TSV Amicitia Viernheim II - SpVgg Ilvesheim, Kreisklasse A2, Torjubel zum 1:0 für Ilvesheim, v.l. Alexander Hilbert, David Fuchs, Markus Weich, Torschütze Lars Werner und Marco Klein Bild: Berno Nix

TSV Amicitia Viernheim II - SpVgg Ilvesheim, Kreisklasse A2, Torjubel zum 1:0 für Ilvesheim, v.l. Alexander Hilbert, David Fuchs, Markus Weich, Torschütze Lars Werner und Marco Klein Bild: Berno Nix

Sportkurier-Serie (23) – „Wie auch immer, A-Klasse, das war einmal“ – SpVgg.03 Ilvesheim stellt sich der neuen Herausforderung

Kreisklassen | erstellt am Mi. 05.08.2015

Früh standen die Insulaner schon als Meister fest, schossen sich von Sieg zu Sieg. Geplant war das nicht. Vor der Saison ging man vielmehr von einem kleinen Neuanfang aus. Sechs A-Jugendliche sollten integriert werden und die vielen Abgänge vergessen machen. Trainer Markus Hilbert sagt: „Wir hatten vor, uns irgendwie unter den Top 5 zu etablieren, aber dass es dann so läuft, hätte nie jemand für möglich gehalten.“

Wobei es eben perfekt losging: Gleich im ersten Spiel wurde der FV Ladenburg geschlagen. Eine Mannschaft, vor der Hilbert einen Riesen-Respekt hatte. „Sie waren für mich der Topfavorit und wenn du so ein Team dann gleich schlägst, hat das schon etwas von einer Initialzündung.“

SpVgg Ilvesheim – Trainer Markus Hilbert. Foto: Berno Nix. 

Wie auch immer, A-Klasse, das war einmal

Die Gegenwart heißt Kreisliga und da wird Schwerstarbeit gefragt sein. Ilvesheim geht mit viel Demut an die Sache heran, und formuliert das Saisonziel eben so, wie man es als Aufsteiger formuliert: der Klassenerhalt soll her, egal wie. Hilbert: „Der Unterschied zwischen beiden Ligen ist gewaltig. In der Kreisliga verfügt jede Mannschaft mindestens über einen schnellen Stürmer. Außerdem sind die Spieler insgesamt körperlich deutlich stärker und robuster.“

In Sachen taktischer Ausrichtung wird sich bei der SpVgg deshalb auch etwas verändern. Etwas grundlegendes sogar. Die Zeiten, in denen man extrem hoch stand und die Gegner mit Pressing zu Fehlern gezwungen hat, sind vorbei. Hilbert erklärt: „Wir werden künftig mindestens zehn bis 15 Meter tiefer stehen.“

Einen kleinen Vorgeschmack auf die Kreisliga hat Ilvesheim kürzlich im Kreispokal bekommen

Dort ging es gegen Phönix Mannheim. Einen Ligakonkurrenten, der im letzten Jahr auf dem elften Tabellenplatz gelandet ist. Gewonnen hat trotzdem Ilvesheim. 3:2 stand es am Ende. „Das hat uns natürlich schon Mut gemacht und auch gezeigt, dass wir mithalten können“, betont Hilbert, der aber prompt ein wenig einlenkt: „Aber natürlich ist auch klar, dass aktuell noch einige Spieler im Urlaub sind und dass dieses Spiel noch kein echter Maßstab war.“ Ins nächste Pokalduell geht Ilvesheim dann übrigens als Favorit. Enosis Mannheim wartet. „Die sollten wir schon schlagen, unterschätzen werden wir sie aber sicher nicht.“

Nach dem Sieg gegen die SG Mannheim stand die vorzeitige Meisterschaft fest. Foto: Berno Nix.

Personell hat sich in Ilvesheim nicht sonderlich viel getan. Vor allem die Abgänge halten sich in Grenzen. Lediglich Vittorio Camilieri (MFC Lindenhof) und Mustafa Azad (Türkspor Mannheim) stellen sich neuen Herausforderungen. Camilieri bezeichnet Hilbert als großen Verlust, Azad spielte hingegen eher selten. Für die Mannschaft war aber auch er enorm wichtig. Denn für den souveränen Aufstieg seien nicht unbedingt die ersten Elf verantwortlich gewesen, sondern eher die Spieler dahinter: „Wir haben in der letzten Saison wirklich sehr viele Tore durch Einwechselspieler erzielt“, erinnert sich der Meistercoach.

Neu dabei sind Falko Leuthner (VfB Gartenstadt/defensives Mittelfeld), Kevin Achtstädter (Edingen-Neckarhausen/Mittelfeld), Frank Cholewa (Rot-Weiß Rheinau/Stürmer) und Manuel Barbuto (SSV Vogelstang/Stürmer). Alles Spieler, die Ilvesheim weiterbringen werden. Doch gerade Leuthner bringt viel Erfahrung mit. „Er kennt sich in der Landsliga gut aus und hat auch schon für den VfR gespielt“, berichtet Hilbert. „Er tut uns sehr gut.“

Das ultimative Spielsystem gibt es bei Hilbert  nicht. Während in der Vorsaison eigentlich immer mit einer 4-2-3-1-Formation gespielt wurde, soll diesmal auch ein 4-1-4-1 zum Einsatz kommen. „Manchmal erfordert es der Gegner vielleicht, dass wir ab der Mittellinie dicht machen müssen. Prinzipiell geht es für uns erst einmal darum, so wenig Gegentore wie möglich zu bekommen.“

Topfavoriten auf den Titel sind für Hilbert Wallstadt, Rheinau und Plankstadt.

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