SV Waldhof Mannheim bezwingt Eintracht Frankfurt

SV Waldhof Mannheim bezwingt Eintracht Frankfurt

SV Waldhof Mannheim bezwingt Eintracht Frankfurt

Archiv Jugend (Fußball) | erstellt am Mo 27.02.2012

Ihre Jungs mussten dafür 90 Minuten auf dem Kunstrasenplatz am Alsenweg alles abrufen – am Ende stand ein verdienter 2:0 Erfolg des Waldhof-Nachwuchses.sge8

Waldhof-Chefcoach Stephan Groß (rechtes Foto/links im Bild, daneben Michael Schuessler) „grippegeplagt“. Groß: „Mich hat es voll erwischt und ich hatte ernsthaft überlegen müssen, ob ich heute im Bett bleibe. Von Fieber, über Schüttelfrost – volles Programm“, quälte sich „Steppse“ zum Spiel.

Vor ca. 430 Zuschauern begann sein Team recht forsch und agil. Durch frühes Pressing unterbanden die Mannheimer von Beginn an einen geordneten Spielaufbau der Gäste aus Frankfurt.

Insbesondere Kochendörfer, Kaiser und Franzin störten den Gegner schon in der 2/3-Zone, wodurch Frankfurt unerwartet viele Ballverluste hinnehmen musste. Wurden die Angreifer Emre Kadimli und Kevin Bartheld in Position gebracht, so war die aufmerksame Viererkette mit Raab, Dell, Hauck und Can immer einen „Tick“ schneller.

„Das haben wir sehr gut gemacht und unsere taktische Marschroute für das Spiel ging voll auf“, freute sich Groß über das geordnete und disziplinierte Spiel seiner Elf.

So richtig Tempo machte wieder einmal Dennis Franzin über die linke Seite. Die Quirlige Nr. 3 war ständig in Bewegung. Eine sensationelle Laufbereitschaft und Zweikampfstärke zeichnet das große Talent aus. In der 8. Minute bediente Franzin den ebenfalls sehr stark aufspielenden Aytunc Önerler, der den Frankfurter Niklas Schüssler auf der linken Angriffsseite düpierte und eine scharfe Flanke in den Strafraum zog, aber Torhüter Yannic Horn konnte den Ball entschärfen.

sge3Frankfurts Angriffsbemühungen über die Mittelfeldreihe Goncalves, Belegu und Effiong wurden bereit im Keim erstickt – das spielerische Plus eindeutig auf der Waldhöfer Seite. In der 17. Minute ein Freistoß von Thomas Can aus dem linken Halbfeld in den Strafraum der Hessen, aber Torhüter Horn fing das Leder vor Önerler und Kochendörfer ab.

Nur zwei Minuten später war es wieder Thomas Can, der einen Eckball von der rechten Seite gefährlich in den Strafraum flankte und in Angreifer Aytunc Önerler (Foto links/dunkles Dress) einen dankbaren Abnehmer fand. Sein Kopfball – hervorragend „getimt“, schlug aus ca. 5 Metern unhaltbar im Frankfurter Tor ein (19.) – es stand 1:0 für die Blauschwarzen.

„Das Tor hat mich besonders gefreut, nämlich gerade im Vorfeld dieser Partie haben wir Standards und diese Laufwege einstudiert. Und dann hat das so toll funktioniert“ zeigte sich Groß begeistert.

sge5Und wieder waren es nur zwei Minuten später, als die nächste Chance herausgespielt wurde. Kapitän Steffen Kochendörfer hatte sich gegen den völlig überforderten Rechtsverteidiger Schuessler durchgesetzt, seine Flanke unterlief Torhüter Horn, aber gleich zwei Waldhöfer scheiterten mit Schüssen auf das Frankfurter Tor.

In dieser Phase von der Eintracht keinerlei Gefahr ausgehend. Die Defensivabteilung der Waldhöfer sowohl im Raumspiel, als auch am Mann – stärker.Wieder war es Franzin der sich gegen Schuessler durchsetzte, quer auf Kochendörfer auflegte, aber dessen Gewaltschuss nur knapp am Torpfosten vorbeiging. Wie stark Franzin und Önerler über die linke Angriffsseite spielten, zeigte die Reaktion des Frankfurter Trainers Alexander Schurr. Er erlöste mit der Auswechslung in der 38. Minute seinen Rechtsverteidiger Niklas Schuessler. Für ihn kam Alban Lekaj ins Spiel, der aber ins rechte Mittelfeld für Kevin Bassey Effiong beordert wurde, Effiong rückte dafür auf die rechte Defensive.

