Mathias Burosch machte in der Hinrunde eine "klare Ansage" an sein Team. Mittlerweile gehört Sandhofen auch zu einem Geheimfavorit auf einen der ersten beiden Plätze. Bild: SPK
Nach der 0:5 Pleite beim FV 03 platzte Mathias Burosch der Kragen +++ SpVgg. Sandhofen nach „Wachrüttler“ auf Aufstiegskurs?
Kreisklassen | erstellt am Fr. 11.03.2016
Der Trainer des Mannheimer A-Ligisten SpVgg Sandhofen wollte in der neuen Saison eine Schippe drauflegen.
„Wir wollten den Abstand zur Spitze verkürzen“, erklärt er im Gespräch mit dem Sportkurier. „Denn die 14 Punkte Rückstand aus der Spielzeit 2014/2015 waren zu viel.“ Dementsprechend legte die SpVgg dann auch los: Aus den ersten drei Partien wurden sieben Punkte geholt. Alles schien zu passen, jeder zog mit. Danach kam dann viel Pech dazu. Innerhalb von ein paar Wochen fielen an die neun Spieler aus.
„Sie haben sich nach und nach verletzt, teilweise habe ich selbst wieder mitspielen müssen und andere Spieler aus der AH-Mannschaft auch“, berichtet der 38-Jährige. Folglich zeigte die Leistungskurve nach unten. Doch das wäre nicht zwingend nötig gewesen, denn laut Burosch wurde das Verletzungspech wohl auch ein wenig als Alibi vorgeschoben.
Nach der 0:5-Pleite beim FV Ladenburg platzte dem Trainer dann der Kragen
„Dort habe ich gemerkt, dass es eben nicht nur an den Verletzten liegt, sondern auch an der Einstellung, am Wille zum Kampf.“ Das war am 11. Oktober. Ein Tag, den man bei der SpVgg sicher nicht so schnell vergessen wird. Denn nach dem Ladenburg-Spiel setzte er seinen Jungs die Pistole auf die Brust: „Ich habe ihnen gesagt, dass ich mein Amt nach drei Jahren niederlegen werde, wenn wir bei der DJK Jungbusch nicht gewinnen würden. Ich wollte den ganzen Verein wachrütteln.“ Und das saß.
Die Mannschaft setzte sich zusammen, der Krisenrat tagte. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Die Jungbusch-Elf wurde mit 3:0 verspeist. Es war der Beginn einer beachtlichen Serie. Sieben der letzten neun Duelle wurden gewonnen. Mittlerweile grüßt man vom fünften Tabellenplatz, hat 33 Punkte auf dem Konto und somit nur fünf weniger als Spitzenreiter Srbija Mannheim.

FK Bosna Mannheim – Spvgg Sandhofen, Kreisklasse A2, Sandhofens Andreas Szewczyk erzielt hier das 7:0. Bild: Berno Nix
Reicht es vielleicht sogar noch zum ganz großen Wurf, dem Aufstieg?
„Möglich ist das schon, aber ehrlich gesagt glaube ich nicht daran“, betont Burosch. Das hängt mit der Vorbereitung auf die Rest-Rückrunde zusammen. Die verlief nicht wunschgemäß, eher katastrophal. Die SpVgg hatte etliche Verletzte zu beklagen. Zwischenzeitlich waren nur noch sieben Mann im Training. Die komplette Innenverteidigung ist ausgefallen. „Ich dachte wirklich schon, dass es keine schlechtere Vorbereitung geben kann wie im vergangenen Sommer, aber das, was wir im Winter erlebt haben, steigert das nochmals.“
Trotzdem ist man gut gestartet: Das Nachholspiel gegen die SG Hohensachsen endete 2:2 und die SG Mannheim wurde am letzten Wochenende mit 2:1 geschlagen. Nach und nach kommen nun auch die Spieler wieder zurück. „Ich hoffe, dass wir in Kürze, wenn es gegen die Top fünf der Liga geht, die wir alle fast nacheinander haben, wieder besser aufgestellt werden.“
Doch auch an diesem Wochenende wartet schon eine hohe Hürde
Es geht gegen Heddesheim II. Burosch erklärt: „Das ist vielleicht der unbequemste Gegner überhaupt. Vom Papier her sind wir Favorit, aber die haben viele gute Spieler und aus den letzten vier Begegnungen haben sie zwölf Punkte geholt.“ Wie es mit ihm selbst nach dieser Saison weitergeht, weiß Burosch übrigens selbst noch nicht so genau: „Wir planen hier immer nur von Jahr zu Jahr. Aber hier hat sich ja einiges geändert. Wir sind mittlerweile ein Großverein und da muss man mal schauen, wie die Ziele künftig sind.“
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