Der Sportkurier im Gespräch mit Christian Klein, dem neuen Chefcoach des VfR Mannheim
Der Sportkurier im Gespräch mit Christian Klein, dem neuen Chefcoach des VfR Mannheim
Archiv | erstellt am Do. 21.11.2013
Unter 30 Bewerbern machte der 35-jährige das Rennen (wir berichteten). Der A-Lizenzinhaber und ehemalige Jugend- und Juniorennationalspieler war zuletzt beim österreichischen Zweitligisten SC Rheindorf Altach als Co-Trainer beschäftigt. Zuvor war er in der Landesliga Mittelbaden für den TSV Reichenbach und in der Verbandsliga Nordbaden für den FC Germania Friedrichstal hauptverantwortlicher Coach.
Der VfR Mannheim schenkte somit einem jungen, dynamischen und sehr ehrgeizigen Trainer das Vertrauen. Der Vertrag ist vorerst bis zum 30.06.2014 datiert. Co-Trainer ist B-Lizenzinhaber Marco Thürer, der bis März 2013 den Kreisligisten TSV Handschuhsheim coachte und u.a. als Fußballprofi für den FSV Mainz 05 und SV Meppen die Kickstiefel schnürte.
Foto: Links VfR-Sportvorstand Friedrich Lutterkort – Mitte: VfR-Coach Christian Klein, rechts: VfR-Geschäftsführer Sven Wolf.
Der Sportkurier hat sich mit dem neuen Trainer des VfR Mannheim unterhalten.
Sportkurier: Herr Klein, zunächst auch unseren Glückwunsch. Sie konnten sich als relativ unbeschriebenes Blatt gegen namhafte Konkurrenten durchsetzen. Hatten Sie sich im Vorfeld Chancen ausgerechnet?
CHRISTIAN KLEIN: Zunächst vielen Dank für die Glückwünsche. Ich konnte die Verantwortlichen von meiner Auffassung vom Fußball und meinem Konzept überzeugen. Es waren sehr gute Gespräche und ich freue mich sehr über das in mich gesetzte Vertrauen und auf die Arbeit beim VfR Mannheim.
Sportkurier: Die Aufgabe ist nicht einfach für Sie, denn bei sieben Punkten Rückstand auf einen sicheren Nichtabstiegsplatz, ist die Luft doch schon recht dünn. Sind Sie vom Klassenerhalt überzeugt?
CHRISTIAN KLEIN: Davon bin ich absolut überzeugt, wir werden auf keinen Fall absteigen. Ich habe die
Mannschaft am Samstag beim Pokalspiel in Pforzheim beobachtet und selbstverständlich sind mir auch die Spieler des Kaders bekannt. Der Verein hat hier meines Erachtens zu Saisonbeginn eine gute Personalpolitik betrieben. Die Fluktuation war ja sehr groß im Kader, auch hatte man mit überdurchschnittlichem Verletzungspech zu kämpfen. Die bisherigen 17 Saisonspiele ohne Sieg, spiegeln nicht die wahre Stärke des Teams wieder. Das Potenzial ist absolut vorhanden.
Sportkurier. Schon vor Ihrer Verpflichtung sickerte durch, dass man sich auf alle Fälle in der Winterpause verstärken will.
CHRISTIAN KLEIN: Der Verein lässt mir da ziemlich freie Hand in der Personalplanung. Natürlich innerhalb eines vorgegebenen Rahmen. Ich werde mir jetzt diese Woche bei den Trainingseinheiten und vor allem beim Spiel gegen den FC Villingen ein Bild machen können. Dann kann man schon eher ein erstes Resümee ziehen. Wir bekommen schon jetzt von Spielerberatern jede Menge Akteure angeboten. Sicherlich sind auch einige sehr interessante Spieler darunter, aber die müssten ja auch in den finanziellen Rahmen passen. Schnellschüsse wird es da jetzt nicht geben. Jeder Spieler des aktuellen Kaders hat jetzt bei mir auch die Chance sich zu beweisen und aufzudrängen. In drei, vier Wochen werde ich wissen, auf welche Spieler wir im Abstiegskampf setzen können – und wo wir personell nachlegen müssen.
Foto: VfR-Akteur Oliver Malchow am Ball. VfR-Coach Christian Klein will schon gegen Villingen seine Mannschaft auf Sieg programmieren.
Sportkurier: Wo sehen Sie die größten Baustellen?
CHRISTIAN KLEIN: In der Offensive, das ist augenscheinlich. Wir haben noch zu wenig Tempowechsel und sind nicht zielstrebig genug in unserem Spiel nach vorne, vor allem nicht in der torgefährlichen Zone. Die Mischung zwischen Ballkontrolle und schnellem Umschalten, daran müssen wir arbeiten. Und es fehlen mir da auch Führungsspieler, die auf dem Platz Verantwortung übernehmen. Daniele Toch könnte so ein Spieler sein. Da geht es auf dem Platz noch zu ruhig zu. Jetzt kommt auch noch der eine und andere Spieler zurück, der verletzt war, sodass ich da recht zuversichtlich bin.
Sportkurier: Am Sonntag geht es bei ihrer Premiere im Rhein-Neckar Stadion gegen den FC Villingen. Danach müssen Sie mit ihrem Team beim Tabellenletzten SV Oberachern und zu Hause gegen den Tabellenvorletzten Bahlinger SC antreten, bevor es in die Winterpause geht. Gibt es da von Ihnen eine Punktevorgabe?
CHRISTIAN KLEIN: Am liebsten wären mir neun Punkte aus diesen drei Spielen. Mit Oberachern und dem Bahlinger SC haben wir es mit zwei Konkurrenten im Kampf um den Abstieg zu tun. Die müssen wir distanzieren, also möglichst die volle Punkteausbeute holen. Gegen den FC Villingen wünsche ich mir am Sonntag eine erste Reaktion von der Mannschaft. Jedem muss bewusst sein, um was es geht. Da erwarte ich Kampf, Leidenschaft und will auch den unbedingten Willen zum Sieg erkennen können.
Sportkurier: Dann bedanken wir uns für das offene Gespräch und wünschen Ihnen zum Einstand gegen den FC Villingen viel Glück, vor allem natürlich den ersten Saisonsieg auf dem grünen Rasen.
CHRISTIAN KLEIN: Vielen Dank. Beides können wir gut gebrauchen, das Glück und die drei Punkte.
Foto 1+2 VfR Foto 3 Berno Nix