Heddesheims Leon Edobor (nicht im Bild) erzielte nach 3 Minuten die 1:0 Führung. Bild: Alfio Marino

Heddesheims Leon Edobor (nicht im Bild) erzielte nach 3 Minuten die 1:0 Führung. Bild: Alfio Marino

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Heddesheim verliert Spitzenspiel in zweifacher Unterzahl gegen Bruchsal 2:3 (2:1)

Verbandsliga | erstellt am So. 10.05.2026

Es war angerichtet in Heddesheim. Sonniges Wetter, ein perfekt daliegender Rasenplatz und die 150 Zuschauer waren gespannt auf das Spitzenspiel zwischen Heddesheim und Bruchsal. Die Fortunen hätten mit einem Sieg die Badische Vizemeisterschaft so gut wie sicher eintüten können, auch wenn man schon vor Wochen von einem etwaigen Aufstiegsrecht offiziell Abstand nahm.

Nach 6 Minuten erhöhte Leon Edobor (ganz links) mit seinem 2. Treffer auf 2:0. Bild: Alfio Marino

Heddesheim startete furios: Leon Edobor traf früh zweimal (3./6.), das 3:0 verpasste Lotfi Graidia nur ganz knapp (9.). Danach ließen die Gastgeber weitere sehr gute Umschaltsituationen ungenutzt. Ab der 20. Minute übernahm Bruchsal die Kontrolle und kam nach mehreren Eckbällen durch Hirt zum 2:1 (23.) Anschluss, nachdem Keeper Lutz am Ball vorbeigriff. Kurz darauf blieb ein Strafstoßpfiff nach einem zweifachen Handspiel (27.) durch Bruchsals Wiczynski, wie auch die Videoaufzeichnung im Nachgang bewies, ungeahndet.

Vorstand Manfred Jordan erinnerte an das Hinspiel, in dem zwei klare Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Justin Bechtel (Feldverweis und Strafstoß) nach einer Heddesheimer 1:0 Führung noch eine 1:2 Niederlage zur Folge hatte.„Wir haben dem Verband seinerzeit diese beiden spielentscheidenden Fehlentscheidung mit Videomaterial zukommen lassen. Und auch diese Spielleitung vom Samstag kann man nur als Skandalös bezeichnen.“

Bis zur Pause hatte Bruchsal mehr Ballbesitz, ohne weitere klare Torchance. Auch nach dem Seitenwechsel dominierten die Gäste optisch. Beim langen Ball zum 2:2 agierte Keeper Lutz zu zögerlich, Jonas Malsam nutzte die Gelegenheit zum 2:2 Ausgleich (60.), der zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient war.

Heddesheims Cheftrainer René Gölz (vorne) frustriert und enttäuscht, wie sein Team durch die Schiedsrichterleistung benachteiligt wurde. Dahinter der Sportliche Leiter Sait Yalman, der ebenfalls bedient war. Bild: Alfio Marino

In der 67. Minute sorgte der Referee erneut für Aufregung: Innenverteidiger Nestor Djengoue sah nach einem sauberen Zweikampf (Videobeweis) Gelb-Rot. Innenverteidiger und Kapitän Malchow flog nur 20 Sekunden später nach Reklamieren ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz. „Es muss dem Kapitän zugestanden sein, mit dem Schiedsrichter zu sprechen. Er hat das nicht zugelassen und seine Intervention mit gelb und Sekunden später mit gelbrot geahndet“, war nicht nur Yalman erzürnt.

Heddesheim spielte damit fast 30 Minuten, inklusive der Nachspielzeit in doppelter Unterzahl.

Die Heddesheimer verteidigten mit 8 Feldspielern lange tapfer, mussten aber in der 86. Minute das 2:3 hinnehmen. In der Nachspielzeit blieb ein eindeutiges Foulspiel an Florian Djahini an der Strafraumgrenze ungeahndet (90.+6). So war auch die letzte Möglichkeit der Heddesheimer unterbunden worden.

Kurz vor Ende der regulären Spielzeit mussten die Heddesheimer in zweifacher Unterzahl das 2:3 einstecken. Bild: Alfio Marino

Cheftrainer Rene Gölz analysierte die Partie differenziert:
„Wir haben hervorragend begonnen und die ersten 20 bis 25 Minuten sehr stark gespielt. Nach dem 2:0 für uns können wir nachlegen, spielen das aber nicht konsequent aus. Danach hat Bruchsal Druck aufgebaut und wir haben zu viele Standards zugelassen. Das 2:1 war deshalb nicht unverdient. In der zweiten Halbzeit standen wir zu tief, das war nicht unser Plan, sodass auch das 2:2 in der 60. Minute nicht unverdient war.“

Zur Schiedsrichterleistung fand aber auch der Trainer deutliche Worte:
„Ich äußere mich normalerweise nicht über Schiedsrichter, aber dieser Schiedsrichter war bei unseren Spielen mit Abstand der schwächste Referee seit vielen Jahren. Hin- und Rückspiel derart gegen uns zu beeinflussen, hat mit Unparteilichkeit wenig zu tun. Wir haben grundsätzlich Respekt vor Schiedsrichtern, aber diese Leistung war nicht akzeptabel. Ich habe das erste Mal in meiner Trainertätigkeit ernsthaft überlegt die Mannschaft nach den zwei Feldverweisen vom Platz zu nehmen.“

HEDD: Lutz – Szarka, Graidia (72.Esslinger), Djengoue, Kronmüller (55. Djahini), Cultrera (68. Gessel), Malchow, Butscher, Edobor (89. Karakaya), Marsal, Schwöbel.

Tore: 1:0 Edobor (3.), 2:0 Edobor (6.), 2:1 Hirth (23.), 2:2 Malsam (60.), 2:3 Marton (86.).
Bes. Vorkomnisse: Gelbrot gegen Heddesheims Djengoue (67.) und Gelbrot gegen Heddesheims Oliver Malchow (67.).
Zuschauer: 150.
Schiedsrichter: Justin Bechtel (Hoffenheim)

Pressemitteilung FV Fortuna Heddesheim

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