verbandsliga Nordbaden
TSG 1862 Weinheim | erstellt am Mi. 05.10.2016
Wenn Schiedsrichterin Sonja Kuttelwascher am Sa. den 08.10. um 15:00 Uhr die Partie zwischen der TSG 62/09 Weinheim und dem FV Fortuna 1911 Heddesheim anpfeift, dann hoffen die Protagonisten beider Clubs auf zahlreichen Zuschauerzuspruch.
Zum einen ist es das Spitzenspiel überhaupt, wenn der Tabellenzweite Weinheim, den Überraschungs-Tabellenführer und Aufsteiger Heddesheim empfängt. Zum anderen findet bei den Weinheimern zudem das Oktoberfest der Fußballabteilung im Sepp-Herberger Stadion statt.

Szene aus dem Pokalspiel TSG Weinheim – Fortuna Heddesheim (1:0). Links Heddesheims Nelson Nsowah, rechts Weinheims Gregor Zimmermann.
Oktoberfest der Fußballabteilung
Festbieranstich, Frühstück mit Bayerischen Schmankerl und u.a. ein Bayerischer Dreikampf sind mit Sicherheit ein Anziehungspunkt für „Groß und Klein, für Jung und Alt“. „Wir hoffen auf regen Andrang zum Oktoberfest und natürlich auch zum Spiel gegen Heddesheim. Ich glaube, das haben sich beide Mannschaften redlich verdient, nach 7 Spieltagen“, so Weinheims Trainer Dirk Jörns.
Und in der Tat: Die Weinheimer stehen erwartungsgemäß weit oben in der Tabelle (2.). Sechs Siege und eine Niederlage, das macht in der Summe 18 Punkte für die Bergsträßer. Einen Punkt besser ist der Aufsteiger aus Heddesheim platziert (6-1-0). Beeindruckend dabei das Torverhältnis von 19:2 Toren. Viele wussten, wie stark die Heddesheimer auch in der neuen Liga spielen könnten, aber damit hatte wohl kaum jemand gerechnet.

Thorsten Kniehl (Heddesheim) musste zuletzt pausieren. Der Torjäger laboriert an einer Adduktorenverletzung. Foto: S. Hofmann.
Fortuna Heddesheim „rockt“ als Aufsteiger die Liga
Mittlerweile muss man auch anerkennen, dass die Fortuna bei ihren Darbietungen auf dem Fußball-Rechteck sehr überzeugt hat und wohl auch bislang diesen „einen Tick“ stärker auftrat, als die Weinheimer und der VfR Mannheim (3.), die beide ebenfalls sehr souverän agierten.
Vor allem der 3:0 Erfolg über den FC Zuzenhausen war sehr eindrucksvoll. Die Kraichgauer waren in zuvor 12 Ligaspielen ungeschlagen gewesen – in Heddesheim waren die Zuzenhausener chancenlos, kamen in den 90 Minuten nicht zu einer einzigen gefährlichen Aktion. Die Heddesheimer hingegen, ließen Ball und Gegner laufen – trafen auch ohne die verletzten Stürmer Daniel Gulde, Thorsten Kniehl und Paul Stro.
Ja, das ist sensationell, wie wir die vielen personellen Ausfälle wegstecken. Mit Benni Schäfer (3 Wochen Ausland) und Richard Wegmann (langzeitverletzt) sind jedoch auch wieder Rückkehrer im Team. Das lässt Spielraum, bietet Alternativen“, so Heddesheims Coach Rene Gölz.
Dirk Jörns sieht in der Fortuna eine „sehr harte Nuss“. Man muss das anerkennen. Die Heddesheimer spielen einen starken Ball und sind auch in der Breite stark aufgestellt. Die können auch mal vier, fünf Ausfälle kompensieren, ohne einen Qualitätsverlust zu haben. Daher wissen wir, was da am Samstag auf uns zukommt.“
Fortuna Coach Rene Gölz. Keiner arbeitet in den letzten Jahren erfolgreicher. Drei Aufstiege in vier Spielzeiten. Als Neuling steht Gölz mit seiner Mannschaft auch in der Verbandsliga an der Tabellenspitze. Foto: Hofmann
Weinheim gab nur am ersten Spieltag die volle Punktzahl ab, das war beim VfR Mannheim (2:0).
„Wir hätten genauso gut gewinnen können, da haben Nuancen über Sieg und Niederlage entschieden“, trauert Jörns diesen verlorenen Punkten dennoch nicht nach. Da gibt es auch keinen Grund, denn in der Folge holten die Weinheimer sechs Siege in Serie (22:7 Tore).
Etwas Glück hatten Torjäger Ilhan und Co. am Sonntag beim Derby in Viernheim. Ein zwischenzeitlicher 4:2 Rückstand konnte noch in ein 4:5 gedreht werden. „Man of the Match“ war dabei Cihad Ilhan mit vier Treffern. Es waren seine Saisontreffer 4, 5, 6 und 7 in der laufenden Saison. „Am Ende sollen es mehr als 20 werden“, so das ehrgeizige Ziel des „Knipsers“.
Auch Heddesheim hat seine „Knipser“, aber die liegen derzeit alle „auf Eis“. Daniel Gulde verletzte sich am 4. Spieltag, fällt die gesamte Hinrunde aus. Thorsten Kniehl plagt sich seit Saisonbeginn mit Patellasehnenproblemen, hinzu kamen Adduktorenprobleme. „Thorsten musste gegen Zuzenhausen aussetzen. Wir glauben nicht, dass er bis zum Weinheim-Spiel einsatzfähig ist“, sagt Rene Gölz drei Tage vor dem Spitzenfight.
Und Dirk Jörns, wie ist seine Einschätzung für das Spitzenspiel? „Es wird eine enge Kiste werden, aber wir wollen das Spiel natürlich gewinnen und somit an Heddesheim in der Tabelle vorbeiziehen.“ Und Kollege Rene Gölz? „Weinheim hat ein eingespieltes Team, mit hoher Qualität. Wir wollen uns besser präsentieren, als im Pokalspiel (1:0 für Weinheim). Wir wollen immer jedes Spiel für uns entscheiden, egal wer der Gegner ist. Also wird das auch in Weinheim so sein. Die Mannschaft „brennt“ auf dieses Spiel bereits jetzt.“

TSG-Coach Dirk Jörns will mit seiner Mannschaft diese Saison den „großen Sprung“ in die Oberliga schaffen. Die Konkurrenz schläft jedoch nicht. Nun gilt es, die Heddesheimer aus dem Wege zu räumen. Bild: Nix
In den bisherigen Vergleichen hat Weinheim die „Nase vorne“ (2-1-1)
Weinheim – Heddesheim 0:1 (Testspiel 2014)
Heddesheim – Weinheim 0:4 (Pokalspiel 2014)
Heddesheim – Weinheim 0:0 (Testspiel 2015)
Weinheim – Heddesheim 1:0 (Pokalspiel 2016)
Anpfiff im Weinheimer Sepp-Herber Stadion ist am SA. 08.10.2016 um 15:00 Uhr. Die Partie wird von Sonja Kuttelwascher geleitet, an der Linie stehen Leonardi Cinquemani und Patrick Mattern.
zurück