VfR Mannheim - SSV Reutlingen, Oberliga Baden-Württemberg, v.l. die Mannheimer Kevin Krüger und Pasqual Pander gegen Reutlingens Jonas Vogler 02.05.2026 / Foto: Berno Nix
Zweite Heimniederlage der Saison ++ VfR Mannheim verliert gegen SSV Reutlingen mit 1:3 (0:0)
Oberliga BW | erstellt am So. 03.05.2026
(mk) Am Ende herrschte beim VfR Mannheim Enttäuschung. Gegen den SSV Reutlingen verpassten die Blau-Weiß-Roten trotz einer zwischenzeitlichen 1:0-Führung den dritten Sieg in Serie und unterlagen letztendlich mit 1:3 (0:0). Nach dem Abpfiff sorgte allerdings nicht nur das Ergebnis für Unzufriedenheit. Auch spielerisch konnten die Quadratestädter wenig überzeugen, wie Cheftrainer Marcel Abele unumwunden zugab. „Ich habe keine gute Leistung von uns gesehen“, hielt der Coach enttäuscht fest.
In der ersten Halbzeit sahen die knapp 500 Zuschauer eine torchancenarme Begegnung. Der VfR schaffte es zu selten, die straff organisierte Reutlinger Abwehr zu überspielen und sich aussichtsreiche Gelegenheiten zu erarbeiten. Auf der anderen Seite taten sich jedoch auch die zweikampfstarken Reutlinger schwer, in der Offensive eigene Akzente zu setzen. Zwar gab es hüben wie drüben den einen oder anderen Torschuss zu notieren, allerdings fehlte es an zwingenden Strafraumaktionen. Beide Mannschaften überzeugten phasenweise mit ansehnlichem Kombinationsfußball, Kapital konnte daraus aber nicht geschlagen werden.
Aufseiten des VfR hatte Lennart Thum nach knapp 25 Minuten die erste gute Mannheimer Chance der Partie. Der blau-weiß-rote Mittelstürmer nahm einen präzisen Steckpass zwar gekonnt an, setzte den Abschluss aber aus spitzem Winkel neben den langen Pfosten (24.). Aufseiten der Gäste hätte wenig später eine Balleroberung in der eigenen Hälfte beinahe zu einem gefährlichen Konter geführt. Aufgrund des aufmerksamen Mannheimer Rückzugsverhaltens zwang die VfR-Defensive den SSV-Stürmer Marcel Sökler jedoch zu einem harmlosen Abschluss aus gut 16 Metern (28.). Kurz vor dem Pausenpfiff kratzte ein Reutlinger Verteidiger nochmals Alexander Mißbachs Kopfball nach einer Ecke von der Linie (45.). „Das war eine energielose erste Halbzeit“, fasste Abele das Geschehen vor dem Pausenpfiff zusammen. Der VfR-Coach vermisste vor allem die erforderliche Durchschlagskraft in der Offensive.
Nach Wiederanpfiff bekamen die Zuschauer zunächst stark verbesserte Rasenspieler präsentiert. Plötzlich schien der VfR die Begegnung in die gewünschten Bahnen zu lenken. Früh konnte die Abele-Elf erste Früchte für den hohen Aufwand ernten. Pasqual Pander setzte sich auf dem rechten Flügel durch und schlug eine wuchtige Flanke ins Strafraumzentrum. Umut Sentürk antizipierte am schnellsten, hielt seinen Schlappen hin und brachte den VfR in Front (52.). Mit der Führung im Rücken agierten die Blau-Weiß-Roten zunächst forsch. Der Tabellenzweite versprühte nun ein gewisses Maß an Dominanz und drängte auf den zweiten Treffer. Trotz spielerischer Vorteile verpassten die Quadratestädter allerdings das 2:0. Speziell in den Umschaltmomenten boten sich Möglichkeiten, die Führung auszubauen, doch der VfR ließ die notwendige Effizienz vermissen. „Wir liefen einige Male frei auf die letzte Kette zu, waren schlussendlich jedoch zu unsauber“, vermisste Abele die finale Konsequenz im Konterspiel.
Das Mannheimer Unglück nahm 20 Minuten vor Abpfiff seinen Lauf. Reutlingens Ausgleich kündigte sich zu diesem Zeitpunkt nicht an. Doch eine Flanke über den rechten Flügel sorgte für Unruhe im blau-weiß-roten Sechzehner. Yannick Toth stocherte das Leder irgendwie in den Kasten und ließ sich von seinen Kollegen und dem lautstarken SSV-Anhang feiern (72.). Fünf Minuten später stieg die Laune bei den Gästefans nochmals deutlich an. Einwechselspieler Maxim Schmalz zog unbedrängt in den Strafraum, ließ seine passiv agierenden Gegenspieler stehen und vollendete das Solo mit einem gefühlvollen Abschluss ins lange Eck (77.). VfR-Keeper David Nreca-Bisinger hatte keinerlei Abwehrchance. In den verbleibenden Spielminuten mobilisierten die Quadratestädter nochmals alle Kräfte, um sich zumindest einen Punkt zu sichern, doch Reutlingens kompakt stehende Defensive ließ keine weiteren VfR-Chancen zu.
Kurz vor Abpfiff führte ein Mannheimer Ballverlust im eigenen Strafraum zum dritten Reutlinger Treffer. Marcel Sökler musste den präzisen Flachpass seines Kollegen nur noch hinter die Linie drücken. „Wir kriegen viel zu einfache Gegentore“, monierte Abele auch die Art und Weise, wie die drei Gegentreffer fielen. „Am Ende“, so der Coach, „verlieren wir ein Spiel, in dem wir einfach nicht gut waren. Daher ist die Niederlage gar nicht mal unverdient.“ Am nächsten Samstag (14 Uhr) möchten die Blau-Weiß-Roten beim FC 08 Villingen die letzten Restzweifel bezüglich der Sicherung des zweiten Tabellenplatzes beiseiteschieben. Zeit zum Trübsalblasen haben die Rasenspieler ohnehin keine. Die heißen Spiele stehen erst noch an.
VfR Mannheim: Nreca-Bisinger – Sentürk (75. Seifert), Kuhn, Mißbach, Akoto (82. Kadner), Marx, Krüger, Mende (46. Paraschiv), Esswein, Pander (73. Okwubor), Thum (67. Berko)
SSV Reutlingen 1905: Binanzer – Hageloch, Toth, L. Kuhn, M. Kuhn (64. Schmalz), Schaal (73. Gorgoglione), Pepic (46. Maurer), Vogler, Riedinger (79. Puseljic), Sökler (90. Sauerborn), Asare
Tore: 1:0 Sentürk (52.), 1:1 Toth (72.), 1:2 Schmalz (77.), 1:3 Sökler (89.)
Schiedsrichter: Niklas Pfau
Zuschauer: 493
Pressemitteilung VfR Mannheim
zurück