FC Tuerkspor - VfR Mannheim II - Saison 14/15. Die VfR-Aklteure Pierre Sauer (li.) und Philipp Barncek-Fischer können Türkspors Oguzhan Yildirim nicht am Schuss hindern. Bild: Berno Nix

FC Tuerkspor - VfR Mannheim II - Saison 14/15. Die VfR-Aklteure Pierre Sauer (li.) und Philipp Barncek-Fischer können Türkspors Oguzhan Yildirim nicht am Schuss hindern. Bild: Berno Nix

Der Trainer wochenlang im Urlaub, aber der FC Türkspor Mannheim überrennt trotzdem die Liga

Archiv Kreisliga (Fußball) | erstellt am Di. 15.09.2015

Feytullah Genc lebt diesen Traum aktuell. Der Coach des FC Türkspor Mannheim ist mit seiner Mannschaft momentan das Maß aller Dinge in der Kreisliga Mannheim. In beeindruckender Art und Weise thront die Genc-Elf am Platz an der Sonne, scheint derzeit unschlagbar zu sein.

Was am letzten Wochenende auch der FC Germania Friedrichsfeld zu spüren bekam. Der Liga-Neuling kam übel unter die Räder, wurde beim 9:3 regelrecht überrannt.

Doch so imposant der Höhenflug auch ist, aus heiterem Himmel kommt er nicht wirklich. Denn schon in der Rückserie der letzten Saison war Türkspor bärenstark. Als der Sportkurier kurz vor Saisonbeginn mit Genc sprach, hielt der den Ball dennoch bewusst flach. Er betonte immer wieder, dass seine Mannschaft nicht zu den Titelkandidaten zu zählen sei, weil gerade der Saisonstart traditionell schlecht sei. Wegen der vielen Urlauber und der dadurch holprigen Vorbereitung.

Und jetzt das: Türkspor legte einen Blitzstart hin

Was sagen Sie nun Herr Genc? „Nun ja“, schmunzelt er, „dieser Start kommt natürlich für uns alle etwas überraschend, weil wir ansonsten eher schlecht starten. Aber in diesem Jahr war sicher unser Vorteil, dass wir vor den Schulferien alle gemeinsam trainieren konnten und dass der Stamm der Mannschaft auch nahezu der gleiche ist, wie in der letzten Saison.“ Demnach hat Türkspor quasi den Schwung der letzten Rückserie mitgenommen? „So kann man das sagen.“

Den Traumstart erlebte Genc übrigens nur am Telefon mit. Der Trainer des Spitzenreiters war bei keinem der fünf Siege dabei: „Ich habe die komplette Vorbereitung durchgezogen und das Abschlusstraining geleitet. Kurz vor dem ersten Spiel bin ich dann in den Urlaub und erst an diesem Montag zurückgekehrt.“

In Kontakt war man trotzdem. Eigentlich ständig. Tagtäglich wurde telefoniert. „Wenn ein Spiel war, war mein Handy-Akku schon nach zwei Stunden leer“, lacht Genc. Vertreten wurde er übrigens von Ugur Akyol, der zur Sportlichen Leitung von Türkspor zählt. Und von Yusuf Baran, dem Torwarttrainer des Tabellenführers. „Sie haben das super gemacht“, lobt Genc seine Mitstreiter.

Ab sofort hat nun der Chef wieder das Sagen – und der kann nahezu aus dem Vollen schöpfen

Während in den letzten Wochen noch einige Leistungsträger urlaubsbedingt fehlten, muss Genc ab dem nächsten Wochenende nur noch auf einen Spieler verzichten. „Wobei ein paar unserer Spieler noch nicht über die nötige Fitness verfügen.“ Trotzdem will man gemeinsam angreifen. Ist Türkspor vielleicht sogar D E R Titelfavorit schlechthin in der Kreisliga? Genc meint nein. Und das hat Gründe: „Wir hatten bislang bis auf Wallstadt eher schwächere Gegner. Plankstadt, das mit uns punktgleich ist, hatte dagegen ein schwereres Auftaktprogramm“, sagt er. Aber auch: „Wenn wir weiter so gut spielen und punkten, ist sicher mit uns zu rechnen. Denn wir waren in der letzten Saison ja das zweitbeste Rückrunden-Team und das beste, also Ketsch, spielt mittlerweile in der Landesliga.“

Trainer Feytullah Genc grüßt mit seiner Mannschaft von der Tabellenspitze. Foto: Berno Nix.

Die Hauptkonkurrenten an der Spitze sind für Genc neben Plankstadt auch noch Wallstadt und Rheinau. Und genau gegen Rheinau geht es bekanntlich am kommenden Sonntag um 13 Uhr zuhause. Aber ist das wirklich ein Spitzenspiel? Schließlich rangiert Rheinau momentan „nur“ auf dem sechsten Platz. „Für mich ist das auf jeden Fall ein Spitzenspiel.

Rheinau hat eine sehr gute Mannschaft und sie werden bald wieder ganz oben mit dabei sein. Für uns ist das deshalb eine richtige Standortbestimmung“, stellt Genc klar, „die wir bestehen möchten. Wir wollen gewinnen und werden alles versuchen, um das zu schaffen.“ Wie Türkspor das schaffen kann, wird bei einem Blick auf die Tordifferenz deutlich: Wer 23 Tore schießt, braucht sich vor niemandem zu verstecken. Und die Torfabrik der Liga steht nicht überraschend bei Türkspor.

Genc: „Wir haben einige herausragende Stürmer in unserem Team

Sie sind individuell sehr stark, technisch versiert und wenn sie sich dann noch zusammen die Chancen erarbeiten, ist unsere Offensive unsere große Stärke.“ Doch so gut die Stimmung derzeit bei Türkspor Mannheim auch ist, gestern war sie trotzdem im Keller: Der Vater von Torwarttrainer Yusuf Baran ist verstorben. Baran, der bislang ein wichtiger Coaching-Baustein beim Höhenflug war, reiste sofort in die Türkei. Gerade für ihn will die Mannschaft am Sonntag gegen Rheinau sicher nachlegen.

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