Waldhof-Präsident Steffen Künster steht mit seinem Vorstandsteam vor entscheidenden Wochen. Bild: Marco Bschirrer
Pulverfass SV Waldhof? / Club steht wohl am Scheideweg – Alles und Nichts ist möglich
Regionalliga | erstellt am Mi. 27.05.2015
Möglicherweise steht der Klub vor einer deutlich besseren Zukunft, aber noch ist nichts entschieden.
Geschäftsführer Laib soll gehen / Investor Bernd Beetz abgelehnt
Sicher ist offenbar nur, dass Andreas Laib den SV Waldhof verlassen muss. In der Vergangenheit hat sich der Geschäftsführer immer wieder mal mit Präsident Steffen Künster angelegt, so dass der jetzt darauf drängt sich von Laib zu trennen. Dafür nimmt er die Zahlung einer Abfindung in Kauf – und verzichtet auf den Einstieg eines Investors.
Über persönliche Kontakte hat Laib zuletzt Bernd Beetz davon überzeugt, sich bei den Blau-Schwarzen zu engagieren. Der Unternehmer, der mehrere Firmenbeteiligungen hält, stammt aus Mannheim und war bereit, eine Million Euro zur Verfügung zu stellen, damit der SV seine Profi-Mannschaft in eine Spielbetriebs-GmbH ausgliedern kann. Das Geld verlangt der DFB als stille Einlage bei einer Ausgliederung. Allerdings verknüpfte Beetz sein Engagement mit der Bedingung, dass Laib in der GmbH ein Teil der Geschäftsführung sein soll. Und darauf wollte man sich beim Klub nicht einlassen.
Mannheimer Runde hat Plan B in der Tasche / Noch unbekannter Investor
Der Grund dafür ist, dass die Mannheimer Runde einen Plan B in der Tasche hat, um die Million aufzutreiben. Über den Sportrechts-Anwalt Christoph Schickardt besteht offenbar Kontakt zu einem weiteren Investor, der das Geld zur Verfügung stellen will. Die Identität des zweiten Investors wird aktuell noch unter Verschluss gehalten, in etwa zwei Wochen soll das komplette Konzept dann der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Budget soll auf 1,2 Millionen verdoppelt werden
Und das sieht so aus, dass der SVW mit Hilfe des Investors seine Profi-Mannschaft in eine GmbH ausgliedert und die Mannheimer Runde mithilft, einen Etat aufzustellen, mit dem der Klub in den kommenden drei Jahren den Sprung in die Dritte Liga schaffen kann. Im ersten Schritt soll das Budget auf etwa 1,2 Millionen Euro verdoppelt werden. Knapp 800.000 Euro stehen bislang schon als Sponsoring aus dem Kreis der Mannheimer Runde fest. Hinzu kommen knapp 400.000 Euro aus bestehenden Sponsorings des Klubs. Zuschauereinnahmen und weitere Einnahmen sind dann dafür gedacht, die Geschäftsstelle zu finanzieren und dem Gesamtverein Gelder zur Verfügung zu stellen.
„Das ist für den SV Waldhof eine Riesenchance“, sagt Klaus-Rüdiger Geschwill
Der Schatzmeister des SVW baut darauf, dass die Kräfte im Verein gebündelt werden und das Wohl des Klubs im Vordergrund steht. Als Geschäftsführer der noch zu gründenden GmbH steht Stephan Pfitzenmeier zur Verfügung. Der Marketing- und Kommunikationschef der gleichnamigen Fitnesspark-Gruppe ist aktuell dabei, mit Stefan Kleiber, dem Vorsitzenden der Mannheimer Runde, für das neue Konzept zu werben und die Unternehmen der Mannheimer Runde von einem Engagement zu überzeugen.
Klar ist nämlich auch, dass der Aufstieg mit einem Budget von 1,2 Millionen Euro nicht geplant werden kann. Um realistisch vom Sprung in die Dritte Liga träumen zu können, braucht es weitere finanzielle Mittel, denn Klubs wie der 1.FC Saarbrücken oder Kickers Offenbach haben Etats weit über der zwei-Millionen-Grenze.
Sponsoring Mannheimer Runde ist an die Ausgliederung gekoppelt
Die kommenden Wochen werden spannend, denn falls sich der geheimnisumworbene zweite Investor doch noch gegen den SVW entscheidet, steht der Klub vor einem Scherbenhaufen. Die Sponsorings der Mannheimer Runde sind nämlich fast ausnahmslos an die Tatsache gekoppelt, dass der Verein seine Profi-Mannschaft ausgliedert – und dazu braucht es eine Million Euro.
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