FCG-Coach Matthias Dehoust stemmt sich mit seinem Team dem drohenden Abstieg in die Kreisklasse A. Bild: lofi
Dehoust: „Wir stemmen uns gegen den Abstieg“ – Friedrichsfelder wollen mit intensiver Vorbereitung Grundstein für Klassenerhalt legen
Kreisklassen | erstellt am Di. 09.02.2016
Viel Zeit zum Feiern blieb allerdings nicht, denn danach ging es in die andere Richtung.
Viele Niederlagen und ein Trainerwechsel folgten. Sven Paulsen wurde durch Matthias Dehoust, den einstigen Profi, der unter anderem auch erfolgreich für den SV Waldhof Mannheim gespielt hat, ersetzt.
Aktuell überwintert Friedrichsfeld auf dem vorletzten Platz und hat bislang 14 Punkte gesammelt. Demnach wartet auf die Germanen in der Rückrunde Schwerstarbeit.
Der Sportkurier sprach mit Dehoust, der in Friedrichsfeld auch im Spielausschuss tätig ist.

Kebba Sillah kam vom Ligakonkurrenten SC Rot-Weiß Rheinau. Er spielte schon einmal für die Friedrichsfelder. Bild: Berno Nix
Hallo Herr Dehoust, wie fällt denn ihr Fazit zur Hinrunde aus?
DEHOUST: Na ja, als wir das erste Saisonspiel gewonnen hatten, hofften wir, dass es so weitergehen würde. Aber dann kamen einige Verletzungen dazu und eine Niederlagen-Serie setzte ein. Da fällt es manchmal schwer die Motivation hochzuhalten. Wir haben uns dann zum Trainerwechsel entschlossen. Mittlerweile würde ich sagen, dass wir uns in einer Position befinden, die uns die Möglichkeit lässt, den Klassenerhalt noch zu schaffen.
Stichwort Klassenerhalt: Wie schwer wird es diesen zu erreichen? Schließlich haben die Konkurrenten teilweise kräftig nachgerüstet…
DEHOUST: Das stimmt. Ich bekomme ja mit, was so bei uns im Spielausschuss passiert. Ich bin in die Arbeit nach wie vor involviert. Und da bekommt man natürlich auch mit, was die anderen Vereine so anstellen. Und wenn ich dann sehe, dass ein Verein wie Phönix Mannheim mal so fünf, sechs Spieler von Käfertal holen kann, frage ich mich, wie die das hinkriegen. Andererseits weiß ich aber auch nicht, ob es gut ist, wenn man sich fünf, sechs Spieler von einem anderen Verein holt, die bei ihrem alten Klub eine Art Revolte gegen den Trainer angezettelt hatten. Ob die dann charakterlich auch passen? Ich finde diese Entwicklung ehrlich gesagt sehr bedenklich. Wie soll ein Verein da planen? Eigentlich haben die Spieler ja auch eine Vorbildfunktion. Und dann wird das Ganze auch noch auf Facebook ausgetragen.
Wenn Sie die Hinrunde nochmals Revue passieren lassen, wo lagen denn die Hauptprobleme?
DEHOUST: Also unsere Torhüter lasse ich mal komplett raus. Ich denke, dass wir im Tor wirklich überdurchschnittlich besetzt sind. Unser Problem ist einfach, dass wir Verletzungen kaum kompensieren können. Gerade in der Innenverteidigung war das kompliziert, wir haben uns dann mannschaftsintern einfach verschoben, dafür waren wir dann aber eben in einem anderen Mannschaftsteil zu schwach. Torchancen erarbeiten wir uns genug, das ist nicht das Problem.

Lividon Gashi wechselte von Hochstätt Türkspor zu den Friedrichsfeldern. Bild: Berno Nix.
Wie sieht es denn in Friedrichsfeld mit neuen Spielern aus? Hat sich da etwas getan?
DEHOUST: Ja, wir haben zwei neue Spieler dazubekommen, die uns auch verstärken. Kebba Sillah kommt von Rot-Weiß Rheinau und Lividon Gashi von Hochstätt Türkspor.
Und seit wann wird in Friedrichsfeld wieder trainiert?
DEHOUST: Seit dem 18. Januar, damit waren wir sicher eines der ersten Teams, das in die Winter-Vorbereitung gestartet ist. Aber mir war das sehr wichtig. Ich habe den Jungs gesagt, dass uns vier Wochen nicht reichen werden und wir lieber etwas früher anfangen sollten. Denn es braucht seine Zeit, um gewisse Dinge aufzuholen. Und wir müssen definitiv zulegen. Auf die Halle haben wir diesmal komplett verzichtet. Wir waren uns einig, dass wir uns komplett auf die Rückrunde konzentrieren sollten. Und ich weiß auch, dass die Jungs sehr gerne in der Halle gespielt hätten, das war bei mir früher nicht anders. Aber wir hatten in der Hinrunde wirklich viele Verletzte zu beklagen.
Wie läuft es denn mit Ihnen weiter? Werden Sie auch nach der Saison wieder als Trainer in Friedrichsfeld arbeiten, oder wechseln Sie wieder komplett auf den Posten als Spielausschuss?
DEHOUST: Das ist für mich derzeit zweitrangig. Wichtig ist nur eins: Wir müssen voll fokussiert auf die Rückrunde sein und möglichst im ersten Spiel gegen die TSG Weinheim II gleich gewinnen. Wobei ich sie nicht als einen Konkurrenten von uns sehe. Denn in Weinheim will man mit dem Unterbau sicher die Kreisliga halten, und wird die Mannschaft deshalb verstärken, um die Klasse auch wirklich zu halten. Trotzdem zählt eigentlich nur ein Sieg für uns. Denn nach einer Vorbereitung ist es wichtig, gut aus den Startlöchern zu kommen. Wie es dann mit mir weitergeht, werden wir sehen. Ich kenne die Verantwortlichen seit vielen Jahren.
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