Jörg Finkler hat mit seinem Team ttrotz schwieriger Umstände den Klassenerhalt geschafft.  Bild: Berno Nix

Jörg Finkler hat mit seinem Team ttrotz schwieriger Umstände den Klassenerhalt geschafft. Bild: Berno Nix

„Ich weiß, was es braucht, um erfolgreich zu sein“ – Phönix-Trainer Jörg Finkler hat seine Linie knallhart durchgezogen und wurde mit dem Klassenerhalt belohnt

Kreisligen | erstellt am Mo. 22.05.2017

Es war Mitte Oktober 2016, als Jörg Finkler beim Mannheimer Kreisligisten Phönix Mannheim als Trainer anheuerte. Bei einem Klub, der tief im Tabellenkeller festhing, und hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist. Die Mission von Finkler war klar. Er sollte Phönix in der Kreisliga halten. Am Sonntag ist ihm das nun vorzeitig geglückt. Dementsprechend groß war natürlich auch die Freude. Gezeigt hat sich das im Interview mit dem sport-kurier.

Cem Kuloglu (Mitte) traf am häufigsten für den MFC. Bild: Berno Nix

 

Hallo Herr Finkler, wir groß ist denn die Erleichterung, dass Ihre Mannschaft die Kurve gekriegt hat?

Die ist natürlich groß. Wir freuen uns alle. Es war ja wirklich keine einfache Saison. Wir hatten ja bekannlich sechs Spieler im Kader, die die ersten zehn Spiele gesperrt waren. Dann kam auch noch Verletzungspech hinzu. Als die Spieler dann wieder zurück waren, habe ich einige aussortiert, weil es nicht gepasst hat. Wer meine Philosophie nicht mitträgt und nicht spurt, kann nicht mit mir arbeiten. Da waren Spieler dabei, die uns sportlich sicherlich helfen konnten, aber menschlich hat es eben nicht gepasst. Insgesamt waren es elf Spieler, die wir in der Winterpause und vor allem in der Rückrunde rasiert haben. Ich weiß mittlerweile einfach, was es braucht, um erfolgreich sein zu können. Man kann also sagen, dass dieser Nichtabstieg eine Mordsaufgabe war.

Aber Sie haben schon immer an den Klassenerhalt geglaubt, oder?

Klar, sonst hätte ich diesen Job gar nicht erst angetreten. Aber ich habe zwischendurch schon mal überlegt, wie es weitergehen soll, das gebe ich zu. Intern hat es teilweise nicht gestimmt in der Mannschaft. Aber der Verein stand immer hinter mir. Und ganz ehrlich: Ich steige lieber mit erhobenem Haupt ab, als mich von irgendwelchen Spielern fremdbestimmen zu lassen.

Emotional an der Seitenlinie. Jörg Finkler fordert von seinen Akteuren Disziplin und Charakter. Bild: Berno Nix

 

Was war letztlich denn ausschlaggebend dafür, dass die Kreisliga gehalten werden konnte?

Das Team hat dann Charakter gezeigt. Es war auch keiner mehr da, der Unruhe hätte stiften können. Wir sind auch viel disziplinierter aufgetreten und haben kaum noch Karten kassiert, was davor ja ein großes Problem war, weil wir uns immer wieder selbst geschwächt hatten. Außerdem habe ich das Trainingspensum auch etwas runtergeschraubt. Wenn du unten drin stehst, musst du viel probieren und letztlich sind wir ja dafür belohnt worden.

Wie geht es denn nun weiter? Werden Sie auch in der nächsten Saison noch bei Phönix die Kommandos von der Seitenlinie aus geben?

Also bei einem Abstieg hätte ich nicht weiter gemacht. Wir befinden uns momentan noch in Gesprächen. Ich habe schon gesagt, dass ich weitermachen würde, aber zuvor müssen noch ein paar Umstände geklärt werden. Dabei geht es um Strukturen im Verein. Ich denke aber, dass wir das hinbekommen werden. Wir sind auf einem guten Weg.

Mit welchen Zielen geht man denn in die Spielzeit 2017/2018?

Über Ziele zu sprechen, ist momentan noch schwer. Da wir noch nicht wissen, wie der Kader genau aussehen wird. Wer geht und wer kommt. Aber ich denke, dass es keine Saison mehr wie die letzte werden wird. Ich kann diesmal ja die Saisonvorbereitung leiten und denke, dass wir da eine Kontinuität reinbringen können.

zurück