FC Germania Friedrichsfeld - MFC Lindenhof, Kreisliga, v.l. Friedrichsfelds Sebastian Wantoch von Rekowski gegen Lindenhofs Christian Bauer. Bild: Berno Nix
Dehoust: „Wir stellen einen Substanzverlust fest“ +++ Germania Friedrichsfeld sieht sich im Abstiegskampf
Kreisligen | erstellt am Mo. 14.11.2016
Matthias Dehoust wirkt nachdenklich dieser Tage. Der ehemalige Profi-Fußballer und jetzige Trainer des Mannheimer Kreisligisten FC Germania Friedrichsfeld wartet mit seiner Mannschaft nun bereits seit sieben Spieltagen auf einen Sieg.
Mehr als drei Unentschieden waren in dieser Zeit nicht drin. Vieles deutet deshalb darauf hin, dass die Germanen auch in dieser Saison wieder bis zum Schluss nach unten schauen müssen. Aktuell rangiert Friedrichsfeld auf dem 11. Platz und hat 13 Punkte gesammelt. Am letzten Sonntag sollten eigentlich noch drei weitere Zähler dazu kommen, doch der SV Schriesheim, der vor dem Spieltag noch auf dem letzten Tabellenplatz stand, machte der Dehoust-Elf einen Strich durch die Rechnung. Die Bergsträßer gewannen mit 1:0. „Da hatten wir uns natürlich mehr erhofft“, spricht der Coach Klartext, „aber das ging leider in die Hose.“
Und woran liegt es, dass man derzeit nicht so richtig ins Rollen kommt? „Wir haben zurzeit mit einem Substanzverlust zu kämpfen. Unter anderem gehören bei uns vier Spieler zum Stamm, die eigentlich noch in der A-Jugend spielen könnten, sie haben momentan einen kleinen Leistungsabfall und der ist schwer zu kompensieren.“

Friedrichsfeld-Trainer Mattias Dehoust. Bild: Berno Nix
Vorwürfe macht Dehoust den Jungs aber nicht. Im Gegenteil: „Sie sind stark mit der Schule beschäftigt.“ Und wer teilweise tagelang auf Studienfahrten unterwegs ist, kann eben auch nur bedingt trainieren. Überhaupt ist der Kader in Friedrichfeld recht klein. Wenn wirklich alle Mann einsatzfähig sind, umfasst er 17 bis 18 Mann. Das Problem dabei: Der eine oder andere Spieler, der vor der Saison eigentlich seine Zusage gegeben hatte, steht überhaupt nicht mehr zur Verfügung. „Leider gehören solche Aktionen heutzutage offenbar dazu“, sagt Dehoust enttäuscht.
Demnach sollte man in der Winterpause tunlichst zuschlagen und sich noch die eine oder andere Verstärkung angeln. Und genau das ist auch der Plan: „Wir werden jetzt versuchen, noch einigermaßen unbeschadet in die Winterpause zu kommen, um dann durch eine gute Vorbereitung gut ins neue Jahr starten zu können. Neuzugänge sollen uns dabei helfen.“ Die Augen hat man bereits offen. Stehen bestimmte Positionen ganz oben auf der Wunschliste? „Nein“, erklärt Dehoust, „wir sind da flexibel und offen für alle Bereiche auf dem Feld. Zudem müssen wir ja auch schauen, ob uns vielleicht auch Spieler verlassen möchten.“
Am kommenden Wochenende wartet nun das Duell mit dem VfR Mannheim II, der seit Sonntag die rote Laterne trägt. Schwerstarbeit ist für Friedrichfeld trotzdem zu erwarten. „Die Reserve des VfR soll sicher auch die Klasse halten. Man braucht die Kreisliga als Unterbau. Dementsprechend wird die zweite Mannschaft mittlerweile auch mit Spielern aus dem Verbandsliga-Kader verstärkt. Gegen uns wird das wohl auch wieder so sein“, betont Dehoust.

SpVgg Wallstadt – FC Germania Friedrichsfeld, Kreisliga, Friedrichsfelds Torjubel zum 1:1, v.l. Sebastian Wantoch von Rekowski, Torschuetze Kebba Sillah und Marcel Ghirastau. Foto – Berno Nix.
Und weiter: „Für uns geht es ums Überleben. Wir brauchen schleunigst Punkte, sonst wird ein ähnlicher Kraftakt wie während der letzten Saison nötig sein, um die Klasse zu halten.“
Die Liga an sich teilt sich für Dehoust in eine Art Drei-Klassen-Gesellschaft auf. Vorne zieht Türkspor Mannheim, das laut Dehoust eine „Super-Mannschaft mit starken Einzelspielern“ beisammen hat, einsam seine Kreise. Dahinter kämpfen ein paar Teams um den Relegationsplatz. „Und für den Rest geht es ums Überleben.“
Dass Friedrichsfeld auch das Zeug dazu hat, weiter oben mitzumischen, hat es in dieser Runde schon bewiesen. Unter anderem auch gegen Srbija Mannheim. Die spielstarken Serben, die als Vierter nach wie vor beste Chancen auf die Vize-Meisterschaft haben, wurden vom FCG mit 4:0 vom Platz geschossen.
„Tja, da dachten wir noch, wir wären mit ihnen ungefähr auf Augenhöhe. Mittlerweile hat Srbija dann aber doch ein paar Punkte mehr gesammelt als wir.“ Aufgeben ist für Friedrichfeld dennoch ein Fremdwort. Das hat man schon in der letzten Saison eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
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