Der Zweitligist SV Sandhausen überrascht die Konkurrenz
Der Zweitligist SV Sandhausen überrascht die Konkurrenz
Archiv | erstellt am Fr. 13.12.2013
Doch in einem Punkt waren sich eigentlich alle einig: Der SV Sandhausen wird es erneut richtig schwer haben, steht quasi fast schon als Absteiger fest.
Respekt und Anerkennung erarbeitet
Mittlerweile, rund ein halbes Jahr später, dürfte sich so mancher verwundert die Augen reiben. Denn aus der Mannschaft, die in der Vorsaison nur die Klasse hielt, weil der MSV Duisburg die finanziellen Anforderungen, die für die Zweite Liga nötig gewesen wären, nicht erfüllen konnte, ist ein Team geworden, das sich Respekt erarbeitet hat.
Ganz starke Auftritte waren dabei. Alois Schwartz, der Cheftrainer am Hardtwald, scheint die richtigen Worte zu finden. Denn bei den Schwarz-Weißen wird nicht nur gekämpft, nein, es wird auch geglänzt.
Gerade Nicky Adler drängt sich hier auf. Der gebürtige Leipziger, der meist im linken Mittelfeld eingesetzt wird, verzückt die Fans. Unter anderem auch mit Traumtoren. So geschehen zuletzt in Ingolstadt, als er in der 16. Spielminute aus rund 30 Metern das Tor anvisierte, schoss und der Ball Sekunden später im linken Winkel einschlug. Ramazan Özcan, richtig, der Özcan, der einst auch bei 1899 Hoffenheim zwischen den Pfosten stand, war chancenlos. Viele sprachen danach von einem potenziellen „Tor des Monats“, andere holten noch weiter aus, glaubten gar das „Tor des Jahres“ gesehen zu haben.
Verkehrte Welt am Hardtwald
Egal, es war jedenfalls ein ganz wichtiges; Es war das 1:0, quasi der Dösenöffner zum 2:0-Auswärtssieg der Sandhäuser in der Audistadt. Und weil es so schön war, legte Adler dann gleich auch noch das 2:0 nach (39.). Zwei Tore, die das Sandhäuser Punktekonto somit auf 23 Punkte hochschraubten. Zwar war dies eine Momentaufnahme, aber eine bedeutende: Erstmals in dieser Saison war der SVS damit als Tabellenachter näher an den Aufstiegsplätzen als an den Abstiegsrängen.
Foto: Szene aus dem Zweitligaspiel des SV Sandhausen vs. 1.FC Kaiserslautern.
Verkehrte Welt am Hardtwald. Dort klappt alles, während ein paar Kilometer weiter der Katzenjammer groß ist: Hoffenheim tritt auf der Stelle, wird sich wohl erneut auf einen harten Abstiegskampf in der Bundesliga einstellen müssen. Und was, wenn es nicht klappt? Was, wenn Hoffe runter kommt? Man wird sehen. Eins haben die Hoffenheimer dem „kleinen“ Nachbarn allerdings voraus: Sie überwintern im DFB-Pokal. Die Gisdol-Elf trumpfte auf Schalke groß auf, gewann bei den Königsblauen mit 3:1. Doch auch der SVS enttäuschte nicht, stand letztlich aber trotzdem mit leeren Händen da.
Foto rechts: Links im Bild Chefcoach Alois Schwartz, daneben Co-Trainer Gerhard Kleppinger.
In Frankfurt sehr gut verkauft
Die Mannschaft von Trainer Alois Schwartz spielte bei Eintracht Frankfurt gut mit, holte einen 0:2-Rückstand auf, kassierte letztlich aber eine 2:4-Niederlage. Danach war die Enttäuschung dann groß. Und der Frust auf den Schiedsrichter auch. Insbesondere der Elfmeterpfiff, der dem 2:0 der Frankfurter vorausgegangen war, wurmte die Gäste. Jürgen Machmeier, der mächtige Präsident, sprach gar von Fehlentscheidung, von einer Benachteiligung seiner Elf. Zudem hätte der Schiedsrichter ein klares Handspiel der Frankfurter übersehen, das ebenfalls einen Elfmeter hätte geben müssen.
Doch der Ärger hielt sich beim Macher in Grenzen. Sein Fazit: „Ich bin stolz auf die Mannschaft.“ Und das kann er auch sein, schließlich hat der SV Sandhausen in Frankfurt einmal mehr bewiesen, was in ihm steckt. Klar ist: Treten die Hardtwälder weiter so auf, dürfte der Klassenerhalt nur Formsache sein. Und ist der erstmal unter Dach und Fach, hätte man all die Experten endgültig eines Besseren belehrt.
Alle Fotos: Rhein-Neckar Picture