FV-TRainer Rainer Elias gibt bei den Ladenburgern seit 16 Jahren den Ton an. Eine Fußball-Trainer-Legende! Bild: Berno Nix
FV 03 Ladenburg fegt durch die Kreisklasse A II – 5 Siege in Folge, jede Menge Tore – Platz 2
Archiv Kreisklasse (Fußball) | erstellt am Do. 15.10.2015
Und dieser Gefühlsausbruch ist auch absolut nachvollziehbar. Schließlich stehen die „Nulldreier“ blendend da.
Nach einem leicht verkorksten Aufgalopp, der laut Elias vor allem mit den vielen Urlaubern zusammenhing, verbreiteten die Gelb-Schwarzen zuletzt in der Mannheimer Kreisklasse A, Staffel II, Angst und Schrecken. So blieben die Ladenburger in den letzten fünf Spielen ungeschlagen und ballerten sage und schreibe 24 Tore heraus. Der Lohn: Platz zwei. Mit 19 Punkten und 30:9-Toren. Besser ist da aktuell nur der SSV Vogelstang als Tabellenführer mit 21 Zählern.

v.l. Turanspors Hakan Cakmak gegen Ladenburgs Joantan Del Brio Gil. Foto – Berno Nix.
Befindet sich der FVL etwa gar auf Titelkurs?
„Den Titel kann man meiner Meinung nach in der A-Klasse nur schwer planen. Dazu ist alles zu schnelllebig. Mal hast du einen Studenten, der plötzlich ein Auslandssemester vor sich hat, mal muss jemand beruflich für mehrere Monate weg. Klar ist aber natürlich, dass wir ganz oben dabei sein wollen. Und wenn es am Ende der Titel wird, nehmen wir den natürlich auch gerne mit.“ Und schon wieder lacht er, der Trainer der Ladenburger.
Ende letzter Saison lachte er auch, da hatte sich seine Mannschaft noch im Endspurt auf den zweiten Rang geschoben und sich somit für die Relegationsspiele für die Kreisliga Mannheim qualifiziert. Hier war dann aber Endstation. Letztlich machte mit Turanspor Mannheim die erfahrenere Formation das Rennen.
Schwamm drüber, das war einmal. Der Blick geht nach vorne und im diesjährigen Titelkampf sieht Elias ein paar Mannschaften, die Ladenburg gefährlich werden können. Die Hauptkonkurrenten an der Spitze sind für ihn Käfertal, Vogelstang, Feudenheim und Srbija Mannheim.

1. FC Turanspor Mannheim – FV 03 Ladenburg , Beide Trainer reichen sich nach dem Spiel die Hände, v.l. Ladenburgs Coach Rainer Elias und Turanspor-Trainer Mehmet Ali Topal. Foto – Berno Nix
In Käfertal müssen die Ladenburger nun am Sonntag ran
Elias hat Respekt vor der Aufgabe. Er erklärt: „Käfertal will schon seit Jahren aufsteigen und hat häufig einfach auch Pech gehabt. Da treffen nun zwei Teams aufeinander, die beide das Spiel machen wollen. Ich gehe deshalb davon aus, dass es eine Partie auf einem gehobenen spielerischen Niveau sein wird.“ Und weiter: „Trotzdem wollen wir natürlich nicht mit leeren Händen wieder heimfahren. Ein Punkt sollte es schon sein, aber wir nehmen auch gerne alle drei.“
Gewissermaßen ist es für ihn auch ein richtungsweisendes Spiel. „Danach haben wir die meisten Spitzenteams gespielt und sehen wo wir stehen, andererseits hat die Erfahrung aber auch gezeigt, dass die Meisterschaft nicht in diesen Partien entschieden werden, sondern in den Begegnungen mit den vermeintlichen Kleinen.“ Also gegen die Mannschaften, die man leicht mal unterschätzt und unnötige Punkte liegen lässt.
Ein wenig Bauchweh hat der erfahrene Trainerfuchs derzeit ohnehin, wenn er an die kommenden Monate denkt. Denn dann wird ausgerechnet einer seiner wichtigsten Spieler fehlen: Kevin Tappe, der bei Ladenburg hinter den Spitzen die Fäden zieht. Ein echter Zehner eben. „Kevin muss für ein halbes Jahr nach Australien“, bedauert Elias: „Er war so gut drauf. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich ihn ersetzen soll. Wir müssen versuchen, das über das Kollektiv aufzufangen.“
Es wäre sicher nicht das erste Mal, das Elias, der bereits seit 1996 (!) bei den „Nulldreiern“ die Kommandos an der Seitenlinie gibt, solch eine Situation löst.
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