Eine Maßnahme, die auf der rechten Seite für etwas mehr Sicherheit im Frankfurter Spiel sorgte. In der 41. Minute dann die erste nennenswerte Gelegenheit für die Eintracht. Sören Kaiser hatte einen einfachen Zweikampf gegen Belegu verloren und dessen Flanke verpasste nur haarscharf der ungedeckte Emre Kadimli.

sge1In der 2. Halbzeit wurde das Spiel etwas körperbetonter – insbesondere die Frankfurter führten den ein oder anderen Zweikampf grenzwertig durch. Schiedsrichter Patrick Hanslbauer sollte für das Schurr-Team in der Folge gleich drei Mal die Gelbe Karte ziehen.

„Blauschwarz“ vollkommen unbeeindruckt und mit taktisch klugem Verhalten. Bezeichnend die 50. Minute,
als der Frankfurter Max Denefleh auf der linken Defensive in Ballbesitz war und urplötzlich Aytunc Önerler und Dennis Franzin den „ballführenden“ Frankfurter mit schnellem Pressing unter Druck setzten, ihm dadurch kaum eine Abspielmöglichkeit gewährten.

So erkämpfte sich Önerler diesen Ball, drang in den Strafraum ein und seine Flanke kam an die Hand eines Gästespielers. Schiedsrichter Hanslbauer blickte zu seinem Linienrichter und entschied mit kurzer Verzögerung auf Handelfmeter.
War dies die Vorentscheidung? Nein, der ansonsten souverän spielende Jan Marvin Dell scheiterte an Torhüter Horn.

Frankfurt kam nach einer knappen Stunde besser ins Spiel und der Ball lief nun kontrollierter durch die Reihen. Zunächst setzte Albarran Gomez einen Freistoß aus 25 Metern knapp über die Latte (58.)- nur drei Minuten später hatten Bartheid und erneut Gomez mit zwei Nachschüssen die Gelegenheit den Ausgleich zu erzielen.

In der 65. Minute war es Belegu, der mit einem Gewaltschuss aus 20 Metern nur ganz knapp am Torpfosten vorbeizielte. Sollte da noch was gehen für die Frankfurter?

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Franzin hatte auf Kochendörfer gepasst und sein Schuss aus 12 sge12Metern verfehlte in der 74. Minute nur knapp das Ziel. Es war Pfeffer drin im Spiel! Im Gegenzug der eingewechselte Dominik Rummel mit der Chance auf den Ausgleich. Sein sehr harter und platzierter Linksschuss (75.) aus ca. 14 Metern entschärfte Dennis Broll in überragender Manier.
Stephan Groß: „In dieser Phase kamen die Frankfurter stärker auf und da hatten wir auch etwas Glück nicht den Ausgleich zu kassieren.“

Und wieder ging es in die andere Richtung. Aytunc Önerler drang in den Strafraum ein und umspielte einen Verteidiger, und wurde am Trikot gezogen. Der Pfiff des Schiedsrichters ließ nicht auf sich warten – Strafstoss für den SV Waldhof.

Nachdem Dell mit dem ersten Elfmeter scheiterte, trat nun Sören Kaiser (Foto rechts beim Elfmeter) an. Sein platzierter und gut getretener Elfmeter schlug im Gehäuse der Frankfurter zur 2:0 Führung ein (76.).sge13In der letzten Viertelstunde ausgeglichenes Spiel mit einigen Wechseln auf beiden Seiten. Es passierte nicht mehr viel und so siegte das Groß-Team am Ende hochverdient mit 2:0 Toren.

Mit diesem zweiten Sieg in Serie haben sich die Mannheimer Luft im Abstiegskampf verschafft. Gewinnen die Waldhof-Buben noch das Nachholspiel gegen den Tabellenletzten 1.FC Saarbrücken, so nimmt man einen sensationellen, guten Mittelfeldplatz in der höchsten deutschen Spielklasse ein.


Bleibt zu hoffen, dass man sich beim SV Waldhof Mannheim rechtzeitig die Dienste einiger seiner sehr talentierten Nachwuchsspieler sichert.

Aufstellungen:

SV Waldhof: Broll, Can, Franzin (88. Göttmann), Hauck, Dell, Raab, Bakis, Kaiser (90. Birli), Sellentin, Kochendörfer, Önerler (85.Brunner)

Eintracht Frankfurt: Horn, Schuessler (38. Lekaj), Denefleh, Barth, Mueller (84. Asta), Goncalves, Effiong, Belegu, Kadimli (61. Demuth), Bartheld, Gomez (73. Rummel)

Schiedsrichter: Patrick Hanslbauer

Zuschauer: 430

Besondere Vorkommnisse: Dell verschießt Handelfmeter (50.)

Tore: 1:0 Önerler (19.); 2:0 Kaiser (76. Foulelfmeter)

Fotos: Marco Bschirrer
 

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