Der SPORTKURIER sprach mit Waldhof-Coach Kenan Kocak

Der SPORTKURIER sprach mit Waldhof-Coach Kenan Kocak

Der SPORTKURIER sprach mit Waldhof-Coach Kenan Kocak

Archiv Regionalliga (Fußball) | erstellt am Fr. 20.06.2014

Die Fluktuation ist nun doch größer, als es Kenan Kocak (Foto oben) recht wäre. „Wir müssen uns den Gegebenheiten stellen und für den Verein das Beste daraus machen“, sagt Kocak – und bastelt dabei unbeirrt am neuen SV Waldhof 2014/2015 weiter. „Uns allen muss klar, sein, dass wir in der kommenden Spielzeit den Klassenerhalt als sportliche Zielsetzung festgelegt haben. Mit anderen Wünschen und Träumen kann man sich auseinandersetzen, ob diese dann realistisch sind, steht auf einem anderen Blatt Papier.“

Gestern war Trainingsstart bei den Blau-Schwarzen und knapp 300 Besucher verfolgten das Treiben auf dem Trainingsgelände. Neu mit dabei Christian Mühlbauer (DJK/FC Ziegelhausen/Peterstal) und Steffen Straub (1899 Hoffenheim U23). Mit bisher 16 Neuzugängen wird die Mannschaft der Waldhöfer ein völlig neues Gesicht erhalten.

Foto rechts: Kapitän Dennis Geiger wird den SV Waldhof Mannheim verlassen.

Wir haben uns mit Waldhof-Coach Kenan Kocak unterhalten.  
 
Sportkurier: Herr Kocak, die Fluktuation im Kader ist jetzt doch größer, als Sie das noch vor 2-3 Monaten vorgesehen hatten. Die neuen Spieler sind vornehmlich Akteure mit einer guten „fußballerischen“ Ausbildung, die jedoch bisher meist in U23-Teams spielten. Der Begriff: „Waldhof-Buben“ gewinnt wieder mehr denn je an Bedeutung?

KENAN KOCAK: Wir haben jede einzelne Personalie bewusst ausgesucht und sind von den Fähigkeiten der Spieler überzeugt. Vor allem ist bei jedem einzelnen auch noch richtig gutes Entwicklungspotenzial vorhanden. Das sind klare Typen, die auch charakterlich zu uns passen. Es wird Freude machen, mit dieser jungen Mannschaft die schweren Aufgaben anzugehen, die da vor uns liegen.

Sportkurier: Einige Leistungsträger haben beim SV Waldhof noch nicht zugesagt.

KENAN KOCAK: Fangen wir bei Dennis Geiger an. Unser Kapitän wird uns verlassen, das hat er gestern mitgeteilt. Nach vier Jahren SV Waldhof suche er eine neue Herausforderung. Natürlich bin ich enttäuscht, denn wir hatten gute Gespräche. Auch sind wir als Verein mit unserem Angebot an die Grenze des Machbaren gegangen. Ajdin Zeric wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Eintracht Trier wechseln. Da hat er ein Angebot, mit dem wir nicht konkurrieren können. Mit Cem Islamoglu bzw. dessen Berater sind wir noch in Gesprächen.

Sportkurier: Bei Marc Gallego ist sogar von einem vorzeitigen Wechsel, während der Vertragslaufzeit die Rede.

KENAN KOCAK: Sein Berater ist auf uns zugekommen und hat uns mitgeteilt, dass der FC Homburg an Gallego interessiert sei. Auch Gallego selbst zeigt großes Interesse. Als er im Winter zu uns kam, da war mir auch nicht bekannt, dass wir im Etat weiter zurückfahren müssen. Ansonsten hätten wir damals sicher keinen Vertrag bis 2016 gestrickt. Ich werde dem Spieler also keine Steine in den Weg legen, wenn er denn gerne wechseln möchte. Natürlich würde ein Transfer von Marc den Etat von uns entlasten, das muss man auch von der Seite betrachten. Eine Ablösesumme steht nicht im Raum. Gestern hat sich der Spieler per sms krankgemeldet. Ich denke wir werden in den nächsten Tagen mehr Klarheit haben.
 
Sportkurier: Sind noch weitere Personalien geplant?

KENAN KOCAK: Ja, auf jeden Fall werden wir noch einen Spieler für die Innenverteidigung verpflichten. Zudem jemanden für das zentrale Mittelfeld, der auch defensiv variabel spielen kann.

Foto: Waldhofs Ajdin Zeric (Nr.18) schaut dem Ball hinter her beim Spiel in der Regionalliga, SV Waldhof Mannheim – SSV Ulm 1846.
Sportkurier: Ihre Transferpolitik ist sehr mutig. Keine Bedenken und Sorgen – es könne eine „brutal“ schwierige und harte Saison werden?

KENAN KOCAK: Wir müssen nach unseren Möglichkeiten verfahren und da haben wir meines Erachtens das Optimale herausgeholt. Die neue Mannschaft muss sich finden und das recht schnell. Auch wenn ich mich wiederhole, aber in erster Linie geht es in dieser Spielzeit um den sicheren Erhalt der Spielklasse. Da müssen wir einen guten Start hinlegen und möglichst früh die erforderlichen Punkte einfahren. Jetzt schon eine Prognose abzugeben ist sehr schwer, da ist auch die Vorbereitungsphase abzuwarten. Wir haben viele Testspiele vereinbart, so dass man sicherlich in vier Wochen einen guten Überblick haben wird.

Foto: SV Waldhof Mannheim – SC Freiburg II, Mannheims Marc Gallego gegen Freiburgs Nicolai Lorenoni.
Sportkurier. Das erste Testspiel am Samstag, den 28.06.2014 um 14:00 Uhr gegen Wormatia Worms findet im Stadion des FV Fortuna Heddesheim statt, wieso das?

KENAN KOCAK: Da geht mein Dank an die Verantwortlichen von Fortuna Heddesheim. Bei uns sind die Plätze am Alsenweg und Carl-Benz Stadion noch gesperrt. Heddesheim stellte uns auf Anfrage den Platz zur Verfügung. Wir haben mit Worms gleich einen Gegner aus der gleichen Liga gewählt. So haben wir auch schon einen ersten Eindruck, wo unsere neue Mannschaft steht.

Sportkurier: Wie sind die Trainingsbedingungen allgemein?

KENAN KOCAK: Natürlich nicht gut. Die Plätze wurden allesamt ausgebessert und müssen nun noch drei, vier Wochen geschont werden. Wir haben am Alsenweg nur ein halbes Spielfeld zur Verfügung und auch im Stadion können wir nicht trainieren. Das sind keine optimalen Bedingungen.

 

Fotos: Alle Rhein-Neckar Picture

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