Die Meisterschale kommt nach Mannheim

Die Meisterschale kommt nach Mannheim

Die Meisterschale kommt nach Mannheim

Archiv Oberliga (Fußball) | erstellt am Mi. 09.07.2014

Am 10. Juli 1949 sicherten sich die Rasenspieler  die Meisterschale nach einem 3:2-Erfolg nach der Verlängerung gegen Borussia Dortmund. Es war der größte Tag in der Mannheimer Fußball-Geschichte – und am Freitag wird der Beweis dafür dauerhaft in den Besitz des VfR übergehen.

Die Meisterschale bekommt seit jeher der Gewinner für ein Jahr ausgehändigt und muss sie anschließend wieder abgeben, hat allerdings die Chance, sich eine originalgetreue Replik anfertigen zu lassen, um die Schale in der eigenen Vitrine ausstellen zu können. Diese Gelegenheit ließ der VfR fast 65 Jahre ungenutzt, doch anlässlich des Jubiläums holte der Klub dies nach.

Mit der Aktion „Mannheim holt die Schale“ wurde Geld gesammelt, um die Kosten der Replik-Erstellung (etwa 15.000 Euro) zu schultern, und am Freitag folgt die Übergabe, wenn das Spiel der Traditionsmannschaften vom VfR und Borussia Dortmund vorüber ist, der Anpfiff erfolgt um 19 Uhr.

„Ich denke, es ist eine tolle Geschichte, fast auf den Tag 65 Jahre später erneut gegen Borussia Dortmund zu spielen. Und weil wir die Traditionsmannschaft gewinnen konnten, bei uns anzutreten, werden viele Größen der Vergangenheit dabei sein“, freut sich Sven Wolf über den sportlichen Höhepunkt der Veranstaltung. Der Geschäftsführer des VfR war in den zurückliegenden Monaten gemeinsam mit den Mitgliedern des Marketingskreises damit beschäftigt, die Finanzierung des Projektes zu stemmen.

Foto: Silbermanufaktur in Bremen.

Es wurden Fans, Partner und Sponsoren gesucht, die virtuelle Tore schießen. Jedes virtuelle Tor kostete 49 Euro, 350 Tore waren nötig, um die Kosten zu decken. Weil manche Firmen, darunter die Mannheimer Runde, gleich 50 Treffer auf einmal markierten, gelang das Vorhaben.

„Für mich schließt sich mit der Übergabe der Meisterschale ein Kreis“, sagt Ralf Auer. Der Präsident des VfR ist stolz, dass sein Klub Vergangenheit und Moderne auf diese Weise verbinden kann. In diesen Momenten verschwindet die Tatsache aus dem Gedächtnis, dass die Rasenspieler nur noch in der fünftklassigen Oberliga spielen und den Klassenerhalt in der abgelaufenen Spielzeit gerade so geschafft haben. Die Vergangenheit kehrt am Freitag für einen Abend in das Rhein-Neckar-Stadion zurück, wenngleich von der Meistermannschaft niemand mehr vor Ort sein kann. Alle elf Spieler, auch der herausragende Rudolf „Bella“ de la Vigne, sind inzwischen verstorben.

Auf dem Feld, beim Duell der Traditionsmannschaften, werden dennoch nahmhafte Spieler stehen. Borussia Dortmund hat unter anderem das Mitwirken von Günter Kutowski, Steffen Karl, Michael Lusch, Michael Schulz und Frank Mill angekündigt. Beim VfR werden beispielsweise Stephan Groß, Ralf Friedberger, Wolfgang Platz, Stefan Malz, Reinhold König und VfR-Rekordspieler Ralf Ebner auflaufen. In jedem Fall  kommen Fußballromantiker auf ihre Kosten, und ganz sicher nicht nur die.

Die Stadiontore öffnen um 17 Uhr, das Spiel der Traditionsmannschaften vom VfR und Borussia Dortmund beginnt um 19 Uhr. Karten gibt es ausreichend an der Abendkasse. Nach der Partie wird die Replik der Meisterschale offiziell überreicht.

Fotos: VfR

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