Der Sportkurier im Gespräch mit Nationalspieler Andre Schürrle
Der Sportkurier im Gespräch mit Nationalspieler Andre Schürrle
Archiv | erstellt am Mi. 25.12.2013
Foto oben. Andre Schürrle beim Länderspiel England-Deutschland.
2006 wechselte er in die Jugend des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05, mit dessen A-Jugend er 2009 Deutscher Meister wurde.
Von 2009-2011 spielte er beim Bundesligisten FSV Mainz 05, bevor es zu Bayer Leverkusen ging. Zur Saison 2013/14 wechselte der gebürtige Ludwigshafener in die Premier League zum FC Chelsea. Er unterschrieb einen Fünfjahresvertrag bis zum 30. Juni 2018.
Andre Schürrle zählt zu den sicheren WM-Fahrern, der bei Bundestrainer Joachim Löw eine große Wertschätzung erfährt. Über seinen Wechsel aus Ludwigshafen über Mainz und Leverkusen zum englischen Top-Klub Chelsea London und die Situation in der Nationalelf sprach er mit dem Sportkurier.
Sportkurier: Im Spiel gegen Italien hat man es gesehen, wie schnell es gehen kann. Erst als Bank in der Deutschen Defensive gehandelt, nun muss Sami Khedira mit dem Kreuzbandriss sieben Monate vor dem Turnier um seine WM-Teilnahme bangen.
Andre Schürrle: Das ist natürlich unglaublich bitter und das trifft uns alle, das ist ganz klar. Wir haben mit ihm Kontakt und wünschen ihm natürlich baldige Genesung.
Sportkurier: Du bist vor der Saison aus Leverkusen nach London zu Chelsea gewechselt und wie wir schon gehört haben, klappt das mit dem Englisch bereits sehr gut. Wie fühlt man sich denn plötzlich, in einer fremden Sprache Interviews geben zu müssen?
Andre Schürrle: Ist natürlich schon etwas schwerer und man kann manche Dinge mit Sicherheit noch nicht so ausdrücken, wie man sie gerne sagen will. Es passieren hier und dort noch ein paar wenige Missverständnisse, aber ich denke ich habe das mittlerweile ganz gut im Griff. Ich denke das ist für mich ein weniger großes Problem.
Sportkurier: Wie fühlt sich das an in der Nationalmannschaft nun in der ersten Reihe zu sein und nicht mehr aus der zweiten Reihe herein zu rutschen?
Andre Schürrle: Mir macht es unglaublich viel Spaß hier mit den Jungs auf dem Platz zu stehen. Wenn ich spiele, dann versuche ich immer mein Bestes zu geben und meine Leistung zu bringen. Ich will spielen und freue mich wenn ich es tue. Wir haben einen großen Kader und sehr viel Qualität, das macht dann auch unglaublich Spaß mit den Superspielern zu spielen.
Sportkurier: Kannst Du in London noch auf die Straße gehen oder ist das eher schwierig für Dich?
Andre Schürrle: Man wird da schon erkannt, denn es gibt hier ja in London sehr viele Chelsea Fans. Der Klub ist sehr populär, aber es läuft immer sehr friedlich ab. Man wird nach einem Foto gefragt oder nach Autogrammen. Oder einfach nur Hallo gesagt.
Sportkurier: Lebst Du mit diesem Job und hier in dieser Stadt Deinen Traum?
Andre Schürrle: Man träumt natürlich als kleiner Fußballer immer davon einmal Nationalmannschaft zu spielen und bei einem der besten Clubs der Welt. Im Moment ist das bei mir der Fall, das ist unglaublich schön. Ich versuche daher auch weiterhin jeden Tag mein Bestes zu geben und mich weiterzuentwickeln.
Sportkurier: Musst Du Dir nicht manchmal denken vor dem Einschlafen ‚Hey, wow, was mir passierte ist, das ist schon ganz groß‘ ?
Andre Schürrle: Darüber mache ich mir eigentlich eher wenig Gedanken. Ich bin sehr froh und glücklich, dass ich hier bin und ich es hierher geschafft habe. Daher will ich immer alles geben, damit ich auch weiter hier schöne Erlebnisse haben kann und gute Spiele abliefere. Es ist natürlich unglaublich gut für mich gelaufen von der A-Jugend über die Bundesliga hierher, aber da habe ich auch sehr hart dafür gearbeitet
Sportkurier: Bist Du eigentlich noch oft in Ludwigshafen in der Heimat?
Andre Schürrle: Ja, oft… naja, so oft es eben geht. Bevor wir uns mit der Nationalmannschaft getroffen haben war ich dort und wenn ich mal zwei Tage frei habe, dann geht es auch oft dorthin. Ich finde es dort immer noch sehr schön.
Sportkurier: Was denkst Du über die Situation mit der „Falschen 9“, jetzt wo Mario Gomez und Miroslav Klose verletzt sind. Muss man diese Taktik beibehalten oder sollte man sie wieder überdenken?
Andre Schürrle: Ich denke wir haben auch mit der Falschen 9 sehr gute Spiele abgeliefert. Ob es nun Mario Götze ist oder Thomas Müller, der diese Position einnimmt, Mesut Özil oder Max Kruse – sie lassen sich immer gut mit zurückfallen und man kann sie immer anspielen. Von daher denke ich, dass diese Variante eine tolle Option ist. Aber Miro und Mario haben in der Nationalelf schon so viele Tore geschossen, daher denke ich, dass wir wieder auf sie zurückgreifen, wenn sie gesund sind. Muss man sehen, wie der Bundestrainer das dann entscheidet.
Fotos: Marc Schüler