VfR-Coach Marcel Abele musste mit seinem Team den späten Ausgleich hinnehmen. Bild: Berno Nix

VfR-Coach Marcel Abele musste mit seinem Team den späten Ausgleich hinnehmen. Bild: Berno Nix

Erneuter Schock in der Nachspielzeit ++ VfR Mannheim kassiert späten Ausgleich gegen Essingen

Oberliga BW | erstellt am Mo. 06.04.2026

(mk) Fassungslosigkeit machte sich in den Gesichtern der Spieler des VfR Mannheim breit. In buchstäblich letzter Sekunde kassierten die Blau-Weiß-Roten gegen den TSV Essingen einen vermeidbaren Gegentreffer zum 2:2 (0:1)-Endstand und gaben wie bereits gegen Gmünd in der Nachspielzeit zwei Punkte aus der Hand. Neben der geknickten Mannschaft wirkte auch VfR-Coach Marcel Abele äußerst unglücklich. Der späte Ausgleichstreffer nagte sichtlich am Cheftrainer. „Das regt mich unfassbar auf“, beschwerte er sich über die nicht vorhandene Zuteilung im Strafraum während dieser Aktion.

Doch bereits vor der Nachspielzeit taten sich die Rasenspieler gegen den Tabellendritten der Oberliga Baden-Württemberg äußerst schwer. Speziell in der ersten Halbzeit verteidigte der zweikampfstarke TSV geschickt und ließ wenige Abschlüsse der Rasenspieler zu. Des Weiteren erschwerte eine suboptimale Passgenauigkeit das Herausspielen hochkarätiger Mannheimer Torchancen. Folgerichtig konnte der VfR aus der rein optischen Überlegenheit kein Kapital schlagen. Neben verunglückten Standardsituationen und ungenauen Flanken fand der letzte Pass häufig keinen Mannheimer Abnehmer.

Ein Abschluss von Jannik Marx im Strafraum, der über das Essinger Gehäuse segelte, war nach gut 20 Minuten die beste VfR-Gelegenheit (23.). Die Partie plätscherte zu diesem Zeitpunkt ein wenig vor sich hin. Großchancen blieben weiterhin Mangelware. „Wir haben insgesamt kein wahnsinnig gutes Spiel gemacht“, gab Abele zu. „Speziell im letzten Drittel sind wir sehr unsauber. Bedauerlicherweise zieht sich dies wie ein roter Faden durch die letzten Wochen.“ Nach einer guten halben Stunde gerieten die Blau-Weiß-Roten sogar in Rückstand. Essingens Top-Torjäger Niklas Groiß kam im Mannheimer Sechzehner unbedrängt zum Abschluss und wuchtete den Ball zur Gästeführung ins lange Eck (31.).

Auf den Gegentreffer folgte zunächst kein blau-weiß-rotes Aufbäumen. Lediglich Enes Tubluks Freistoß aus vielversprechender Position sorgte für einen Hauch Gefahr. Sein Abschluss erwies sich jedoch als zu zentral (37.). Derweil verbuchte Essingen vor dem Pausenpfiff noch zwei weitere Abschlüsse für sich. Zunächst hämmerte Blend Etemi das Leder nach einer schnörkellosen Kombination volley über das Mannheimer Tor (39.), ehe Gökalp Kilic nach einem blau-weiß-roten Ballverlust aus gut 20 Metern abzog. David Nreca-Bisinger tauchte jedoch rechtzeitig ab und parierte (41.). Wenige Augenblicke später traten miesgrämige Quadratestädter den Gang in die Kabinen an. Weder das Ergebnis noch die Leistung stimmten zufrieden.

Nach Wiederanpfiff setzte sich die zähe Angelegenheit zunächst fort. Sichtlich bemühte Rasenspieler schafften es nicht, die gegnerische Abwehrreihe auszuhebeln. Doch nach knapp 70 Minuten überspielte Jannik Marx die Essinger Defensive mit einem langen Ball und bediente den eingewechselten Marvin Kadner mustergültig. Dieser blieb im Eins-gegen-Eins-Duell mit TSV-Keeper Jerome Weisheit kaltschnäuzig und beförderte das Leder ins lange Eck zum Ausgleich (69.). Nun schien das Pendel in Richtung der Rasenspieler auszuschlagen. Das 1:1 gab Auftrieb und ermöglichte weitere Torchancen. Der Jubel war gerade erst verflogen, da hatte Pasqual Pander nach einer Kontersituation bereits den Führungstreffer auf dem Fuß. Weisheit blieb im Eins-gegen-Eins allerdings Sieger (71.).

Kurze Zeit später hätte Pander beinahe via Kopfball den Führungstreffer hergestellt (73.). Der blau-weiß-rote Sieg lag plötzlich in der Luft und war nach 83 Minuten zum Greifen nahe. Weisheit konnte Rafael Akotos Abschluss aus kurzer Distanz nach einem Mannheimer Freistoß von der linken Halbposition zwar noch vereiteln, doch Pander bekam den zweiten Ball zu fassen und köpfte zum Führungstreffer ein (83.). Nun deutete eigentlich alles auf einen Mannheimer Sieg der Moral hin. Essingen mobilisierte zwar nochmals sämtliche Kräfte für die Schlussoffensive, nennenswerte Abschlüsse kreierte der Tabellendritte jedoch nicht. Ausgerechnet in der letzten Aktion des Spiels stimmte jedoch die Zuteilung im blau-weiß-roten Strafraum nicht. Eine Kopfballablage reichte aus, um dem im Mannheimer Sechzehner freistehenden Max Neunhoeffer das 2:2 zu ermöglichen. Während die euphorisierte Essinger Bank freudestrahlend das Spielfeld stürmte, herrschte bei den geschockten Rasenspielern nur noch Katerstimmung.

VfR Mannheim: Nreca-Bisinger – Akoto, Kuhn, Seifert, Stellwagen (90.+3 Mißbach) – Marx, Krüger (77. C. Becker), Esswein, Tubluk (62. Kadner) – Pander (88. Mende), Thum (66. Veselaj)
TSV Essingen: Weisheit – Koci, Biebl (77. Bux), Auracher, G. Kilic, E. Kilic (84. König) – Ruther, Etemi (43. Neunhoeffer), Pfänder (87. Abruscia), Groiß, Leuze (72. Dudda)

Tore: 0:1 Niklas Groiß (31.), 1:1 Marvin Kadner (69.), 2:1 Pasqual Pander (83.), 2:2 Max Neunhoeffer (90.+3)
Schiedsrichter: Christian Eiletz (Assistenten: Stefan Mera-Linz, Stefan Schmidt)
Zuschauer: 308

Pressemitteilung VfR Mannheim

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