Fabian Geckle in dieser Saison wieder im Trikot des SV Spielberg. Hier Geckle (rot) im Zweikampf mit Heddesheims Mohammad Biazid (blau). Bild: Alfio Marino
Fabian Geckle – die Tormaschine vom Talberg ++ Ein Torjäger mit außergewöhnlicher Beständigkeit
Verbandsliga | erstellt am Di. 15.09.2026
sport-kurier. Manche Stürmer erleben eine Saison, in der nahezu alles gelingt. Sie treffen aus fast jeder Position, gewinnen die Torjägerkrone und zehren noch Jahre später von diesem einen außergewöhnlichen Spieljahr. Bei Fabian Geckle ist das anders.
Der 30-Jährige trifft nicht nur während einer besonders guten Saison. Er trifft Jahr für Jahr, für unterschiedliche Vereine und unabhängig davon, ob er in der Landesliga oder in der Verbandsliga spielt.
Trainer wechseln, Mitspieler wechseln, Spielsysteme verändern sich – Geckle trifft weiter.
Diese außergewöhnliche Beständigkeit macht den 1,86 Meter großen Angreifer zu einem der herausragenden Torjäger des nordbadischen Amateurfußballs. Beim SV Langensteinbach, der SpVgg Durlach-Aue, dem 1. FC Bruchsal, dem SV Spielberg und dem FV Fortuna Heddesheim stellte er seine Qualitäten immer wieder unter Beweis.
Seit dieser Saison trägt er erneut das Trikot des SV Spielberg. Und auch nach seiner Rückkehr an den Talberg macht Geckle wieder das, was ihn seit mehr als einem Jahrzehnt auszeichnet: Tore erzielen.
Ein Torjäger mit besonderem Instinkt
Es ist nicht allein ein besonders harter Schuss. Die besten Torjäger besitzen etwas, das sich nur schwer trainieren lässt: Sie erkennen früher als andere, wohin sich eine Spielsituation entwickeln wird. Während die Abwehrspieler noch auf den Ball reagieren, bewegt sich der Torjäger bereits in den Raum, in dem dieser wenige Augenblicke später landen könnte. Er wartet nicht auf die Torchance. Er erahnt sie.
Genau darin liegt eine der großen Qualitäten Fabian Geckles. Der Linksfuß hält sich bevorzugt im Sturmzentrum auf, ist aber keineswegs auf Abschlüsse aus kurzer Entfernung beschränkt. Er trifft mit platzierten Schüssen, aus mittlerer Distanz, nach schnellen Kombinationen, aus spitzem Winkel und vom Elfmeterpunkt. Geckle benötigt häufig nur wenige Kontakte. Ballannahme, kurze Orientierung, Abschluss – Tor. Die eigentliche Leistung findet oftmals bereits Sekunden zuvor statt: der richtige Laufweg, das Lösen vom Gegenspieler und das Gespür für den freien Raum.
Sein linker Fuß als Markenzeichen
Geckle ist ein klassischer Mittelstürmer, aber kein reiner Strafraumspieler. Er kann Bälle behaupten, sich fallen lassen und seine Mitspieler einsetzen. Seine größte Stärke bleibt jedoch der Torabschluss. Gibt ihm ein Gegenspieler nur einen Moment zu viel Zeit oder einen halben Meter zu viel Raum, kann die Situation bereits entschieden sein.
Wie vielseitig Geckle abschließen kann, zeigte er zuletzt beim 3:2-Heimsieg des SV Spielberg gegen den zuvor ungeschlagenen VfB Eppingen. Zunächst traf er nach einer geschickten Ballannahme mit einem Schlenzer in das rechte untere Eck. Seinen zweiten Treffer erzielte er aus spitzem Winkel ins lange Eck. Zwei Tore, zwei unterschiedliche Abschlusssituationen – aber jeweils derselbe Torjägerinstinkt.
Jahr für Jahr zweistellig
Die besondere Geschichte seiner Karriere ist nicht ein einzelnes Tor und auch nicht eine bestimmte Saison. Es ist die Konstanz über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren. Schon beim SV Langensteinbach entwickelte sich Geckle zu einem der auffälligsten Angreifer der Landesliga Mittelbaden. Nach seinem Wechsel zur SpVgg Durlach-Aue bewies er, dass seine Qualitäten auch eine Klasse höher zur Geltung kommen. Beim 1. FC Bruchsal setzte er seine Laufbahn mit weiteren zweistelligen Saisonbilanzen fort. Anschließend begann seine erste große Zeit beim SV Spielberg.
Zwischen 2020 und 2024 prägte Geckle die Spielberger Offensive. Nach der verkürzten Saison 2020/21 entwickelte er sich endgültig zum dominierenden Torjäger der Verbandsliga Baden. Nach Angaben des SV Spielberg gewann er während dieser Zeit dreimal die Torjägerkrone.
Die Gegner wussten genau, welcher Spieler ausgeschaltet werden musste. Trotzdem fanden sie nur selten ein dauerhaft wirksames Mittel gegen ihn.
