ASV Feudenheim - SV Rohrhof, Kreisliga, v.l. Rohrhofs Julien Patsch gegen Feudenheims Leonard Sax 20.09.2025 / Foto: Berno Nix

ASV Feudenheim - SV Rohrhof, Kreisliga, v.l. Rohrhofs Julien Patsch gegen Feudenheims Leonard Sax 20.09.2025 / Foto: Berno Nix

Kreisliga Mannheim vor dem 8. Spieltag: Drei Teams geben an der Spitze den Ton an

Kreisligen | erstellt am Fr. 09.10.2026

sport-kurier. Nach sieben Spieltagen nimmt die Tabelle der Kreisliga Mannheim erste Konturen an. Der SV 98 Schwetzingen und der SC Olympia Neulußheim führen das Feld mit jeweils 18 Punkten an, dicht gefolgt vom SV Enosis Mannheim mit 16 Zählern. Dahinter lauern die SpVgg. Ilvesheim und der SC Pfingstberg-Hochstätt, der eine Begegnung weniger absolviert hat.

Die aktuelle Rangfolge erzählt allerdings nur einen Teil der Geschichte. Während Schwetzingen vor allem durch Stabilität und eine außergewöhnliche Auswärtsbilanz überzeugt, steht Neulußheim für offensiven Spektakelfußball. Enosis präsentiert sich defensiv ähnlich zuverlässig wie der Tabellenführer. Dahinter fallen bei mehreren Mannschaften große Unterschiede zwischen den Leistungen auf eigenem Platz und in der Fremde auf.

SV 98 Schwetzingen: Der Absteiger zeigt Aufstiegsformat

Nach der Niederlage zum Saisonauftakt hat der SV 98 Schwetzingen die passende Reaktion gezeigt und sechs Begegnungen hintereinander gewonnen. Mit einem Torverhältnis von 20:6 besitzt der Landesligaabsteiger gemeinsam mit Enosis Mannheim die beste Defensive der Liga.

Besonders beeindruckend ist die Auswärtsbilanz. Schwetzingen gewann sämtliche vier Begegnungen auf fremden Plätzen und erzielte dabei 14 Treffer bei nur einem Gegentor. Diese Zahlen sprechen für eine Mannschaft, die nicht zwingend dauerhaft den Ball benötigt. Die 98er können aus einer stabilen Ordnung heraus agieren und besitzen genügend Geschwindigkeit und Qualität, um Fehler des Gegners konsequent zu bestrafen.

Auf eigenem Platz lief es mit zwei Siegen und einer Niederlage noch nicht ganz so souverän. Dort muss Schwetzingen häufiger selbst das Spiel gestalten und gegen kompakter verteidigende Gegner Lösungen finden. Dennoch wirkt die Mannschaft derzeit am ausgeglichensten. Sie kann enge Begegnungen kontrollieren, verfügt über Erfahrung und ist offensiv nicht von einem einzigen Spieler abhängig.

Paul Ahrens erzielte fünf Treffer in fünf Einsätzen, Jeff Osei Assibey kommt auf vier Tore. Der Tabellenführer verteilt die Verantwortung auf mehrere Schultern. Das macht Schwetzingen momentan schwer auszurechnen.

SC Olympia Neulußheim: Die spektakulärste Mannschaft der Liga

Wer Tore sehen möchte, ist bei Spielen des SC Olympia Neulußheim bislang richtig. In den sieben Begegnungen der Mannschaft fielen insgesamt 43 Treffer. Mit 27 eigenen Toren stellt die Olympia den besten Angriff, musste aber auch bereits 16 Gegentreffer hinnehmen.

Das jüngste 7:3 gegen Ilvesheim passte perfekt in dieses Bild. Neulußheim besitzt enorme offensive Qualität und kann einen Gegner innerhalb weniger Minuten überrollen. Gleichzeitig lässt die Mannschaft defensiv immer wieder Möglichkeiten zu. In Spitzenspielen könnte diese fehlende Absicherung zum Problem werden.

Auf eigenem Platz holte die Olympia neun Punkte aus vier Begegnungen und erzielte 17 Tore. Auch auswärts ist Neulußheim mit drei Siegen in drei Spielen noch makellos. Der Unterschied zu Schwetzingen liegt weniger in der Punkteausbeute als in der Art und Weise: Während der Tabellenführer häufig kontrolliert und effizient auftritt, sind die Spiele der Olympia deutlich offener.

