Jonas Kiermeier (Neckarelz) im Zweikampf mit Patrick Haag (SV Waldhof). Marco Bschirrer
SV Waldhof löst nach Remis in Neckarelz das Regionalliga-Ticket für nächste Saison
Regionalliga | erstellt am Sa. 09.05.2015
Am Ende war es dann ein typisches 0:0-Spiel zwischen der SpVgg Neckarelz und dem SV Waldhof, mit dem beide Teams die Eintrittskarte für die kommende Regionalligasaison lösten. „Uns war klar, dass wir auf diesem Platz unser Spiel nicht wie sonst aufziehen können. Wir haben deshalb oft mit langen Bällen operiert, das war auch so geplant“, meinte auf Waldhöfer Seite ein auch diesmal wieder sehr solide agierender Freddy Brill nach dem Abpfiff.

Tolle Stimmung machten die vielen mitgereisten Waldhoffans. Bild: Marco Bschirrer
Der SpVgg-Kapitän Marcel Busch sah beim SV Waldhof die „bessere Spielanlage“, und die führte auch zur ersten Chance des Spiels für die Gäste. Der gefährliche Schuss von Philipp Förster wurde aber im letzten Moment noch von einem Abwehrspieler geblockt (13.). Der gleiche Spieler hatte auch die letzte Möglichkeit des ersten Abschnitts, das Leder ging aber über den Kasten von Simon Wagner (45.). Zweimal musste auf der Gegenseite Markus Krauss eingreifen. Beim Kopfball von Busch und dem Nachschuss von Ugur Beyazal war er auf dem Posten (39.).
„Beide Mannschaften haben sich lange Zeit nur beäugt. Wer die Tabelle lesen kann, der wusste aber um die Ausgangsposition. Ein Unentschieden würde beiden Mannschaften reichen, deswegen scheuten beide Seiten das hundertprozentige Risiko“, analysierte es Neckarelz-Coach Peter Hogen genau richtig. Da wollte Kenan Kocak auf SVW-Seite nicht widersprechen:
„Wir wollten heute den einen noch fehlenden Punkt holen. Neckarelz hat die individuelle Qualität, die ein Spiel entscheiden kann“, erklärte er die eher defensivere Ausrichtung seines Teams, welches er gleich auf mehreren Positionen umgebaut hatte.

Ugurtan Kizilyar (Neckarelz) gegen Khaled Mesfin (SVW) Bild: Marco Bschirrer
Alban Ramaj kehrte nach überwundener Verletzung wieder in die Startelf zurück. In dieser fanden sich auch Frederic Brill, Patrick Haag und Morris Nag. Gar nicht im Kader war der angeschlagene Daniel Di Gregorio, Christian Mühlbauer, Steffen Straub und Juvhel Tsoumou nahmen auf der Bank Platz. Letzterer war es, der nach seiner Einwechslung noch für Torgefahr sorgte. Bei einem Konter bediente Ramaj den bulligen Mittelstürmer, doch Tsoumou schob den Ball alleine und frei vor Wagner am Tor vorbei (78.).
Vergeblich hatten die Odenwälder in dieser Szene auf Abseits reklamiert. Nur 60 Sekunden später hatte Tsoumou seine zweite Möglichkeit, wieder ging der Ball neben das SpVgg-Gehäuse (79.). Auf der Gegenseite ging die alte „Regel“, dass ein Ex-Waldhöfer gegen seinen alten Verein trifft, ebenfalls nicht auf. Sebastian Szimayer mühte sich nach seiner Einwechslung redlich, doch das Tor traf er nicht.

Manuel Hofmann (Neckarelz) im Zweikampf mit Waldhofs Philipp Förster Bild: Marco Bschirrer
Dies war den Odenwäldern am Ende aber „völlig wurscht“, mit dem 0:0 war das Klassenziel erreicht. Auch Kocak kann bei sechs Punkten Vorsprung und einer um 20 Treffer besseren Tordifferenz gegenüber Nöttingen definitiv für die Regionalliga planen. „Es war eine schwierige Saison für uns. Das wir heute wieder klare Chancen liegengelassen haben, zieht sich seit dem ersten Spiel durch unsere Saison.
In den letzten beiden Spielen wird sich daran wohl auch nichts mehr ändern“, rechnet er auch gegen Worms und in Homburg nicht unbedingt mit einem Torfestival seiner Elf. Wie die Torausbeute im kommenden Jahr verbessert werden kann, beschäftigt Kocak schon heute vermutlich mehr wie die letzten beiden Gegner dieser Saison.
SpVgg Neckarelz: Wagner – Kiermeier, Keusch, Hofmann, Bückle – Kizilyar – Beyazal (90.Klotz), Busch, Hogen (84.C. Schäfer), B. Schäfer – B. Müller (46.Szimayer)
SV Waldhof: Krauss – M. Müller, M. Seegert, Neupert, Mesfin – Brill, Lindner – Nag (68.Tsoumou), Förster, P. Haag (77.Straub) – Ramaj (90.+1 N. Seegert)
Schiedsrichter: Kessel (Norheim)
Zuschauer: 520
gelbe Karte: Tsoumou, Brill