Zuschauerinteresse könnte größer sein

Zuschauerinteresse könnte größer sein

Zuschauerinteresse könnte größer sein

Archiv | erstellt am Di. 08.10.2013

Das Spiel der Gisdol-Truppe steht stellvertretend für Dramatik, Spannung, Emotionen, Leidenschaft und Torrausch pur. 52 Treffer in den bisherigen acht Liga- und zwei Pokalspielen mit Hoffenheimer Beteiligung sind Ligarekord. Mehr als fünf Treffer pro Partie – ein phänomenaler Wert!

Großer Unterhaltunswert

Die 1899-Fans bekamen in den ersten fünf Heimspielen gegen Nürnberg (2:2), Freiburg (3:3), Mönchengladbach (2:1), Cottbus (3:0) und Schalke 04 (3:3) jede Menge Spektakel geboten, auch wenn dabei „nur“ sechs Punkte und ein Pokalsieg zu Buche stehen.

Foto: Für einen Bundesligisten ist der Zuschauerschnitt bei der TSG 1899 Hoffenheim weniger vorzeigbar.
Noch kein Spiel ausverkauft

Doch warum konnte Stadionmoderator Mike Diehl bislang kein einziges Mal „ausverkauft“ vermelden? Wie ist es zu erklären, dass vor allem Heimspiele gegen die Gladbacher Fohlen und die Königsblauen aus Gelsenkirchen nicht ausverkauft waren? An den Gästefans kann es nicht gelegen haben, denn bis auf das DFB-Pokalspiel und die Partie gegen Freiburg sorgten zwischen 3.000 und 5.000 Gästefans für tolle Stimmung in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena. Dienstagabend, optimale äußere Voraussetzungen, Flutlichtspiel in der zweiten DFB-Pokalrunde gegen Energie Cottbus.

Nur 10.000 Zuschauer im DFB-Pokal

Abgesehen von 500 Gästefans, wollten lediglich knapp über 10.000 Besucher den Einzug der Blau-Weißen in die nächste Pokalrunde hautnah miterleben. Für einen Erstligisten keine große Nummer. Auf Nachfrage bei Fans und Verantwortlichen, womit das zurückhaltende Interesse begründet werden könnte, überall nur Schulterzucken und Kopfschütteln. Fanbeauftragter Mike Diehl sieht die Gründe weiter zurückliegend: „Mit Sicherheit spielen die oftmals enttäuschenden Leistungen in den Heimspielen der vergangenen zwei Jahre noch eine nachhaltige Rolle. Auch wurden für das sechste Erstligajahr weniger Dauerkarten als zuvor verkauft.“

Diehl ist sich aber sicher, dass sich dieser Zustand bald ändern wird: „Wer spätestens nach dem unvergesslichen Schalke-Spiel, wo die Mannschaft mit Herzblut, Einsatzwillen, Emotionen und Kampfbereitschaft alles gegeben hat, nicht erkannt hat, was unser Team zu leisten in der Lage ist, dem ist nicht mehr zu helfen.“ Dass die TSG-Fans bei den Auswärtsspielen in der Bundesliga-Hitliste zahlenmäßig den letzten Platz belegen, wundert da eher weniger. Mit Ausnahme der Gastspiele in München, Dortmund und Schalke, mit Abstrichen noch in Stuttgart, Mainz und Frankfurt, genießen die Auswärtsfahrten „begrenztes“ Interesse.

Bei Auswärtsfahrten geringe Nachfrage

Da Hoffe, aufgrund seiner jungen Bundesliga-Historie nun mal außerhalb der Metropolregion Rhein-Neckar ganz wenig Sympathisanten aufweisen kann, sind es oft die Gleichen, die die teilweise weite Fahrten auf sich nehmen. Gegen Hamburg waren es 450, in Stuttgart 1.500, in Wolfsburg 250 und in Mainz 1.200 Anhänger.

Doch bei diesem Zahlwerk darf man die Verhältnismäßigkeit nicht außer Acht lassen. Berücksichtigt man die Größe des Einzugsgebietes bzw. die aus dem Hoffenheimer Umkreis, so ist selbst die gering wirkende Zahl der Auswärtsfahrer beachtlich.

Gutes Beispiel hierfür: Für das letzte Gastspiel der Dortmunder in Sinsheim gab es nur 650 Ticketnachfragen aus dem Dortmunder Stadtgebiet, 4.000 Fans kamen bundesweit. Dortmund hat 600.000 Einwohner. Ein Vergleich zu Hoffenheim erübrigt sich dabei.Man darf gespannt sein, wie sich das Zuschauerinteresse im weiteren Verlauf der Hinrunde weiter entwickelt. Mit Leverkusen, München, Berlin, Bremen und Dortmund stehen interessante Heimspiele bevor. Höchst wahrscheinlich werden dabei nur die beiden Duelle gegen die übermächtigen Staraufgebote der Champions-League-Finalisten die Arena bis auf den letzten Platz füllen.

Für die Auswärtsspiele in Hannover, Augsburg und Braunschweig rechnen die Gastgeber bereits mit einem überschaubaren Gästeblock. Diehl: „Es wird mit Sicherheit noch 10-15 Jahre dauern, bis auch wir auswärts mit 300 Fans aus verschiedenen Teilen Deutschlands und 300 mitgereisten Fans aus der Heimat gemeinsam im Gästeblock supporten.“

Foto 1 BWA   Foto 2 Rhein-Neckar Picture

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