Patrick Greulich (grün) setzt sich in dieser Szene gegen seinen Gegenspieler vom VfB St. Leon durch.  Bild: lofi

Patrick Greulich (grün) setzt sich in dieser Szene gegen seinen Gegenspieler vom VfB St. Leon durch. Bild: lofi

„Das ist natürlich etwas Besonderes, wenn man gleich dreimal trifft.“ +++ Brühls Torjäger Greulich mit Top-Quote

Archiv Landesliga (Fußball) | erstellt am Mi. 18.11.2015

Egal, ob im Profi- oder im Amateurbereich, die Verlockungen sind groß. Vereinstreue findet man da nur noch in den seltensten Fällen. Bei Patrick Greulich schon. Den kann man nämlich durchaus als Ur-Brühler bezeichnen.

Begonnen hat er mit dem Fußball spielen beim FV 1918 Brühl und dem hält er bis heute die Treue. 25 Jahre ist er mittlerweile alt. Und für den FVB ist er ein Glücksfall. Denn Greulich hat etwas, was nicht viele haben: eine eingebaute Torgarantie. Es kommt selten vor, dass er mal nicht trifft.

So hat er in bislang 107 Landesligaspielen seit der Saison 2012/2013 sage und schreibe 73 Treffer erzielt. Eine Topquote. Und auch in dieser Runde hat er schon elf Mal in 14 Spielen zugeschlagen. Zuletzt sogar dreifach. Gegen den VfL Neckarau glückte ihm ein Hattrick. „Das ist natürlich etwas Besonderes, wenn man gleich dreimal trifft. Und dann auch noch im Derby gegen Neckarau, so etwas vergisst man nicht.“

Spielszene Saison 2014/2015 – FV Brühl – Fortuna Heddesheim. Greulich (rot) scheitert an Heddesheim-Keeper Sinan Bal. Rechts Heddesheims Tim Krohne. Bild: Rafael Kowollik.

Trotz seiner Vollstrecker-Qualitäten ist er aber auf dem Boden geblieben. Das Abheben überlässt Greulich anderen. Die Mannschaft steht für ihn über allem. So verwundert es auch nicht, dass er sich traditionell kein Torziel setzt. „Mit so etwas beschäftige ich mich zu Saisonbeginn nie, Ziele setze ich mir nur mit der Mannschaft, persönliche Dinge stehen da hinten an“, sagt er. Aber auch: „Natürlich freue ich mich, wenn es für mich so gut läuft, wie momentan, aber das bewerte ich nicht über.“

Und auch, wenn Eigenlob stinkt, wo sieht er denn seine eigenen Stärken? Was zeichnet ihn vor des Gegners Tor aus? Woher kommt er, dieser Killerinstinkt? „Ganz ehrlich, das müssen eigentlich andere beurteilen. Aber gut, ich würde schon sagen, dass ich eher der Typ bin, der über das Läuferische kommt.“ Also einer, der auch mal über die Außenbahnen für Gefahr sorgt und auch im offensiven Mittelfeld den einen oder anderen Geistesblitz auf Lager hat.

Ein weiterer Vorzug von Greulich: Verletzt ist er so gut wie nie. Punktspiele verpasst er eigentlich in der Regel nicht. Woran liegt das denn? Geht er etwa zusätzlich noch ins Fitness-Studio? Greulich lachend: „Dazu bleibt keine Zeit, wenn dann ab und an mal mit der Freundin, aber das ist wirklich sehr selten der Fall.“

Die Ernährung sei ihm hingegen wichtig. Er achtet genau darauf, was auf den Teller kommt. Zudem hatte er im Sommer auch Glück im Unglück: Verletzt war er in der Vorbereitung, ein Muskelfaserriss im Oberschenkel setzte ihn vier Wochen außer Gefecht.

Patrick Greulich (blau) ist auch läuferisch stark, geht weite Wege und beschäftigt so permanent seine Gegenspieler. 73 Landesligatore in 3,5 Spielzeiten sprechen für sich. Bild: lofi.

In dieser Saison hat er übrigens noch viel vor: „Wir möchten oben dran bleiben. Die Qualität um das zu schaffen ist sicherlich da.“ Aktuell ist Brühl Tabellen-Fünfter. Womit man voll im Soll liegt: Das Ziel war ein Platz unter den Top sechs der Liga. Mit der Ausbeute von 25 Zählern ist Greulich hingegen nur bedingt zufrieden.

„Normalerweise“, bedauert er, „normalerweise hätten wir sicher schon drei, vier Punkte mehr haben können. Aber die haben wir leichtfertig verspielt.“ Und weiter: „Trotzdem ist es aber bis dato der beste Saisonstart, den wir in den letzten Jahren geschafft haben.“

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