Eine zentrale Rolle nimmt Julius Grossmann ein. Mit sieben Treffern und vier Vorlagen führt er die Torjägerliste an und war damit an elf Toren direkt beteiligt. Auch Timo Gund, Patrick Morscheid und weitere Offensivspieler sorgen dafür, dass Neulußheim nicht ausschließlich von Grossmann abhängig ist. Die Mannschaft besitzt möglicherweise den gefährlichsten Angriff der Liga – muss aber defensiv stabiler werden, wenn sie den Aufstiegskampf dauerhaft anführen möchte.

SV Enosis Mannheim: Der Titelkandidat bleibt in Schlagdistanz

Enosis Mannheim ging mit hohen Erwartungen in die Saison. Die Verantwortlichen machten aus ihren Ambitionen keinen Hehl und verstärkten den Kader unter anderem mit dem ehemaligen Bundesligaprofi Arthur Boka. Der Saisonstart mit vier Siegen unterstrich, dass Enosis ganz oben angreifen möchte.

Nach der ersten Niederlage in Neulußheim kehrte allerdings etwas Normalität ein. Am vergangenen Wochenende kam der SV beim SC Käfertal nicht über ein 1:1 hinaus und verlor dadurch zwei Punkte auf das Spitzenduo. Von einer Krise kann bei 16 Punkten aus sieben Begegnungen dennoch keine Rede sein.

Die größte Stärke ist die Defensive. Erst sechs Gegentreffer musste Enosis hinnehmen. Im Gegensatz zum offensiv ausgerichteten Neulußheim gewinnt die Mannschaft ihre Spiele häufiger über Geduld, Zweikampfstärke und defensive Organisation.

Besonders überzeugend ist die Heimbilanz. Enosis gewann alle drei Begegnungen vor eigenem Publikum und ließ dabei nur zwei Gegentreffer zu. Auswärts holten die Mannheimer sieben Punkte aus vier Spielen. Der Rückstand auf die beiden Tabellenführer beträgt lediglich zwei Zähler.

Auffällig ist allerdings, dass bislang kein Enosis-Spieler unter den ersten sechs Torjägern der Liga steht. Die 16 Saisontore verteilen sich auf mehrere Akteure. Das macht die Mannschaft schwer berechenbar, doch in engen Begegnungen könnte ein Angreifer fehlen, der aus einer Gelegenheit ein Tor macht. Qualitativ besitzt Enosis dennoch alle Voraussetzungen, um bis zum Saisonende um die Meisterschaft mitzuspielen.

Pfingstberg und Ilvesheim bleiben gefährlich

Der SC Pfingstberg-Hochstätt steht nach sechs Begegnungen bei 13 Punkten und hat damit den Anschluss an die Spitze gehalten. Die Mannschaft besitzt zwar nicht die spektakulären Offensivzahlen Neulußheims, wirkt aber gut organisiert und unangenehm zu bespielen. Vor eigenem Publikum gewann Pfingstberg beide Partien und kassierte dabei nur einen Gegentreffer.

Mit Patrick Chrubasik verfügt der SC zudem über einen zuverlässigen Torjäger. Am achten Spieltag wartet beim SV 98 Schwetzingen nun der bisher anspruchsvollste Test. Ein Auswärtserfolg würde Pfingstberg endgültig zu einem ernsthaften Kandidaten im Aufstiegsrennen machen.

Auch die SpVgg. Ilvesheim steht mit 13 Punkten weiterhin in der Spitzengruppe. Das 3:7 in Neulußheim war allerdings ein deutlicher Rückschlag. Die Mannschaft zeigte nach der Pause zwar Moral, hatte die Begegnung aber bereits durch eine schwache erste Hälfte verloren. Ilvesheim muss nun beweisen, dass die hohe Niederlage lediglich ein Ausrutscher war.

Das breite Mittelfeld und seine extremen Unterschiede

Zwischen Platz sechs und Platz zwölf liegen lediglich drei Punkte. Trotzdem unterscheiden sich die bisherigen Auftritte dieser Mannschaften teilweise erheblich.

Der ASV Feudenheim ist derzeit die stärkste Heimmannschaft der Liga. Aus vier Heimspielen holte der ASV neun Punkte und erzielte 17 Treffer. Auswärts gelangen dagegen in drei Begegnungen lediglich zwei Tore und drei Punkte. Biagio Setola führt die interne Torjägerliste mit fünf Treffern an.

Beim Aufsteiger SV Rohrhof ist die Verteilung genau umgekehrt. Sämtliche drei Auswärtsspiele wurden gewonnen, während aus vier Heimpartien lediglich drei Punkte heraussprangen. Beim jüngsten 4:2 in Oftersheim zeigte Rohrhof große Moral und drehte die Begegnung nach zweimaligem Rückstand. Atiba Martin erzielte dabei drei Tore und kommt nach nur zwei Einsätzen bereits auf vier Saisontreffer.

