Viktorias Trainer Christian Michler sieht der kommenden Spielzeit optimistisch entgegen Bild: Berno Nix
Sportkurier-Serie (6) – FC Viktoria 08 Neckarhausen ++ Trainer Michler: „Tiefstapelei ist nicht mein Ding.“
Archiv Kreisklasse (Fußball) | erstellt am Do. 02.07.2015
Damals wurden auf dem altehrwürdigen Hartplatz in der Porschestraße einige denkwürdige Schlachten geschlagen. Mittlerweile ist man in der Kreisklasse A1 zuhause, wo man zuletzt erfolgreich vorne drin mitmischt.
Und dass es momentan nicht zu noch mehr reicht, hat gewissermaßen auch mit der ruhmreicheren Vergangenheit zu tun. Denn damals wurde – wie man hört – eben auch mal mehr ausgegeben, als eigentlich da war.
Ein Ergebnis, mit dem niemand gerechnet hatte
Trainer Christian Michler interessiert das alles nicht. Er lebt im Hier und Jetzt, bastelt mit der Viktoria an der Gegenwart und das mit Erfolg. Was ein kurzer Rückblick auf die Vorsaison zeigt: Michler und seine Elf zauberten eine famose Hinrunde auf das Kunstrasenrechteck in Neckarhausen, ehe ihnen in der Rückrunde etwas die Luft ausgegangen ist. Egal, am Ende stand ein famoser fünfter Rang. Einer, den ihnen kaum ein Experte zugetraut hatte.
Ausschlaggebend für den Vormarsch war die aggressive Spielweise, die jeden Gegner vor Probleme stellte. Und der kleine Einbruch ist erklärbar: „Wir hatten nach der Winterpause mit einigen verletzten Spielern zu kämpfen, das hat sich negativ ausgewirkt“, erklärt Trainer Christian Michler. Und der ist ein ehrgeiziger Coach. Stillstand ist für ihn gleichbedeutend mit Rückschritt.
Zielsetzung: „Platz vier wäre schön.“
Will heißen: Anders als viele seiner Trainerkollegen spricht er aus, was er denkt. Tiefstapelei ist demnach nicht sein Ding. Er betont: „Wir versuchen uns eigentlich von Jahr zu Jahr zu verbessern.“ Oder anders: Der vierte Platz wäre schon schön. Ist aber kein Muss. „Wir wollen uns möglichst im vorderen Tabellendrittel etablieren“, sagt Michler.
Machbar erscheint das, denn die Viktoria hat es geschafft, das Personal weitestgehend beisammen zu halten. Lediglich zwei Spieler haben sich im Sommer verabschiedet: Torhüter Marco Porcu zieht es nach Altlußheim und Alexander König zum TSV Neckarau. Und vor allem der Abschied von Porcu schmerzt. Bislang hat man nämlich keinen Torhüter als Ersatz gefunden.
Viktoria Neckarhausen – Turanspor-Neckarhausens Keeper Marco Porcu kann hier den Ball vor Turanspors Yusuf Cekemci wegfausten. Bild: Berno Nix
Es wird dringend ein Keeper gesucht
„Das ist nicht so leicht, momentan befinden wir uns noch auf der Suche“, gesteht Michler. Erschwerend kommt hinzu, dass das Bankkonto bei der Viktoria nicht prall gefüllt ist. „Zu uns kommen die Spieler nicht, um etwas zu verdienen. Zu uns kommen sie, weil sie Spaß am Fußball haben und sich am großen Zusammenerhalt erfreuen“, stellt Michler klar. Dementsprechend schwer ist es allerdings auch, neue Spieler zu finden. Die müssen nämlich nicht nur spielerisch passen, sondern auch menschlich.
Michler nickt: „Beide Faktoren sind uns ganz wichtig.“ Zwei, die ins Raster passen, sind Stephan Möbius und Alexander Volk, die sich in der neuen Saison das Viktoria-Trikot überstreifen werden. Das erste Training wird am 11. Juli stattfinden. In Sachen Titelfavorit hat Michler kein Überteam ausgemacht. Er sieht in der Kreisklasse A1 vielmehr fünf, sechs Teams, die sich auf Augenhöhe bewegen und bis zum Schluss oben mitmischen werden. Vielleicht gehört da ja auch die Viktoria dazu.
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