U19 des SC Ludwigshafen mit Chancen auf Bundesligaaufstieg
U19 des SC Ludwigshafen mit Chancen auf Bundesligaaufstieg
Archiv Jugend (Fußball) | erstellt am Sa. 19.04.2014
Zudem steht die U19 der Ludwigshafener in der Regionalliga Südwest auf dem 2. Platz und hat theoretisch die Chance auf den Bundesligaaufstieg, was einer Sensation gleich käme. Aber hinter den Kulissen gab es seit langem mächtig „Knatsch“ zwischen den Verantwortlichen Funktionären des Vereins und dem Kooperationspartner „Anpfiff ins Leben“.
Vor knapp zwei Wochen hat „Anpfiff ins Leben“ sein Jugendförderzentrum in Ludwigshafen überraschend geschlossen. „Es bestehen unterschiedliche Auffassungen, die eine weitere Zusammenarbeit unmöglich machen“, so die Erklärung von AIL.
Foto rechts: Selim Öztürk bei seiner Arbeit im Förderzentrum LU.
Seitdem findet für viele Jugendliche keine Hausaufgabenbetreuung, keine Nachhilfe und keine Freizeitangebote mehr statt. Räumlichkeiten können nicht mehr genutzt werden und auch Physio-und Athletiktrainer stehen nicht mehr für die Jugendlichen zur Verfügung.
Der Sportkurier wollte wissen, welche Auswirkungen dies auch auf den Meisterschaftskampf der U19 des LSC hat. Die lagen einst 12 Punkte hinter dem Überteam des 1. FC Saarbrücken, haben aber mächtig aufgeholt und als bestes Rückrundenteam mit sieben Siegen in sieben Spielen – nur noch vier Punkte Rückstand auf die Saarländer. Am 03. Mai kommt es in Saarbrücken zum direkten Aufeinandertreffen. Gewinnt Saarbrücken, sind sie durch – holt Öztürks Team den Sieg, dann könnte der 1.FCS auf der Zielgeraden vielleicht doch noch abgefangen werden.
Sportkurier: Herr Öztürk, ihre Mannschaft hat mit 11 Siegen in Serie einen hervorragenden Lauf. Jetzt kommt es zum direkten Vergleich mit dem Tabellenführer 1. FC Saarbrücken, aber gleichzeitig brodelt es auch gewaltig beim LSC. Wie stellt sich für Sie die Situation aktuell dar?
SELIM ÖZTÜRK: Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zwischen LSC und „Anpfiff ins Leben“, hat „AIL“ den Stützpunkt bis auf weiteres geschlossen. Die Mannschaft und auch unser Trainerstab können die Entscheidung von „Anpfiff ins Leben“ absolut nachvollziehen und wir stehen somit auch hinter dieser Entscheidung, obwohl diese uns auch einige Nachteile bringt.
Sportkurier: Das wäre?
SELIM ÖZTÜRK: Wir haben natürlich in der entscheidenden Phase der Meisterschaft nicht mehr die Vorteile, die wir in der Vergangenheit durch das Förderzentrum hatten. Zum einen entfällt für einige Spieler der Nachhilfeunterricht. Zum anderen haben wir keinen Kraftraum mehr. Die Physiotherapeutische Unterstützung fehlt und auch der Seminarraum usw. steht nicht zur Verfügung. Wir haben das Glück, dass wir nach wie vor einen Athletiktrainer zur Verfügung haben. Ich konnte auch bis Saisonende Ingo Paulsen als Torwarttrainer gewinnen – er wird uns die nächsten Wochen unterstützen.
Foto: In dieser Spielzeit gab es für den Regionalligisten oft genug Grund zum jubeln.
Sportkurier: Sie haben in den letzten 15 Monaten sehr erfolgreiche Arbeit abgeliefert. Aus einer Mannschaft aus dem Niemandsland der Liga, ein Spitzenteam geformt, dass durchaus schon jetzt auf dem Niveau eines Bundesligisten spielt. Dennoch haben die Vereinsverantwortlichen Sie als Trainer ihrer Aufgaben entbinden wollen?
SELIM ÖZTÜRK: Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen. Die leistungsorientierten Fachkräfte standen immer hinter mir. Alle andern waren, sind und werden immer gegen mich sein. Also gibt’s keine Probleme für mich, denn ich lebe für den leistungsorientierten Fußball. Ich habe das Ziel verfolgt, eine erstklassige Mannschaft zu formen – die außerhalb des Platzes ein vorbildliches Auftreten hat und die sich sportlich weiterentwickelt. Das haben wir alles erreicht und darauf können wir stolz sein. In dieser Saison gewannen wir den „Inselcup“, bei dem Bundesligisten und internationale Spitzenmannschaften am Start waren. Wir haben uns als Tabellenzweiter der Regionalliga die Chance bewahrt, auch in die
Bundesliga aufsteigen zu können. Es ist ganz deutlich eine Spielphilosophie erkennbar und die Mannschaft hat eine sehr positive Werbung für den Verein gemacht. Deshalb habe ich und haben wir uns, nichts vorzuwerfen.
Sportkurier: Warum kam es dann nicht zu der Entlassung?
SELIM ÖZTÜRK: Ich habe einen Vertrag mit „Anpfiff ins Leben“ und nicht mit dem LSC. AIL hat entschieden, dass ich bis Saisonende weitermachen werde. Auch die Spieler standen geschlossen hinter mir. Was die neue Saison betrifft, da hat der LSC vorsorglich für die Bundesliga gemeldet. Sollte ich mit der Mannschaft aufsteigen, dann wird der Verein in der neuen Saison jedoch auch einen anderen Trainer für die U19 bestimmen. Ich hätte mir in Ludwigshafen auch keine weitere Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vorstellen können. Da werden auch die Perspektiven fehlen, wenn „Anpfiff ins Leben“ einen dauerhaften Rückzug machen würde.
Sportkurier: Macht es für Sie persönlich eigentlich einen Sinn, bis Saisonende beim LSC weiterzuarbeiten?
SELIM ÖZTÜRK: Ja, natürlich. Warum sollte ich meine Spieler im Stich lassen? Wir haben noch immer die Chance in die Bundesliga aufzusteigen. Das wäre ein einmaliges Erlebnis für jeden Spieler, auch für mich. Wir fokussieren uns also einzig und alleine auf die letzten sechs Saisonspiele und hoffen auf ein sensationelles Ergebnis.
Sportkurier: Dann wünschen wir Ihnen für die restlichen sechs Spieltage, insbesondere beim Gipfeltreffen beim 1. FC Saarbrücken alles Gute und viel Erfolg.
SELIM ÖZTÜRK: Vielen Dank.
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