Peter Brandenburger (Trainer SKV Sandhofen). Bild: Berno Nix
„Für mich war das keine Genugtuung“ – Sandhofens Trainer Peter Brandenburger im Interview
Kreisligen | erstellt am Do. 13.04.2023
Am vergangenen Wochenende traf der SKV Sandhofen zuhause auf Rot-Weiß Rheinau. Zwei Kreisligisten, die eines verbindet – und zwar der Trainer. Beim SKV hat seit Mitte März Peter Brandenburger auf der Trainerbank das Sagen. Also genau der Brandenburger, der Ende November doch etwas überraschend sein Traineramt bei den Rot-Weißen niedergelegt hat.
Am Ende gewann Brandenburger mit seiner neuen Mannschaft mit 3:2. Wir haben uns mit ihm unterhalten.
Hallo Herr Brandenburger, das muss einfach ein besonderes Spiel für Sie gewesen sein. Oder?
Ja, das kann man natürlich so sagen. Aber ich muss hier erst eines klar stellen: Ich habe zu vielen Menschen auf der Rheinau noch ein sehr gutes freundschaftliches Verhältnis. Deshalb hat da rein gar nichts mitgeschwungen. Ich war – mit Unterbrechungen – insgesamt knapp 11 Jahre Trainer bei Rot-Weiß Rheinau und habe mich dort immer wohl gefühlt. Es war somit für mich keine Genugtuung, dass wir dieses Spiel gewonnen haben, ich wollte und musste niemandem etwas beweisen. Es war ein Fußballspiel, in dem wir 3 Punkte geholt haben. Und die waren für uns ganz wichtig, denn dadurch konnten wir nach unten noch mehr Abstand reinbringen. Denn man weiß nie, wie es am Schluss läuft. Den Abstiegskampf wollen wir unbedingt vermeiden.
Dort habt ihr auch gezeigt, dass ihr mit allen mithalten könnt. Es war schon ein Ausrufezeichen…
Wenn die Einstellung stimmt, kann in dieser Liga jede Mannschaft jede andere schlagen. Das ist ganz einfach so. Wir haben ein gutes Team. Nicht gut war, dass wir im Winter eine schlechte Vorbereitung hingelegt haben, weil es viele verletzte und kranke Spieler gab. Mittlerweile kommen die meisten wieder zurück, lediglich 2 Spieler fallen noch etwas länger aus. Das wirkt sich auch auf die Trainingseinheiten aus. Mit 16, 17 Mann kannst du ganz anders arbeiten als mit 10 Spielern, bei denen du dann immer aufpassen musst, dass sich niemand mehr verletzt.
Was ist das Ziel jetzt für die restliche Saison. Mit 38 Punkten sollte man mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben.
Grundsätzlich glaube ich auch, dass wir mit unseren 38 Punkten nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben werden. Jetzt gilt es vielleicht auch schon etwas den Fußball zu verinnerlichen, wie wir ihn möglicherweise in der nächsten Saison spielen wollen. Also auch taktische Dinge etwas anzupassen. Grundsätzlich geht es aber nach wie vor darum, möglichst jedes Spiel zu gewinnen. Vielleicht können wir ja auch noch einen Platz gut machen.
Laufen auch schon Planungen für die neue Runde, wird sich viel am Kader verändern?
Der Kader bleibt fast komplett zusammen. Wir sind ganz gezielt auf der Suche nach jüngeren Spielern, die uns auch qualitativ weiterbringen. Also wir suchen nicht nur Ergänzungsspieler, sondern junge Leute, die die Qualität haben, uns noch weiter zu verbessern. Mit dem einen oder anderen sind wir uns bereits einig, es laufen aber noch weitere Gespräche. Prinzipiell geht es darum, den Kader etwas zu verjüngen, was aber nicht heißen soll, dass die älteren Spieler aufhören sollen, sondern einfach, dass wir eine etwas bessere Durchmischung im Kader haben wollen.
Jetzt geht es gegen Brühl II. Was für ein Spiel ist da zu erwarten?
In der Vorrunde habe ich mit Rheinau meine Erfahrungen mit ihnen gemacht. Da haben wir nur knapp gewonnen. Sie haben eine enorme Qualität, sind sehr robust und können eben auch sehr gut Fußball spielen. Da müssen wir die richtigen Mittel wählen, um den ein oder anderen Schwachpunkt, den sie haben, zu finden, um das dann ausnutzen zu können.
Als ehemaliger Trainer von Rot-Weiß Rheinau: Wer wird Meister in der Kreisliga in dieser Saison?
Es ist überraschend, dass momentan offenbar keiner aufsteigen will. Ich glaube, dass die Qualität und auch die Breite des Kaders doch für Rheinau sprechen wird. Ich denke, dass Rot-Weiß Meister wird und somit als Tabellenführer aufsteigt. Zudem glaube ich, dass am Samstag eine Vorentscheidung um Platz 2 fallen wird. Dann empfängt Srbija als Zweiter den Dritten Lindenhof. Aus meiner Sicht wird der Sieger aus diesem Spiel dann die Relegation spielen. Lindenhof macht derzeit den stabilsten Eindruck. Sie haben in der Tabelle gut aufgeholt. Sollten sie dieses Spiel aber verlieren, wären sie wieder 4 Punkte hinten dran. Das wird eine richtungsweisende Partie werden.
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