Der VfL Kurpfalz Neckarau deutete beim 5:0 in Ladenburg an, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Mit Egzon Abdullahu und Tvrtko Bosancic besitzt der VfL eines der gefährlichsten Offensivduos der Liga. Abdullahu steht bei sechs Treffern und vier Vorlagen, Bosancic erzielte fünf Tore. Insgesamt 20 eigene Treffer sind ein starker Wert, allerdings ließen 17 Gegentore bislang keine bessere Platzierung zu.

Besonders ungewöhnlich ist die Bilanz des SC Käfertal. Auf eigenem Platz wartet die Mannschaft nach vier Begegnungen noch auf den ersten Sieg und holte lediglich zwei Punkte. Auswärts ist Käfertal dagegen ungeschlagen und kommt auf sieben Zähler sowie ein Torverhältnis von 14:3. Dennis Franzin gehört mit vier Treffern und fünf Vorlagen zu den produktivsten Spielern der Liga.

Noch größer ist der Unterschied bei der SG Oftersheim: Alle neun Punkte wurden auf dem eigenen Platz geholt, auswärts ging die Mannschaft dreimal leer aus. Patrick Schleich ist mit sechs Toren der erfolgreichste Angreifer. Die 2:4-Heimniederlage gegen Rohrhof zeigte jedoch, dass die SG auch in ihrer bisherigen Komfortzone verwundbar ist.

Die Heim- und Auswärtsbilanzen mehrerer Vereine gehören zu den auffälligsten Entwicklungen der bisherigen Saison. Schwetzingen, Neulußheim und Rohrhof sind auswärts noch ohne Punktverlust, während Enosis zu Hause eine weiße Weste besitzt.

Im Tabellenkeller wächst der Druck

Für den SKV Sandhofen, Fortuna Heddesheim II und den FV 08 Hockenheim geht es frühzeitig um den Anschluss. Sandhofen und Heddesheim stehen bei jeweils drei Punkten, Hockenheim wartet noch auf den ersten Zähler.

Der SKV holte seinen einzigen Sieg zu Hause, verlor aber alle vier Auswärtsspiele. Mit 24 Gegentreffern fehlt es dem Aufsteiger vor allem an defensiver Stabilität.

Bei Fortuna Heddesheim II gestaltet sich die Situation noch schwieriger. Die Mannschaft ist personell äußerst knapp besetzt und musste wiederholt durch Spieler aus anderen Teams ergänzt werden. Auf eigenem Platz holte die Fortuna noch keinen Punkt und erzielte in drei Begegnungen kein Tor. Der einzige Saisonsieg gelang auswärts bei Rot-Weiß Rheinau.

Am deutlichsten sind die Probleme beim FV 08 Hockenheim. Sieben Niederlagen, 7:35 Tore und durchschnittlich fünf Gegentreffer pro Begegnung verdeutlichen, wie schwer der Aufsteiger bislang in der Kreisliga Fuß fasst. Das jüngste 1:8 in Feudenheim war bereits die nächste deutliche Niederlage. Hockenheim benötigt dringend ein Erfolgserlebnis, um nicht frühzeitig den Anschluss zu verlieren.

Viele Tore und ein offenes Rennen

In den bislang 55 Begegnungen fielen 256 Tore – durchschnittlich rund 4,7 Treffer pro Spiel. Die Kreisliga bietet damit reichlich Unterhaltung, auch wenn einige hohe Ergebnisse durch die großen Leistungsunterschiede im Tabellenkeller begünstigt wurden.

An der Spitze treffen dagegen drei unterschiedliche Modelle aufeinander: Schwetzingen besitzt die beste Balance und eine außergewöhnliche Auswärtsstärke. Neulußheim verfügt über den gefährlichsten Angriff und den derzeit besten Torjäger. Enosis überzeugt mit einer stabilen Defensive und makelloser Heimbilanz.

Der achte Spieltag könnte das Bild weiter schärfen. Schwetzingen wird gegen Pfingstberg ernsthaft geprüft, während Neulußheim beim punktlosen Schlusslicht Hockenheim klar favorisiert ist. Enosis kann gegen Ladenburg seine Heimstärke ausspielen. Dahinter kämpfen mehrere Vereine darum, den Abstand zur Spitzengruppe nicht frühzeitig anwachsen zu lassen.

Nach sieben Spieltagen ist noch keine Vorentscheidung gefallen. Schwetzingen wirkt momentan am komplettesten, Neulußheim am spektakulärsten und Enosis am schwersten zu bezwingen. Dahinter lauern Pfingstberg und Ilvesheim – und auch Mannschaften wie Feudenheim, Rohrhof oder Neckarau besitzen genügend Qualität, um den Favoriten an einem guten Tag gefährlich zu werden.

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