Waldhof-Präsident Steffen Künster bei der Ansprache an die Mitglieder des Vereins. Bild: AS Sportfotos

Waldhof-Präsident Steffen Künster bei der Ansprache an die Mitglieder des Vereins. Bild: AS Sportfotos

SV Waldhof Mannheim – Der Weg ist frei +++ Breite Mehrheit für die Ausgliederung in eine Spielbetriebs GmbH

Regionalliga | erstellt am Fr. 31.07.2015

297 der 317 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder erteilten dem Vorstand bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung in offener Abstimmung am Donnerstagabend im Capitol den Auftrag, die Ausgliederung der 1. Mannschaft unter vorgegebenen Rahmenbedingungen in eine Spielbetriebs GmbH voranzutreiben.

In einer weiteren Versammlung im Laufe der neuen Saison müssen die Mitglieder über das Ergebnis dieser Bemühungen erneut abstimmen. Bei dieser zweiten Versammlung muss der Vorstand um Präsident Steffen Künster dann Ross und Reiter, sprich den Namen des Investors, der mit mindestens einer Million Euro einsteigen muss, dann nennen.

Wer mit „Ja“ stimmte, konnte also gar nichts falsch machen. Positiver Nebeneffekt: Nun kann auch die Sportliche Abteilung durchstarten, denn die Mehrheit der Sponsoren aus dem Kreis der „Mannheimer Runde“ machte ihr Engagement von einer Entscheidung pro Ausgliederung abhängig. Nun stehen dem Club für die nächsten drei Jahre rund 2,4 Millionen Euro zur Verfügung, die in die Mannschaft investiert werden können.

SV Waldhof 1907 Auserordentliche Mitgliederversammlung 2015 l-r:OB Dr.Peter Kurz- sitzend Klaus Hafner, Steffen Künster und Klaus Rüdiger Geschwill. Bild: AS Sportfotos

 

Zu Beginn der Versammlung, die traditionell um 19.07 Uhr begann, meldete sich Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz zu Wort. „Der SV Waldhof ist für die Stadt von großer Bedeutung und eine national bekannte Marke sowie der Verein in Mannheim, der am ehesten das Potenzial, die Anhängerschaft und die Tradition hat, wieder im bezahlten Fußball Fuß zu fassen“, sagte der OB.

Er erinnerte in diesem Zusammenhang an den „Wahnsinn Waldhof“, als der SVW als Oberligist gegen Illertissen einen neuen Zuschauerrekord für diese Liga aufstellte. In der Vergangenheit hätte man unter seiner Mitwirkung schon einen großen und zwei kleine Anläufe unternommen und sei immer gescheitert. Eine Ausgliederung garantiere zwar keinen Erfolg, verspreche aber Stabilität und sei ein solider Weg.

Danach erläuterte Präsident Künster die in den letzten zwei Jahren wichtigsten ausgearbeiteten Rahmenbedingungen des Ausgliederungsplans. Durch die vorgegebene 50+1 Regelung bleiben die die Stimmrechtsanteile beim Verein. Des Weiteren muss der Verein bei einer Ausgliederung schuldenfrei sein. Die derzeitigen Verbindlichkeiten von rund einer Million Euro wandern in die Spielbetriebs GmbH und sollen mit einem Sanierungskonzept schrittweise abgebaut werden.

Die Mitglieder des SV Waldhof Mannheim stimmten mit großer Mehrheit für die Ausgliederung in eine Spielbetriebs GmbH. Bild: AS Sportfotos.

Die Jugendabteilung und auch die U23 bleiben unter dem Dach des Vereins. Im Falle des „worst case“, sprich der Pleite der Spielbetriebs GmbH dient die U23 als Auffangbecken, denn Waldhof kann dann in der Liga spielen, in der die Reserve beheimatet ist. Der Aufsichtsrat der GmbH soll aus sieben Mitgliedern bestehen. Damit auch hier die Mehrheit in den Händen des Vereins liegt, nehmen drei Präsidiumsmitglieder sowie ein von den Aufsichtsräten des Vereins ausgewähltes Mitglied vier Plätze ein. Zum  Schluss wurde darauf hingewiesen, dass 75 Prozent der Wahlberechtigten des Antrags auf Ausgliederung zustimmen müssen.

Nur eine Handvoll Wortmeldungen gab es in der folgenden Aussprache. Schnell wurde klar, dass ein Nein bei der Abstimmung auch ein Nein zu Profifußball in Mannheim bedeuten würde. Ein Ja hieße freie Fahrt in eine gute Zukunft, die da Profifußball in Mannheim heißen würde. Die Mitglieder ließen sich überzeugen und stimmten den zur Abstimmung vorgelegten Beschlüssen wie oben erwähnt daraufhin zu.

Als weiteren Tagesordnungspunkt wählten die Mitglieder im Block den neuen Aufsichtsrat des Vereins. Gewählt wurden Ralf Balschbach, Celent Celebi, Jens Hanreich, Kai Kemper, Matthias Niemaeyer, Thorsten Riehle und Markus Ritzmann. Um 20.29 Uhr schloss Künster die Versammlung.  

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