Patrick Rittmaier (weiss) ließ es gegen Seckenheim mal wieder richtig krachen. Vier Treffer erzielte der spielende Co-Trainer der Reilinger. Bild: lofi
Spieler der Woche: Patrick Rittmaier erzielte vier Treffer gegen den SV 98/07 Seckenheim
Kreisklassen | erstellt am Mo. 19.09.2016
Reilingen 7, Seckenheim 0. Das war der Paukenschlag des fünften Spieltags in der Mannheimer Kreisklasse A, Staffel I. Eigentlich tippten nämlich viele auf eine enge Kiste. Leichte Vorteile für Reilingen okay, aber so?!
Spielender Co-Trainer beim SCR
„Mich hat das Ergebnis selbst überrascht“, sagt Patrick Rittmaier, der beim SCR unter seinem Vater Thomas als spielender Co-Trainer fungiert, „aber letztlich war es eben so, dass sich Seckenheim zu sehr mit dem Schiedsrichter beschäftigt hat. Sie haben ständig diskutiert und sich so eben auch abgelenkt.“ Das ist die eine Version. Die andere: Seckenheim bekam einfach einen Mann nicht in den Griff. Sein Name: Patrick Rittmaier. Sein großes Plus: der Killerinstinkt. Er war es nämlich, der den SVS quasi im Alleingang abgeschossen hat. Vier Kisten steuerte er bei. Klar, dass er danach richtig froh war.
Patrick Rittmaier (blau) beim Torschuss. Hier noch im Trikot der Heddesheimer, für die er 2014/2015 auf Torejagd ging. Bild: Kowollik
„Am Sonntag war ich endlich mal wieder mit mir zufrieden. In den vier Spielen davor war das nicht ganz so“, übt der Seckenheim-Schreck leichte Selbstkritik. Geklappt hat es ja aber auch so: Reilingen grüßt von ganz oben, ist Spitzenreiter und hat 12 von 15 möglichen Zählern abgestaubt. Meisterlich! Ganz so weit will Rittmaier Junior noch nicht gehen, aber auch er betont: „Wenn wir das auf den Platz bringen, was wir können, ist der Aufstieg sicher nicht unrealistisch.“ Mut macht vor allem, dass nach und nach der komplette Kader zur Verfügung steht. Die Urlaubszeit ist vorbei und mit ihr steigt in Reilingen auch die Qualität im eigenen Spiel. Rittmaier: „In Seckenheim waren wieder drei, vier Rückkehrer dabei, das hat man sofort gemerkt. Wir waren deutlich stärker.“
Unter Markus Kauczinski in der Regionalliga (U23) des KSC gespielt
Sie sind ohnehin nicht seine primäre Aufgabe. Rittmaier spielt derzeit nicht als klassischer Mittelstürmer, sondern als Zehner, der die Bälle verteilt und auch viel mit nach hinten arbeitet. „Mein Ziel ist es in erster Linie, dass ich ein Vorbild für unsere jungen Spieler bin“, sagt der 29-Jährige. Das ist er aber sicher so oder so. Ein Blick in seine Vita genügt, um das zu erkennen.
Als Jungspund kickte er in der U19 des Karlsruher SC und schaffte wenig später auch den Sprung in die U23 der Fächerstädter, die damals unter einem gewissen Markus Kauczinski in der Regionalliga auf Torejagd ging. Viele trauten ihm auch den Sprung nach ganz oben zu. Das Problem: Der eigene Körper spielte nicht mit. Genauer: die Schultern. Mehrere Operationen, links und rechts, setzten ihn lange außer Gefecht und warfen das Talent zurück. Noch heute plagt er sich mit Problemen in der rechten Schulter herum.

Patrick Rittmaier (weiß) in Aktion. Hier in einer Szene gegen SC Rot-Weiß Rheinau II / Archivbild: Berno Nix
Patrick Rittmaier soll seinen Vater Thomas auf der Trainerposition beerben
„Sie kugelt sich von selbst aus, selbst in ganz normalen Alltagssituation. Ich kugle sie mir dann immer wieder selbst ein“, berichtet der Mann, der sich trotzdem nicht unterkriegen lässt. So gelangen ihm in der Spielzeit 2013/2014 beispielsweise atemberaubende 44 Treffer in der A-Klasse für Reilingen. Und das, obwohl er eigentlich auf einer ganz anderen Position groß geworden ist: Patrick Rittmaier war früher Innenverteidiger und machte seine Sache dort sehr gut. Nun lässt er es weiter vorne krachen. Passend zum Positionswechsel hat sich auch das Vorbild geändert. Während er früher Feuer und Flamme für Sergio Ramos, den Abwehrrecke von Real Madrid war, ist er nun Fan von Bayerns Ausnahmestürmer Robert Lewandowski.
Eine weitere Veränderung steht nach dieser Saison an. Patrick Rittmaier wird seinen Vater als Trainer in Reilingen beerben. „So ist der aktuelle Stand“, berichtet er. Doch Durchschnaufen ist für die Konkurrenz nicht. Denn die Fußballschuhe hängt er nicht an den Nagel. Seine genaue Bezeichnung wird Spielertrainer sein. Er will aktiv dazu beitragen, dass Reilingen in die Kreisliga aufsteigt und sich dort auch halten kann.
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