46 Tore in einer Saison
Als Geckle den SV Spielberg 2024 verließ und zur SpVgg Durlach-Aue wechselte, änderte sich das Trikot – nicht aber seine Treffsicherheit. In der Landesliga Mittelbaden erreichte er eine persönliche Bestmarke, die nur schwer zu überbieten sein dürfte. Geckle erzielte in 31 Ligaspielen unglaubliche 46 Tore. Das entspricht einem Durchschnitt von fast eineinhalb Treffern pro Begegnung. Er wurde Torschützenkönig und führte Durlach-Aue zur Vizemeisterschaft. Nahezu jeder Gegner bereitete sich gezielt auf ihn vor. Stoppen konnten ihn die wenigsten. Gerade das unterscheidet einen guten Angreifer von einem außergewöhnlichen Torjäger: Geckle trifft nicht, weil ihn die Gegner unterschätzen. Er trifft, obwohl sie genau wissen, welche Gefahr von ihm ausgeht.

Auch in Heddesheim sofort erfolgreich
Zur Saison 2025/26 wechselte Geckle zum FV Fortuna Heddesheim. Erneut musste er sich in eine neue Mannschaft und ein anderes Spielsystem einfügen. Eine längere Anlaufzeit benötigte er nicht. Bereits bis zur Winterpause hatte der Mittelstürmer 18 Treffer erzielt. Beim 3:1-Auswärtssieg in Eppingen im März folgte sein 19. Saisontor. Besonders eindrucksvoll war sein Viererpack beim 8:0 gegen die TSG 62/09 Weinheim. Gegen den damaligen Tabellenführer 1. FC Mühlhausen erzielte er den entscheidenden Treffer zum 2:1. Geckle bewies damit erneut, dass er nicht nur gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellenbereich trifft, sondern auch in Spitzenspielen den Unterschied ausmachen kann. Auch in der Saison 2025/26 bestätigte Geckle seine außergewöhnliche Beständigkeit: Mit 25 Treffern für Fortuna Heddesheim sicherte er sich erneut die Torjägerkanone der Verbandsliga Baden.
Rückkehr an den Talberg
Im März 2026 verkündete der SV Spielberg die Rückkehr seines früheren Torjägers. Geckle unterschrieb einen Zweijahresvertrag und kehrte zu jenem Verein zurück, bei dem er bereits dreimal Torschützenkönig der Verbandsliga geworden war. Schon in den ersten Begegnungen zeigte sich, dass er nichts von seiner Gefährlichkeit eingebüßt hat. Beim 3:2 gegen den VfB Eppingen legte Geckle mit zwei Treffern den Grundstein für den wichtigen Heimsieg.
Ein besonderes Wiedersehen gab es zuvor bei Fortuna Heddesheim. Mit seinem neuen und zugleich früheren Verein kehrte Geckle an seine alte Wirkungsstätte zurück. Der SV Spielberg unterlag den Fortunen knapp mit 0:1. Ausgerechnet gegen seine ehemaligen Mannschaftskameraden blieb der Torjäger ohne Treffer. Es gehört zu den wenigen Begegnungen dieser Saison, in denen Geckle nicht erfolgreich war. Gleichzeitig zeigte dieses Spiel, dass auch eine Mannschaft, die seine Laufwege und seine Abschlussqualitäten aus der täglichen Zusammenarbeit genau kennt, einen enormen Aufwand betreiben muss, um ihn vom eigenen Tor fernzuhalten.
Bei fabian Geckle handelt sich nicht um eine kurze Erfolgsphase und nicht um eine einzige Saison, in der ihm alles vor die Füße fiel. Hinter seiner Bilanz stehen mehr als ein Jahrzehnt, verschiedene Mannschaften, mehrere Trainer und unterschiedliche Spielsysteme. Geblieben ist seine wichtigste Eigenschaft: Fabian Geckle weiß, wo das Tor steht.
Natürlich lebt auch ein Torjäger von seinen Mitspielern. Von präzisen Zuspielen, Flanken, gewonnenen Zweikämpfen und einer Mannschaft, die gemeinsam Möglichkeiten erarbeitet. Doch am Ende benötigt jedes erfolgreiche Team einen Spieler, der aus diesen Vorarbeiten Tore macht. Einen Angreifer, der in den entscheidenden Situationen die Ruhe behält und nicht viele Möglichkeiten benötigt.
Fabian Geckle ist genau dieser Spieler.
Er muss nicht ständig spektakulär wirken. Seine größte Qualität ist seine Konsequenz. Manchmal braucht er nur eine Ballberührung, manchmal einen präzisen Schlenzer und manchmal jenen halben Schritt, den er seinem Gegenspieler voraus ist.
Mit 30 Jahren ist seine Karriere noch längst nicht beendet. Seine aktuellen Auftritte im Spielberger Trikot lassen erwarten, dass noch zahlreiche Treffer hinzukommen werden.
Deshalb lautet die Frage nicht, ob Fabian Geckle weiter treffen wird.
Die spannendere Frage ist: Wie viele Tore werden es am Ende sein?
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